Das braust und stöhnt im Waldgehege, Es kracht der Baum, die Wolken weh'n; Ich gehe schweigend meine Wege - Ich hab's gelernt, im Sturm zu geh'n. Die Wogen sprüh'n, die Geier kreisen, Der See heult und der Nordwind brüllt. Sturm, willst du mir vom Herzen reißen Auch noch das Leid, das mich erfüllt? Ich geb' dir's nicht, - ich press' die Arme Um dies gequälte, volle Herz, Erbarmungsloser Sturm, erbarme Dich! -- Laß mir meinen Schmerz!
Fünf Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 21
by Alexander Ritter (1833 - 1896)
1. Im Sturm
Text Authorship:
- by Karl Stieler (1842 - 1885), "Im Sturm", appears in Wanderzeit. Ein Liederbuch, in 4. Nachtgesänge
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2. Zum Abschied
Ich geb' dem Schicksal dich zurück, Von dem ich dich empfangen habe, Geliebte! -- Doch du weißt es nicht, Was ich mit deinem Bild begrabe. Dafür, was mir ward aus der Brust genommen, gibt es kei Menschenwort. Es ist nicht Hoffnung und nicht Trost, denn das kann alles wiederkommen. Es ist ein Etwas, wunderbar, das Gott uns in die Wiege legt, als uns'rer Jugend Morgengabe; das aber schwindet aus dem Herzen, wenn uns die erste Täuschung trifft, ein Etwas, das wir nie verschmerzen! Geliebte, ach, du weißt es nicht, was ich mit deinem Bild begrabe!
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It is based on
- a text in German (Deutsch) by Karl Stieler (1842 - 1885), "Zum Abschied", appears in Hochland-Lieder, in 12. Frau Minne, no. 5
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3. Sehnsucht nach Vergessen
Lethe! Brich die Fesseln des Ufers, gieße Aus der Schattenwelt mir herüber deine Welle, daß den Wunden der bangen Seel' ich Trinke Genesung. Frühling kommt mit Duft und Gesang und Liebe, Will wie sonst mir sinken ans Herz; doch schlägt ihm Nicht das Herz entgegen wie sonst. -- Lethe! Sende die Welle!
Text Authorship:
- by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "Sehnsucht nach Vergessen", written 1822, appears in Gedichte, in 1. Erstes Buch, in Oden
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Peter Palmer) , "Longing to forget", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Désir d'oubli", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
4. Blick in den Strom  [sung text not yet checked]
[Sahst]1 du ein Glück [vorübergehn]2, Das nie sich wiederfindet, Ist's gut in einen Strom zu sehn, Wo Alles wogt und schwindet. O, starre nur hinein, hinein, Du wirst es leichter missen, Was dir, und soll's dein Liebstes seyn, Vom Herzen ward gerissen. Blick' unverwandt hinab zum Fluß, Bis deine Tränen fallen, Und sieh durch ihren warmen Guß Die Flut hinunterwallen. Hinträumend wird Vergessenheit Des Herzens Wunde schließen; Die Seele sieht mit ihrem Leid Sich selbst vorüberfließen.
Text Authorship:
- by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "Blick in den Strom", written 1844, appears in Gedichte, in 6. Sechstes Buch, in Letzte Gedichte, first published 1844
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Nicolaus Lenau, Sämmliche Gedichte, herausgegeben von Anastasius Grün, vierter Band, Stuttgart und Augsburg, J. G. Cotta Verlag, 1855, page 355.
1 Mettenheimer: "Sieh'st"; further changes may exist not shown above.2 Flügel: "vorüberziehn"; further changes may exist not shown above.
5. Todesmusik  [sung text not yet checked]
In des Todes Feierstunde1 Senke, heilige Kamöne, Noch einmal die stillen Lieder, Noch einmal die [süßen]2 Töne Auf die tiefe Abschiedswunde Meines Busens heilend nieder, Hebe aus [den]3 ird'schen Ringen Die bedrängte reine Seele, Trage sie auf deinen Schwingen: Daß sie sich dem Licht vermähle. - O da werden mich die Klänge [Traut]4 und wonnevoll umwehen, Und die Ketten, die ich sprenge, Werden still und leicht vergehen. Alles Große werd' ich sehen, Das im Leben mich beglückte, Alles Schöne, das mir blühte, Wird verherrlicht vor mir stehen. Jeden Stern, der mir erglühte, Der mit freundlichem Gefunkel Durch das [hoffnungslose]5 Dunkel Meines kurzen Weges blickte, Jede Blume, die ihn schmückte, Werden mir die Töne bringen; Und die schrecklichen Minuten, Wo ich schmerzlich könnte bluten, Werden mich mit Lust umklingen; Und Verklärung werd' ich sehen Ausgegossen über allen Dingen. So in Wonne werd' ich untergehen, Süß verschlungen von der Freude Fluthen.
Text Authorship:
- by Franz Adolf Friedrich von Schober (1796 - 1882), "Todesmusik"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Música de morts", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Doodsmuziek", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Laura Prichard) , "Death music", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Musique funèbre", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Franz von Schober. Stuttgart und Tübingen. J. G. Cotta'scher Verlag. 1842, pages 70-71; and with Gedichte von Franz von Schober. Zweite, vermehrte Auflage. Leipzig Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber. 1865, pages 85-86.
Note: Schubert received all the poems from Schober in handwritten form. A (possibly later) autograph of this poem is kept in the Vienna City Library. The lines added by Schubert in the first footnote below appear in Schober's manuscript, but were crossed out.
1 Schubert adds "Wenn ich einst von hinnen scheide,/ Und den Kampf, den letzten, leide,"2 Schubert: "reinen"
3 Schober (1865 edition), Schubert (Alte Gesamtausgabe): "dem"
4 Schubert: "Süß"
5 Schober (Manuscript), Schubert: "grauenvolle"