by Anonymous / Unidentified Author
Translation by Anonymous / Unidentified Author

Herzog Ulrich
Language: Mittelhochdeutsch 
Ich schell mein horn ins jammerthal,
mein freud ist mir verschwunden,
ich habs gejagt, mus abelan,
das wild laufft von den hunden.
Ein edel gewild, in diesem gefild
hat ich mir außerkoren,
es scheucht ob mir, als ich es spür,
mein jagen ist gantz verloren.

Fahr hin du wild ins waldes lust,
ich wil dich nit mehr schrecken,
und jagen dein schneeweisse brust,
ein ander mus dich wecken.
Und jagen frey, mit hundes geschrey,
das du nit kanst entrinnen,
halt dich in hut, fein thierlein gut,
mit leid scheid ich von hinnen.

Kein hohes wild ich fangen kan,
das mus ich offt entgelten.
noch halt ich mich stets auff jägers bahn,
wiewol mir glück kompt selten.
Ein hoch gewild schon wil mir entgohn,
doch las ich mir benügen,
an hasen fleisch, nicht mehr ich heisch,
das mag mich nicht betriegen.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Settings in other languages, adaptations, or excerpts:

  • Also set in German (Deutsch), a translation by Anonymous/Unidentified Artist ENG FRE ; composed by Wilhelm Petersen, Theodor Streicher, Anton Urspruch, Felix von Woyrsch.
  • Also set in German (Deutsch), adapted by Anonymous/Unidentified Artist ; composed by Eduard Lassen.
  • Also set in German (Deutsch), a translation by Anonymous/Unidentified Artist [an adaptation] ; composed by Ludwig Senfl.
  • Also set in German (Deutsch), a translation by Anonymous/Unidentified Artist [an adaptation] DUT ; composed by Johannes Brahms.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2009-05-04 00:00:00
Last modified: 2016-10-19 18:36:36
Line count: 24
Word count: 140

Herzog Ulrich's Jagdlied
Language: German (Deutsch)  after the Mittelhochdeutsch 
Ich schell mein Horn in Jammerton,
mein Freud ist mir verschwunden;
und hab gejagt ohn Abelon,
es lauft noch vor den Hunden
ein edles Gwild in dem Gefild
als ich hab auserkoren,
es scheucht ab mir, als ich es spür,
mein Jagen ist verloren.

Fahr hin, Gewild, in Waldes Lust!
Ich will nit mehr erschrecken
mit Jagen dein schneeweiße Brust,
ein andrer muß dich wecken
und jagen frei mit Hunden Krei,
da du nit magst entrinnen;
halt dich in Hut, mein Tierlein gut,
mit Leid scheid ich von hinnen.

Kein edlers Tier ich jagen kann,
das muß ich oft entgelten,
noch halt ich stets auf Jagens Bahn,
wiewohl mir Glück kommt selten.
Ein Hochg'wild schon will mir entgohn,
so laß ich mich begnügen
an Hasenfleisch, nit mehr ich eisch,
das kann mich nit betrügen.

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Harry Joelson

Text added to the website: 2009-05-04 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:01:25
Line count: 24
Word count: 134