Der Ungenannten. Minneweisen, nach E. Geibel

Song Cycle by Adolf Jensen (1837 - 1879)

Word count: 0

1. Du feuchter Frühlingsabend [sung text checked 1 time]

Du feuchter Frühlingsabend,
Wie hab' ich dich so gern!
Der Himmel ist wolkenverhangen,
Nur hier und da ein Stern.

[Wie]1 leiser Liebesodem
Hauchet [so lau]2 die Luft,
Es steigt aus allen [Talen]3
Ein warmer [Veilchenduft]4.

Ich möcht' ein Lied ersinnen,
Das diesem Abend [gleich]5,
Und kann den Klang nicht finden,
So dunkel, mild und weich.

Authorship

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "You damp spring evening", copyright ©
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Jean-Pierre Granger) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "En avril", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 in some versions, Geibel has "Ein"
2 omitted by Végh
3 Viardot-García: "Tälern"
4 in some versions, Geibel has "Frühlingsduft"
5 Végh: "gleicht"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Jakob Kellner , Malcolm Wren [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Nun die Schatten dunkeln [sung text not yet checked]

[Nun]1 die Schatten dunkeln,
Stern an Stern erwacht:
Welch ein Hauch der Sehnsucht
Flutet [in der]2 Nacht!

Durch das Meer der Träume
Steuert ohne Ruh',
[Steuert]3 meine Seele
Deiner Seele zu.

Die sich dir ergeben,
Nimm sie ganz dahin!
Ach, du weißt, daß nimmer
Ich mein eigen bin.

Authorship

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  • ENG English (Malcolm Wren) , "Now the shadows are darkening", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Walter A. Aue) , "For music", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Constance Bache) (William Stigand, né Stigant) , "Now the shades are deep'ning"
  • ENG English (Andrew Schneider) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Emanuel Geibel, Juniuslieder, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1848, page 34.

1 Lewy: "Wenn"; further changes may exist not shown above.
2 Hermann, Rubinstein: "durch die"
3 Hermann: "Sehnend"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Der Page [sung text not yet checked]

Da ich nun entsagen müssen
Allem, was mein Herz erbeten,
Laß mich diese [Schwelle]1 küssen,
Die dein schöner Fuß betreten.

Darf ich auch als Ritter nimmer
Dir beglückt zur Seite schreiten,
Laß mich doch als Pagen immer
In die Messe dich begleiten.

Will ja treu sein und verschwiegen,
Tags dem kleinsten Winke lauschen,
Nachts auf deiner Schwelle liegen,
Mag auch Sturm und Hagel rauschen;

Will dir stets mit sitt'gem Grüßen
Morgens frische Rosen bringen,
Will des Abends dir zu Füßen
Lieder zur Giarre singen;

Will den weißen Renner zäumen,
Wenn's dich lüstet, frisch zu jagen,
Will dir in des Waldes Räumen
Dienend Speer und Falken tragen;

Will auf deinen Liebeswegen
Selbst den Fackelträger machen
Und am Tor mit blankem Degen,
Wenn [den Freund du]2 küssest, wachen.

Und das alles ohne Klage,
Ohne Flehn, nicht laut noch leise,
Wenn mir nach vollbrachtem Tage
Nur ein Lächeln wird zum Preise;

Wenn gleich einem Segenssterne,
Der mein ganzes Wesen lenket,
Nur dein Aug' aus weiter Ferne
Einen einz'gen Strahl mir schenket.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De page", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The page", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann: "Stelle"
2 Schumann: "du andre"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Lied des Mädchens [sung text not yet checked]

Laß schlafen mich und träumen,
Was hab' ich zu versäumen
In dieser Einsamkeit!
Der Reif bedeckt den Garten,
Mein Dasein ist ein Warten
Auf Liebe nur und Lenzeszeit.

Es kommt im Frühlingsglanze
Für jede kleine Pflanze
Einmal der Blütentag.
So wird der Tag auch kommen,
Da diesem Frost entnommen
Mein Herz in Wonnen blühen mag.

Doch bis mir das gegeben,
Däucht mir nur halb mein Leben,
Und kalt wie Winters Wehn;
Trüb schauert's in den Bäumen -
O laß mich [schlafen, träumen]1,
Bis Liebe mich heißt auferstehn!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Song of the maiden", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Backer-Grøndahl: "schlafen und träumen"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Im Gebirg [sung text not yet checked]

Nun rauscht im Morgenwinde sacht,
So Busch als Waldrevier!
So rauscht meine Sehnsucht Tag und Nacht,
Rauscht immerdar nach dir.

Du merkst es nicht, du bist so weit,
Kein Laut herüber spricht;
O schlimme Zeit, einsame Zeit!
Und Flügel hab' ich nicht.

Vom höchsten Berg mein Auge sieht
Umsonst nach West und Ost,
Ein Gruß zu dir, von dir ein Lied,
Das ist mein einz'ger Trost.

So sing' ich denn durch Wald und Dorn
Meine Weis' im Wanderzug:
"Deine Lieb' das ist ein süßer Born,
Deß trink' ich nie genug."

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. O schneller, mein Roß, mit Hast, mit Hast [sung text not yet checked]

[O]1 schneller, mein Roß, mit Hast,
wie säumig dünkt mich dein Jagen!
In den Wald, meine selige Last,
mein süßes Geheimnis zu tragen!

Es liegt ein trunkener Abendschein
rot dämmernd über den Gipfeln,
es jauchzen und wollen fröhlich sein
die Vöglein in allen Wipfeln.

O könnt ich steigen mit Jubelschall
wie die Lerch empor aus den Gründen,
und da droben den rosigen Himmeln all
mein Glück verkünden!

Oder ein Sturm mit Flügelgewalt
zum Meer hin brausen, dem blauen,
und dort, was im Herzen mir blüht und schallt,
den verschwiegenen Wellen vertragen!

Es darf mich hören kein menschlich Ohr,
ich kann wie die Lerche nicht steigen,
ich kann nicht wehn wie der Sturm empor
und kann es doch nimmer verschweigen.

So wiss' es, du blinkender Mond im Fluß,
so wißt es, ihr Buchen im Grunde;
Sie ist mein! Es brennt ihr Kuß
auf meinem seligen Munde.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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1 Fürst: "Nur"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: John Versmoren