by Julius Waldemar Grosse (1828 - 1902)

So hat noch Niemand mit mir gethan
Language: German (Deutsch) 
So hat noch [Niemand mit mir]1 gethan.
An beiden Händen faßt' er mich an
Und schaute mir in die Seele
So unwiderstehlich, so tief herein,
Als wollt' er spähn, ob ein Fältelein
Ihm etwas noch verhehle.

So hat noch Niemand zu mir gesagt.
Was ich gejubelt, was ich geklagt,
Das schläft nun in seinem Herzen.
Drum [ist mir's]2 dadrinnen wie ein Traum:
Ob ich's noch selbst bin, [ich weiß es]3 kaum,
Mich blendet's wie Weihnachtskerzen.

So [hat auch noch]4 Niemand mich geküsst,
Nicht [Vater noch]5 Mutter am [heiligen]6 Christ.
Ach, alle die Liebesgaben,
Wie gäb' ich sie gerne den Kindern hin,
So [selig und]7 fröhlich, so reich ich bin
Darf ich den Einen nur haben!

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Confirmed with Gedichte von Julius Grosse. In neuer, durchgesehener und vermehrter Auswahl, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1882, page 38.

1 Hering: "Niemand mir"
2 Gluth: "ist's mir"
3 Gluth: "weiß ich"
4 Hering: "hat noch"
5 Gluth, Hering: "Vater, nicht"
6 Gluth, Hering: "heil'gen"
7 Gluth, Hering: "selig, so"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler

This text was added to the website: 2010-05-10
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