Liebesfrühling. Ein Cyklus von sechs Liedern für 1 Stimme mit Pianoforte aus Rückert's gleichnamiger Dichtung

Song Cycle by Wilhelm Reinhard Berger (1861 - 1911)

Word count: 389

1. Ich wohn' in meiner Liebsten Brust [sung text not yet checked]

Ich wohn' in meiner Liebsten Brust,
in ihren stillen Träumen.
Was ist die Welt und ihre Lust?
Ich will sie gern versäumen.

Was ist des Paradies Lust
Mit grünen Lebensbäumen?
Ich wohn' in meiner Liebsten Brust
In ihren stillen Träumen!

Ich wohn' in meiner Liebsten Brust,
in ihren stille Träumen.
Ich neide keines Sternes Lust
In kalten Himmelsräumen.

Was ist die Welt und ihre Lust?
Ich will sie gern versäumen.
Ich wohn' in meiner Liebsten Brust,
in ihren stillen Träumen.

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2. Liebster! nur dich seh'n [sung text not yet checked]

Liebster! Nur dich sehen, dich hören
und dir schweigend angehören;
nicht umstricken dich mit Armen,
nicht am Busen dir erwarmen,
nicht dich küssen, nicht dich fassen -
dieses alles kann ich lassen,
nur nicht das Gefühl vermissen,
mein dich und mich dein zu wissen.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (E. Buek)
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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3. Hast du gestern abend dich [sung text not yet checked]

Hast du gestern abend dich,
Liebster, nicht nach mir gesehnt,
wie ich gestern abend mich,
Liebster, mich nach dir gesehnt?

Liebste! nein, ich habe mich
nicht gesehnt beim Abendschein,
Liebste! denn man sehnet sich
nach Abwesenden allein.

Und abwesend warst du nicht,
sondern nah in Liebesmacht;
weißt du's nicht! mein süßes Licht,
bei mir warst du all die Nacht.

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4. Jene Stunden, die geschwunden [sung text not yet checked]

Jene Stunden,
Die geschwunden
Mir entfernt von dir, mein Glück.
Muß mit Zagen
Ich beklagen,
Und sie bringt kein Gott zurück.

Ich will bleiben!
Mich vertreiben
Soll von dir allein der Tod.
Wo sie haben
Mich begraben,
Streu' aufs Grab mir Rosen roth! 

Mir auf Erden
Untreu werden
Und im Himmel kannst du nicht,
Doch allein nur
Bist du mein nur
Da wo dich mein Arm umflicht. 

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5. Schüre du, Sommer [sung text not yet checked]

Schüre du, Sommer, die feurige Gluth!
Veilchen ist lange geschieden,
Rose verbirgt sich und Lilie ruht,
Nachtigall schweiget zufrieden.
Sing', o Cicade, im sonnigen Glanz,
Lade die Ähren, die Sichel zum Tanz! 
Ab ist die Blüthe gestreifet, 
Aber die Frucht ist gereifet. 

Liebchen, und siehst du nach Blüthen dich um, 
Sieh nur die blauen im Korne! 
Schöner die grannigen Ähren herum 
Stehn, als um Rosen die Dorne. 
Sieh, wie die Reb' um die Hütte sich schlingt, 
Die zu den Ähren die Trauben uns bringt! 
Komm, und bei Most und bei Garben 
Wird auch die Liebe nicht darben.

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6. Mein Lieben blicket an das Lied [sung text not yet checked]

Mein Lieben blicket an das Lied, 
Und mein Gesang die Lieb' ansieht. 
Sie blicken stets einander an, 
Als wär' es ihnen angethan.
Sie sehen sich so wonnereich, 
Das eine schön dem andern gleich;
Sie können ab davon nicht stehn, 
Einander immer anzusehn.

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