by Rudolph Baumbach (1840 - 1905)

Vogelfang
Language: German (Deutsch) 
Man fängt die Vögel gross und klein 
Am besten an der Tränke;
Mich fing der Wirthin Töchterlein
Beim Weinkrug in der Schenke.

Es war das Netz, das mich bedroht,
Gezwirnt aus blonden Strähnen,
Lockspeise war ein Mündlein roth
Mit schimmernd weissen Zähnen.

Sie hält mich fest, lässt mich nicht heim;
Ich lass' es gern geschehen. --
Es giebt auch Vögel, die auf den Leim
Aus freien Stücken gehen.

Manch einer ist auch unverhofft 
Dem Käfig wieder entgangen. --
Zu halten ist weit schwerer oft
Der Vogel als zu fangen. 

Confirmed with Lieder eines fahrenden Gesellen von Rudolf Baumbach, Vierte Auflage, Leipzig, Verlag von A. G. Liebeskind, 1882, pages 165-166.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2014-01-16
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