German (Deutsch) translations of 5 Lieder, opus 19
by Ludwig Wilhelm Andreas Maria Thuille (1861 - 1907)
1. Die Kleine
by Ludwig Wilhelm Andreas Maria Thuille (1861 - 1907), "Die Kleine", op. 19 (5 Lieder) no. 1, published >>1900
Language: German (Deutsch)
Zwischen Bergen, liebe Mutter,
Weit den Wald entlang,
Reiten da drei junge Jäger
Auf drei Rösslein blank,
lieb' Mutter,
Auf drei Rößlein blank.
Ihr könnt fröhlich sein, lieb' Mutter,
Wird es draußen still:
Kommt der Vater heim vom Walde,
Küßt Euch, wie er will,
lieb' Mutter,
Küßt Euch, wie er will.
Und ich werfe mich im Bettchen
Nachts ohn' Unterlaß,
Kehr' mich links und kehr' mich rechts hin,
Nirgends hab' ich was,
lieb' Mutter,
Nirgends hab' ich was.
Bin ich eine Frau erst einmal,
In der Nacht dann still
Wend' ich mich nach allen Seiten,
Küß, soviel ich will,
lieb' Mutter,
Küß, soviel ich will.
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Die Kleine", appears in Gedichte, in 4. Frühling und Liebe
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by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)
2. Sommermittag
by Ludwig Wilhelm Andreas Maria Thuille (1861 - 1907), "Sommermittag", op. 19 (5 Lieder) no. 2
Language: German (Deutsch)
Nun ist es still um Hof und Scheuer, Und in der Mühle ruht der Stein; Der Birnenbaum mit blanken Blättern Steht regungslos im Sonnenschein. Die Bienen summen so verschlafen; Und in der offnen Bodenluk', Benebelt von dem Duft des Heues, Im grauen Röcklein nickt der Puk. Der Müller schnarcht und das Gesinde, Und nur die Tochter wacht im Haus; Die lachet still und zieht sich heimlich Fürsichtig die Pantoffeln aus. Sie geht und weckt den Müllerburschen, Der kaum den schweren Augen traut: "Nun küsse mich, verliebter Junge; Doch sauber, sauber! nicht zu laut."
Text Authorship:
- by Theodor Storm (1817 - 1888), "Sommermittag", written 1854, first published 1854
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by Theodor Storm (1817 - 1888)
3. Des Narren Regenlied
by Ludwig Wilhelm Andreas Maria Thuille (1861 - 1907), "Des Narren Regenlied", op. 19 (5 Lieder) no. 3
Language: German (Deutsch)
Regenöde, regenöde Himmel, Land und See; Alle Lust ist Last geworden, Und das Herz thut weh. Graugespinstig hält ein Nebel Alles Sein in Haft, Weher Mut weint in die Weiten, Krank ist jede Kraft. Die Prinzessin sitzt im Turme; Ihre Harfe klingt, Und ich hör, wie ihre Seele Müde Sehnsucht singt. Regenöde, regenöde Himmel, Land und See; Alle Lust ist Last geworden, Und das Herz thut weh.
Text Authorship:
- by Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910), "Des Narren Regenlied", appears in Irrgarten der Liebe. Verliebte, launenhafte und moralische Lieder, Gedichte und Sprüche aus den Jahren 1885 bis 1900, in Lieder
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by Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)
4. Frau Nachtigall
by Ludwig Wilhelm Andreas Maria Thuille (1861 - 1907), "Frau Nachtigall", op. 19 (5 Lieder) no. 4
Language: German (Deutsch)
Nachtigall, ich hör dich singen, Das Herz möcht' mir im Leib zerspringen, Komme doch und sag mir bald, Wie ich mich verhalten soll. Nachtigall, ich seh dich laufen, An dem Bächlein tust du saufen, Du tunkst dein klein Schnäblein ein, Meinst, es wär' der beste Wein. Nachtigall, wo ist gut wohnen? Auf den Linden, in den Kronen, Bei der schön' Frau Nachtigall: Grüß mein Schätzchen tausendmal!
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , "Frau Nachtigall", appears in Des Knaben Wunderhorn
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Confirmed with Achim von Arnims Werke, ausgewählt und herausgegeben von Reinhold Steig, Dritter Band, Leipzig: Insel-Verlag, 1911, page 3045. Spinnerlied
by Ludwig Wilhelm Andreas Maria Thuille (1861 - 1907), "Spinnerlied", op. 19 (5 Lieder) no. 5
Language: German (Deutsch)
Spinn, spinn, meine liebe Tochter, Ich kauf dir ein paar Schuh. Ja, ja, meine liebe Mutter, Auch Schnallen dazu; Kann wahrlich nicht spinnen Von wegen meinem Finger, Meine Finger thun weh. Spinn, spinn, meine liebe Tochter, Ich kauf dir ein Paar Strümpf. Ja, ja, meine liebe Mutter, Schön Zwicklen darin; Kann wahrlich nicht spinnen Von wegen meinem Finger, Meine Finger thun weh. Spinn, spinn, meine liebe Tochter, Ich kauf dir einen Mann. Ja, ja, meine liebe Mutter, Der steht mir wohl an; Kann wahrlich gut spinnen, Von all meinen Fingern Thut keiner mir weh.
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , "Spinnerlied", appears in Des Knaben Wunderhorn
Based on:
- a text in Swabian (Schwäbisch) from Volkslieder (Folksongs)
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Confirmed with Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder gesammelt von L. A. v. Arnim und Clemens Brentano, dritter Band, Berlin: Expedition des v. Arnimschen Verlags, 1846, pages 41-42.