by Matthäus Kasimir von Collin (1779 - 1824)
Im trüben Licht verschwinden schon die...
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Language: German (Deutsch)
Im trüben Licht verschwinden schon die Berge, Es schwebt das Schiff auf glatten Meereswogen, Worauf die Königinn mit ihrem Zwerge. Sie schaut empor zum hochgewölbten Bogen, Hinauf zur lichtdurchwirkten blauen Ferne, Die mit der Milch des Himmels blaß durchzogen. Nie habt ihr mir gelogen noch, ihr Sterne, So ruft sie aus, bald werd' ich nun entschwinden, Ihr sagt es mir, doch sterb' ich wahrlich gerne. Da geht der Zwerg zur Königinn, mag binden Um ihren Hals die Schnur von rother Seide, Und weint, als wollt' er schnell vor Gram erblinden. Er spricht: Du selbst bist schuld an diesem Leide, Weil um den König du mich hast verlassen: Jetzt weckt dein Sterben einzig mir noch Freude. Zwar werd' ich ewiglich mich selber hassen, Der dir mit dieser Hand den Tod gegeben, Doch mußt zum frühen Grab du nun erblassen. Sie legt die Hand auf's Herz voll jungem Leben, Und aus dem Aug die schweren Thränen rinnen, Das sie zum Himmel bethend will erheben. Mögst du nicht Schmerz durch meinen Tod gewinnen! Sie sagt's, da küßt der Zwerg die bleichen Wangen, D'rauf alsobald vergehen ihr die Sinnen. Der Zwerg schaut an die Frau, vom Tod befangen, Er senkt sie tief in's Meer mit eig'nen Handen, Ihm brennt nach ihr das Herz so voll Verlangen, - An keiner Küste wird er je mehr landen.
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View text with all available footnotesConfirmed with Selam. Ein Almanach für Freunde des Mannigfaltigen auf das Jahr 1813. Herausgegeben von I.F.Castelli. Wien, gedruckt und im Verlage bey Anton Strauß, pages 68-69.
Note: This is the first version of Collin's poem. A later, slightly modified version, with the title Der Zwerg, has been published posthumously in 1827 (see below).
Text Authorship:
- by Matthäus Kasimir von Collin (1779 - 1824), "Treubruch", first published 1813 [author's text checked 1 time against a primary source]
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