by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)

Der Page
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): DUT ENG FRE
Da ich nun entsagen müssen
Allem, was mein Herz erbeten,
Laß mich diese [Schwelle]1 küssen,
Die dein schöner Fuß betreten.

Darf ich auch als Ritter nimmer
Dir beglückt zur Seite schreiten,
Laß mich doch als Pagen immer
In die Messe dich begleiten.

Will ja treu sein und verschwiegen,
Tags dem kleinsten Winke lauschen,
Nachts auf deiner Schwelle liegen,
Mag auch Sturm und Hagel rauschen;

Will dir stets mit sitt'gem Grüßen
Morgens frische Rosen bringen,
Will des Abends dir zu Füßen
Lieder zur Giarre singen;

Will den weißen Renner zäumen,
Wenn's dich lüstet, frisch zu jagen,
Will dir in des Waldes Räumen
Dienend Speer und Falken tragen;

Will auf deinen Liebeswegen
Selbst den Fackelträger machen
Und am Tor mit blankem Degen,
Wenn [den Freund du]2 küssest, wachen.

Und das alles ohne Klage,
Ohne Flehn, nicht laut noch leise,
Wenn mir nach vollbrachtem Tage
Nur ein Lächeln wird zum Preise;

Wenn gleich einem Segenssterne,
Der mein ganzes Wesen lenket,
Nur dein Aug' aus weiter Ferne
Einen einz'gen Strahl mir schenket.

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1 Schumann: "Stelle"
2 Schumann: "du andre"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De page", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The page", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website between May 1995 and September 2003.
Last modified: 2014-06-16 10:01:29
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