by Friedrich Rückert (1788 - 1866)

Dunkel ist die Nacht
Language: German (Deutsch) 
Dunkel ist die Nacht,
Und die Liebe ferne,
Meine Sehnsucht wacht,
Sucht nach einem Sterne.

Leben ist verstummt
In den öden Straßen,
Drüben schwarz vermummt
Steht das Schloss verlassen.

Ausgestorben ganz
Das Gebäu mir deuchtet,
Eines Fensters Glanz
Ist allein beleuchtet.

Und da ist ein Stern
Schimmernd aufgegangen,
In dem Strahle gern
Täusch' ich mein Verlangen:

Sitzt ein Frauenbild
Hinter hellen Scheiben,
Schaffet ruhig mild,
Was sie hat zu treiben.

Liest sie ein Gedicht?
Wirkt sie zart Gesticke?
Einer Kerze Licht
Spielt mit ihrem Blicke.

Harret sie vielleicht
Eines Freund's und lauschet,
Ob's im Gässlein schleicht
Und am Pförtchen rauschet?

Doch ich seh' es ja
An den stillen Mienen,
Dass sie nur ist da, -
Mir zum Stern zu dienen.

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2011-04-02
Line count: 32
Word count: 120