Lieder für Clavier und Harfe von Friederike Pallas in Halle

Song Cycle by Friederike Pallas

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1. Nähe des Geliebten [sung text not yet checked]

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
[Vom Meere]1 strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes [Flimmer]2
In Quellen mahlt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen [Stege]3
Der Wandrer bebt.4

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im [stillen]5 [Haine]6 geh' ich oft [zu]7 lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seyst auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, [bald]8 leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Nabijheid van de beminde", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • ENG English [singable] (Shula Keller) , "Nearness to the Beloved", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Edgar Alfred Bowring) , appears in The Poems of Goethe, first published 1853
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Proximité du bien-aimé", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • IRI Irish (Gaelic) [singable] (Gabriel Rosenstock) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Presenza della persona amata", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Penso em ti", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cottaschen Buchhandlung, 1827, page 65, and with Musen-Almanach für das Jahr 1796, herausgegeben von Schiller. Neustrelitz, bei dem Hofbuchhändler Michaelis, page 5.

1 Beethoven: "Von Meeren"
2 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "Schimmer"
3 Schubert: "Wege"
4 Backer-Grøndahl inserts "Ich sehe dich."
5 Lang: "dunklen"
6 Schubert: "Hain, da"
7 Lang: "um zu"
8 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "es"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Mailied [sung text not yet checked]

Wonne! Seht das Mailicht scheinen,
Scheinen über alles Land!
Hört das Zwitschern in den Hainen,
Die man ehe traurig fand.
Lag nicht ringsum todt die Heide?
Nun ist ringsum Augenweide!
Heut ist mein liebster Maientag.

Heute kommt die Langentbehrte
Zu dem Murmelquell im Thal.
O! die holde Liebenswerthe
Ist wie heitrer Sonnenstrahl.
Der beflimmert alle Reiche;
Also thät die Engelgleiche:
Mein junges Herz durchstrahlte sie.

Wohl ihr! Wohl dem hehren Weibe,
Das so frei von Falschheit lebt,
Züchtig, wie des Mondes Scheibe
Unter Sternenchören schwebt.
Diesem wahrlich! gleicht die Reine;
Ewig wandeln im Vereine

Die Tugenden all all mit ihr,
O! Geböte, die ich meyne,
Hundert Sklavendienste mir,
Tausend -- ich versagte keine.
Reichen Lohn weiß ich dafür.
Endlich darf ich von der Guten
Minnelohn und Gnade muthen;
Sie küsse dann den Brautkuß mir.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Arie [sung text not yet checked]

Klopfe nicht so bange,
Herz; denn, o! wie lange
  Und es ist geschehn.
Wie die heißen Tropfen,
Unter deinem Klopfen,
  Auf den Wangen stehn.

Willst du denn vergessen
Wer dir zugemessen
  Diese süße Last,
Die du so zufrieden,
  Von der Welt geschieden,
Hier getragen hast?

Im vergeßnen Thale
Nicht im Marmorsaale,
  Wohnt die wahre Ruh!
Schöne Träume täuschen,
Schmerz und Gram zerfleischen
  Dort ein Herz wie du.

Wie die heißen Tropfen
Unter deinem Klopfen
  Auf der Wange stehn! --
Klopfe nicht so bange,
Herz; denn, 0! wie lange,
  Und -- es ist geschehn.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Die Spinnerin  [sung text not yet checked]

Ich saß und spann vor meiner Thür;
Da kam ein junger Mann gegangen.
Sein braunes Auge lachte mir,
Und röther glühten seine Wangen.
Ich sah vom Rocken, auf und sann,
Und saß verschämt, und spann und spann.
 
Gar freundlich bot er guten Tag
Und trat mit holder Scheu mir näher.
Mir ward so angst; der Faden brach;
Das Herz im Busen schlug mir höher.
Betroffen [knüpft']1 ich wieder an
Und saß verschämt, und spann und spann.
 
Liebkosend drückt' er mir die Hand,
Und schwur, daß keine Hand ihr gleiche,
Die schönste nicht im ganzen Land',
An Schwanenweis' und Ründ' und Weiche.
Wie sehr dies Lob mein Herz gewann;
Ich saß verschämt, und spann und spann.
 
Auf meinen Stuhl er lehnt' den Arm
Und rühmte sehr das feine Fädchen,
Sein naher Mund, so roth und warm,
Wie zärtlich haucht' er: [Süßes]2 Mädchen!
Wie blickte mich sein Auge an!
Ich saß verschämt, und spann und spann.
 
Indeß an meiner Wange her
Sein [schönes]3 Angesicht sich bückte,
Begegnet' ihm von Ohngefähr
Mein Haupt, das sanft im Spinnen nickte;
Da küßte mich der schöne Mann.
Ich saß verschämt, und spann und spann.
 
Mit großem Ernst verwies ichs ihm;
Doch ward er kühner stets und freier,
Umarmte mich mit Ungestüm,
Und küßte mich so roth wie Feuer.
[O sagt mir, Schwestern, sagt mir]4 an:
Wars möglich, daß ich weiter spann?

Authorship

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1 Harder: "dreht'"
2 Harder: "liebes"
3 Harder: "holdes"
4 Harder: "Sagt Schwestern, saget selber"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. An das Klavier [sung text not yet checked]

Mit stillem Kummer in der Brust
Schleich ich mich hin zu dir
Bring Harmonie in mich und Lust,
Du liebliches Clavier!

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]