Herbstklänge. Sieben Lieder für tiefe Stimme mit Pianoforte

Song Cycle by Carl Georg Peter Grädener (1812 - 1883)

1. Friede den Schlummerern! Friede! [sung text not yet checked]

Friede den Schlummerern!
Sie liegen auf der blut'gen Flur,
Sarglos und ohne Leinen!
Der Morgentau, der Regen nur
Sind es, die auf sie weinen.

Weh', all ihr Mut umsonst!
Wo sich erhob der Eiche Kraft,
Da liegen ihre Trümmer!
Doch Herzen, einmal uns entrafft,
Sie schieden, ach, für immer!

Fluch euch, Eroberer!
Wir wollen liegen kalt, wie sie,
Die schnöd' ihr uns entrisset,
Eh' unser Herz der Rache, die
Sie uns vermacht, vergisset!

Authorship:

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

2. Hätt' eine Höhl' ich am Strand [sung text not yet checked]

Hätt' eine Höhl' ich am Strand fern und wild,
Wo der Wind heult, wo die Woge laut brüllt,
  Dort, mein Herz, weintest du,
      Suchtest verlorne Ruh,
          Gram schlöß' die Augen zu,
Ewig gestillt.

Falschestes Weib, o sag an mir, wo sind
Alle die Schwüre dein, leicht wie der Wind?
  Eile zum Buhlen dein!
      Magst dich des Meineids freu'n!
          Dann blick' in's Herz hinein,
Ob Ruh es find't!

Authorship:

Based on:

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Sie lag auf der Todtenbahr [sung text not yet checked]

Sie lag auf der Todtenbahre,
Im weißen Seidengewand,
Eine Rose auf dem Herzen,
Eine Rose in der Hand,
Eine welke Rose selber 
Mit bleichem Angesicht, 
Gleich wie ein prächtig schönes
Verklungenes Gedicht.

Authorship:

Confirmed with Der Phönix: Zeitschrift für Literatur, Kunst, Geschichte, Vaterlandskunde, Wissenschaft und Theater, zweiter Jahrgang, ed. by Zingerle and Wildauer, Innsbruck: Wagner'schen Buchhandlung, 1851. Appears in issue no. 52, 27 Dezember 1851, page 416.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

4. Zwei Könige sassen auf Orkadal [sung text not yet checked]

Zwei Könige sassen auf Orkadal,
Hell flammten die Kerzen im Pfeilersaal.
Die Harfner sangen, es perlte der Wein,
Die Könige schauten finster drein.
Da sprach der eine: "Gib mir die Dirn'!
Ihr Aug' ist blau, schneeweiss ihre Stirn."
Der Andre versetzte in grimmem Zorn:
"Mein ist sie und bleibt sie, ich hab's geschwor'n!"
Kein Wort mehr sprachen die Könige drauf,
Sie nahmen die Schwerter und stunden auf,
Sie schritten hervor aus der leuchtenden Hall';
Tief lag der Schnee an des Schlosses Wall.
Es sprühten die Fackeln, es blitzte der Stahl --
Zwei Könige sanken auf Orkadal.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Bertram Kottmann) , "Two kings sat together in Orkadal", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "Two kings sat at Orkadal", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Ich muss die Lieb' aufgeben [sung text not yet checked]

Ich muß die Lieb' aufgeben, 
  Hüt du dich wol! 
Ich hatt' ein liebes Schätzelein, 
Ich meint', es könnt keins treuer sein.
Ich muß die Lieb' aufgeben, 
  Hüt du dich wol! 

Ich muß die Lieb' aufgeben,
  Hüt du dich wol! 
Wie lacht ihr Auge, wie girrt' ihr Mund:
Warst du nicht mein Liebster, ich stürbe zur Stund. 
Ich muß die Lieb' aufgeben,
  Hüt du dich wohl! 

Ich muß die Lieb' aufgeben, 
  Hüt du dich wohl! 
Wie bald geschah's, wie geschah's doch so bald, 
Sie ward mir am Herzen so kühlig, so kalt.
Ich muß die Lieb' aufgeben,
  Hüt du dich wohl! 

Ich muß die Lieb' aufgeben,
  Hüt du dich wol! 
Am Herzen so kühlig, so kalt zur Stund:
Was lachte dein Auge, was girrte dein Mund? 
Ich muß die Lieb' aufgeben,
  Hüt du dich wol!

Ich muß die Lieb' aufgeben,
  Hüt du dich wol! 
Es rauschen die Blätter, es sauset der Wind:
Gottlob, wer ein besseres Liebchen findt! 
Ich muß die Lieb' aufgeben
  Hüt du dich wol!

Authorship:

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Wenn sie kommen und mich graben [sung text not yet checked]

Wenn sie kommen und mich graben, 
Lieben Freunde, in mein Grab hinein, 
Will nicht schöne Blumen haben, 
Goldschrift nicht und kalten Stein.  

Nur recht tief laßt mich begraben, 
Hört ihr?  Nur recht tief hinein: 
Tief, da soll man Ruhe haben  --  
Und ich möcht' mal ruhig sein!

Authorship:

Confirmed with Gedichte von Chr. Friedrich Scherenberg, Berlin: Th. Chr. Fr. Enslin, 1845, page 25.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

7. Draussen tobt der böse Winter [sung text not yet checked]

Draußen tobt der böse Winter,
Und die Blumen, die er knickte,
Malt er höhnisch an die Fenster
Mir in bleichen, starren Bildern.
Winter, stürme nur und brause!
Machst mich doch nicht mehr erzittern.
Denn aus meines Herzens Grunde
Lass' ich einen Frühling sprießen,
Den der Schnee nicht kann bedecken,
Den das Eis nicht macht gefrieren,
Einen Frühling, dessen Sonne
Ist das Auge meiner Liebsten,
Dessen Luft und Duft ihr Odem,
Dessen Rosen ihre Lippen,
Und ich schweb' als junge Lerche
Drüber hin mit meinen Liedern.

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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