Aus des Herzens Nacht. Vier Gesänge für Bariton mit Pianoforte

Song Cycle by Paul Widemann

Word count: 329

1. Die Melancholie [sung text not yet checked]

Du geleitest mich durchs Leben,
Sinnende Melancholie!
Mag mein Stern sich strahlend heben,
Mag er sinken - weichest nie!

Führst mich oft in Felsenklüfte,
Wo der Adler einsam haust,
Tannen starren in die Lüfte
Und der Waldstrom donnernd braust.

Meiner Toten dann gedenk ich,
Wild hervor die Träne bricht,
Und an deinen Busen senk ich
Mein umnachtet Angesicht.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À la mélancolie", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La mélancolie", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Winternacht [sung text not yet checked]

I
Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur fort, nur immerfort geschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten, 
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! Friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heiß bewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde.

II
Dort [heult]1 im tiefen Waldesraum
Ein Wolf; -- wie's Kind aufweckt die Mutter,
Schreit er die Nacht aus ihrem Traum
Und heischt von ihr sein blutig Futter.

Nun brausen über Schnee und Eis
Die Winde fort mit tollem Jagen,
Als wollten sie sich rennen heiß:
Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

Laß deine Toten auferstehn
Und deiner Qualen dunkle Horden!
Und laß sie mit den Stürmen gehn,
Dem rauhen Spielgesind aus Norden!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit d'hiver", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Widemann: "weilt"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Matthias Gräff-Schestag

3. Nebel [sung text not yet checked]

Du, trüber Nebel, [hüllest]1 mir
Das Tal mit seinem Fluß,
Den Berg mit seinem Waldrevier,
[Und]2 jedem Sonnengruß.

Nimm fort in deine graue Nacht
Die Erde weit und breit!
Nimm fort, was mich so traurig macht,
Auch die Vergangenheit.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Boira", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Brouillard", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Strauss: "hüllst"
2 Strauss: "mit"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Es war ein Tag, da war die Sonne blind [sung text not yet checked]

Es war ein Tag, da war die Sonne blind,
Und eine Nacht, da jeder Stern versank,
Mein ganzes Denken flog wie Staub im Wind,
Mein wollen war zum Tode krank.

Mir war's, als hielt ich mich an schwankem Ast,
Und hinter mir in Nebel, Nacht und Meer
Versank', was vordem war, und eine Last
Von Flüchen heulte drüber her.

Mich focht kein Hoffen und kein Wunsch mehr an,
Ich meinte gar, ich hätte dich nicht lieb, --
Ich glaub', ich hab' dir bitter weh gethan.
Vergib!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]