Frühlingsblüthen. Sechs Lieder

Song Cycle by Ludwig Stark

1. O lieb', so lang du lieben kannst [sung text not yet checked]

O lieb, [solang]1 du lieben kannst!
O lieb, so lang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst.

Und sorge, daß dein [Herze]2 glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
So lang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt.

Und wer dir seine Brust erschließt,
O tu ihm, was du kannst, [zulieb]3!
Und mach ihm jede Stunde froh,
Und mach ihm keine Stunde trüb.

Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt!
O Gott, es war nicht bös gemeint, -
Der andre aber geht und klagt.

O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!

Dann kniest du nieder an der Gruft
Und birgst die Augen, trüb und naß,
- Sie sehn den andern nimmermehr -
Ins lange, feuchte Kirchhofsgras.

Und sprichst: O schau auf mich herab,
Der hier an deinem Grabe weint!
Vergib, daß ich gekränkt dich hab!
O Gott, es war nicht bös gemeint!

Er aber sieht und hört dich nicht,
Kommt nicht, daß du ihn froh umfängst;
Der Mund, der oft dich küßte, spricht
Nie wieder: Ich vergab dir längst!

Er tat's, vergab dir lange schon,
Doch manche heiße Träne fiel
Um dich und um dein herbes Wort -
Doch still - er ruht, er ist am Ziel!

O lieb, solang du lieben kannst!
O lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Thomas Ang) , "O love, love as long as you can!", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Wilson Hidalgo) , "Ama todo el tiempo que puedas", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission

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1 Liszt, Mohr, Pierson: "so lang". (passim)
2 Liszt: "Herz"
3 Liszt: "zu lieb"

Researcher for this text: Richard Schindler

2. Maiengruss 

Es blüh'n die Auen weit und breit
 . . . . . . . . . .

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Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

3. Maiweinlied 

In deiner duft'gem Blüthenpracht
 . . . . . . . . . .

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Authorship:

  • by Anonymous / Unidentified Author

4. Frühlings Anfang [sung text not yet checked]

Der Schnee ist vergangen, der Winter ist weg.
  Hervor, ihr Blumen, hervor! 
Märzglöckchen und Veilchen im Dornengeheg, 
Masliebchen und Primeln am Wiesensteg,
  Hervor, ihr Blumen, hervor!

Der Himmel lächelt hernieder so blau,
  Heraus, ihr Knospen, heraus!
Die Lüfte wehen so lieblich und lau,
Und drunten am Bache grünet die Au,
  Heraus, ihr Knospen, heraus!

Der Frühling will kommen gar bald, gar bald,
  Heran, ihr Vögel, heran! 
Kommt, singet ihm, daß es schallt und hallt, 
Und bauet das Nest im luftigen Wald,
  Heran, ihr Vögel, heran!

Auf! freue dich mit, du Menschenkind,
  Hinweg, ihr Sorgen, hinweg! 
Heraus aus dem Haus geschwind, geschwind, 
Und sing mit dem fröhlichen Merzenwind:
  Hinweg, ihr Sorgen, hinweg!

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Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser. 1842-1874, Basel: Benno Schwabe Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 19-20.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Heimkehr [sung text not yet checked]

In meine Heimath [kam]1 ich wieder,
Es war die alte Heimath noch,
Dieselbe Luft, dieselben Lieder,
Und alles war ein andres doch.

Die Welle rauschte wie vorzeiten,
Am Waldweg sprang wie sonst das Reh,
Von Fern erklang ein Abendläuten,
Die Berge glänzten aus dem See.

Doch vor dem Haus, wo uns vor Jahren
Die Mutter stets empfing, dort sah
Ich fremde Menschen, sah ein fremd gebaren;
Wie weh, wie weh mir da geschah!

Mir war, als rief es aus den Wogen:
Flieh, flieh, und ohne Wiederkehr!
Die du geliebt, sind alle fortgezogen
Und kehren nimmer, nimmermehr.

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1 Hornstein: "kehrt' "; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. 's Wörtle "Du" [sung text not yet checked]

"Du" isch gar a herzigs Wörtle 
wia dr Liab koi anders frommt, 
bsonders amma trauta Örtle, 
wenn's so reacht von Herza kommt. 
Du ond Du gilt allerweaga 
do wo d'Liab ihr Wonder duat 
ond a ganzer Gottesseaga 
leit em "Du i ben der guat".

Guck, vorbei send älle Sorga 
seit dei Bild do drenna wohnt, 
denn du bischt mei' Nacht ond Morga, 
bischt mei' Dag, mei' Sonn' ond Mond. 
Hoscht da Hemmel enn de Auga 
ond de schenschte Schtern drzua, 
dätscht, schätz' wohl, zom Engel tauga, 
wärscht au du dazu.

"Do ond Du" mit dir auf Erda, 
Schatz, wia ben i doch so froh, 
schäa mag's sei' a Engel z'werda, 
aber liaber isch mers so! 
Denn daß jetzt mei' Herz ond Leaba 
so voll Freud und Glück ond Ruah, 
dees, herzliabschter Schatz, kommt eaba 
von deam oina nette Bua.

Authorship:

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Bertram Kottmann) , "The little word "You"", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Bertram Kottmann
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