by Rudolf Löwenstein (1819 - 1891)

I sah mal a Blimle, das war so geknickt
Language: Niederdeutsch 
[I sah mal a Blimle]1, das war so geknickt, 
Und hat scho ganz trauri sei Köpfte genickt,
Doch habens de Blätter so lang noch geschmuckt, 
Bis de Sonn war unter e Himmel geruckt.

I sah mal e Falter, der lebte no 
Und war doch zerstoche gar grausam scho,
Es haben de Fligle gezittert, gezuckt,
Bis de Sonn war unter e Himmel geruckt.

I sah mal a Fisch, der war nit tot 
Und war doch zerschnitte und bluti roth,
Es haben de Stickte gelebt und gezuckt,
Bis de Sonn war unter e Himmel geruckt.

Mei Schatz is mer untreu. -- A Jedes sind Ruh: 
Der Fisch und der Falter, das Blimle dazu;
Mei Sonn is scho unter, ezwei is mei Herz,
Und kann doch nit sterbe bei alle dem Schmerz.

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Confirmed with Blüthen deutscher Poesie, ed. by Ferdinand Schmidt, M. Simion, Berlin, 1850, page 76.

1 Nessler: "Ich sah' mal Blimle" ; further changes may exist not shown above.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2015-09-30 00:00:00
Last modified: 2015-09-30 16:19:02
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