Jugendlieder

Song Cycle by Franz (August Julius) Schreker (1878 - 1934)

Word count: 525

1. Die Rosen und der Flieder [sung text checked 1 time]

Die Rosen und der Flieder,
Die Nelken und Jasmin,
Die kommen alle wieder
Und werden wieder blühn.

Nur nicht die Lied und Treue,
Wenn sie verloren ist,
Und keimt kein Herz auf's Neue,
Das schon gebrochen ist.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Des Meeres und der Liebe Wellen [sung text checked 1 time]

O wie leuchtend zur Sommerszeit
fernhin der Dünen Blau.
Hoch der Himmel, das Meer so weit,
eng jetzt alles und grau.

O wie fuhr bei des Maien Blick
fröhlich mein Schiff hinaus.
O wie arm an Lieb und Glück
kehrt es im Herbst nun nach Haus.

Hart am Hafen noch ist es zerschellt,
Anker rissen vom Tau.
O wie eng nun die weite Welt,
düster das Meer ach so grau.

Authorship

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

3. Im Garten unter der Linde [sung text checked 1 time]

Im Garten unter der Linde
hab' ich die stille Nacht
in süßen Deingedanken,
mein Liebchen, zugebracht.

Ich sah zum nächtigen Himmel,
zwei Sternlein glänzten klar,
als schaut' ins sehnende Herz mir
dein zaub'risch Augenpaar.

Und Wolken zogen darüber,
als schlössen die Augen sich zu;
schlaf' wohl, Herzlieb' in der Ferne,
schlaf' wohl, mein Engel du!

Authorship

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Researcher for this text: Johann Winkler

4. Lied der Fiorina [sung text checked 1 time]

Will dir nicht trüben den heiteren Mut,
warst mir doch einst von Herzen gut.
Laß den schäumenden Becher kreisen,
singen will ich dir lachende Weisen.

Einen blühenden Kranz im Haar,
einen blühenden Kranz will ich tragen,
wie in jenen seligen Tagen,
als ich dein kleines Bräutchen war.

Sing denn und spiele mir auf zum Tanz.

Authorship

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

5. Waldeinsamkeit [sung text checked 1 time]

Wir müssen, Geliebteste, leise
Hinschreiten, ich und du.
Es schläft eine Sangesweise
In Waldes nächtlicher Ruh.

Verstummt sind Winde und Wellen
Und aller Singvöglein Mund,
Schweigend rinnen die Quellen
Blank über moosigen Grund.

Des Mondlichts stiller Reigen
Durchspielt das Buchengeheg,
Es schlummert in süssem Schweigen
Ein silberner Streif am Weg.

Die Wolken selber droben
Schweben auf Flügeln breit
Und [schaun von Glanz umwoben]1
In die Waldeseinsamkeit.

[ ... ]

Authorship

Based on

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Confirmed with Die Lyrik des Auslandes in neuerer Zeit, ed. Hans Bethge, Leipzig: Max Hesses Verlag, 1907, pages 83-84
1 Schreker: "schauen vom Glanz umschwoben"

Research team for this text: Peter Donderwinkel , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Überwunden [sung text checked 1 time]

Durch die Saiten irrt es hin,
bang wie Geisterklänge,
einz'ges Weib, als ob Dein Geist
mit dem meinen ränge.

Allgewaltig ist der Bann,
und ich soll Dich meiden,
will mit Dir zugrunde gehen
lieber noch als scheiden.

Laß die Saiten nur in Ruh,
ganz hab ich empfunden.
Du nur bist mein Lebensnerv,
ich bin überwunden!

Authorship

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

7. Das hungernde Kind [sung text checked 1 time]

[ "Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir säen [geschwind]1."

Und als [das Korn]3 gesäet war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar: ]2
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir [ernten]5 [geschwind]1."

Und als [das Korn]3 [geerntet]6 war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir dreschen [geschwind]1."

Und als [das Korn]3 gedroschen war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  [ "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir mahlen [geschwind]1."]

Und als [das Korn]3 gemahlen war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."]2
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir backen [geschwind]1."

Und als das Brot gebacken war,
[Lag das Kind auf der Totenbahr]7.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "Mother, oh Mother! I'm hungry", copyright ©
  • ENG English [singable] (Addie Funk)
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La vie ici-bas", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Mamma, mammina! Ho tanta fame", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • RUS Russian (Русский) (Elena Kalinina) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elena María Accinelli) , "Madre, oh Madre! Tengo hambre", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission

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1 not set by Schreker
2 not set by Mahler
3 Schreker: "es nun"
4 Schreker: "Sprach"
5 Schreker: "schneiden"
6 Schreker: "geschnitten"
7 Söderman: "Da lag das Kind schon auf der Bahr'

Here is Mahler's sung text:

"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir ernten geschwind!"

Und als das Korn geerntet war,
Rief das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
  "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir dreschen geschwind."

Und als das Korn gedroschen war,
Rief das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
   "Warte nur, mein liebes Kind,
  Morgen wollen wir backen geschwind."

Und als das Brot gebacken war,
Lag das Kind auf der Totenbahr.


Researcher for this text: Jakob Kellner