by Matthias Claudius (1740 - 1815)

Ich sehe oft um Mitternacht
Language: German (Deutsch) 
Ich sehe oft um Mitternacht,
  Wenn ich mein Werk getan
Und niemand mehr im Hause wacht,
  Die Stern' am Himmel an.

Sie gehn da, hin und her zerstreut
  Als Lämmer auf der Flur,
In Rudeln auch, und aufgereiht
  Wie Perlen an der Schnur;

Und funkeln alle weit und breit
  Und funkeln rein und schön;
Ich seh' die große Herrlichkeit
  Und kann mich satt nicht sehn.

Dann saget, unterm Himmelszelt,
  Mein Herz mir in der Brust:
"Es gibt noch Bess'res in der Welt
  Als all ihr Schmerz und Lust."

Ich werf mich auf mein Lager hin,
  Und liege lange wach,
Und suche es in meinem Sinn,
  Und sehne mich danach.

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note: in Jakob's setting, he adds a stanza of his own at the end:
Und irgendwann fühl' ich es dann,
  Mein Vater, das bist Du!
Und dem, der nachts noch staunen kann,
  Zwinkern's die Sterne zu.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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Word count: 109