Gedichte aus dem Nachlasse J. von Eichendorff's für 1 Singstimme mit Pianofortebleitung

Song Cycle by Carl Somborn (b. 1851)

Word count: 474

1. So falsch ist die Nacht [sung text not yet checked]

Überm Lande die Sterne
Machen die Runde bei Nacht,
Mein Schatz ist in der Ferne,
Liegt am Feuer auf der Wacht.

Übers Feld bellen Hunde;
Wenn der Mondschein erblich,
Rauscht der Wald auf im Grunde:
Reiter, jetzt hüte dich!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , no title, copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

When first published in 1828, the poem "Nacht" was one stanza long (usually referred to as Nacht Teil 1); in 1837, Eichendorff added Teil 2, which encompassed stanza 2; in 1839, Eichendorff added Teil 3, which encompassed stanzas 3 and 4; and in 1841 he added Teil 4, encompassing stanzas 5 and 6, and thus giving the poem its final form.


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2. Beim Erwachen [sung text not yet checked]

Tiefer ins Morgenrot versinken die Sterne alle, 
Fern nur aus Träumen dämmert dein Bild noch vorüber, 
Und weinender tauch' ich aus seliger Flut.
Aber im Herzen tief bewahr' ich die lieben Züge,
Trage sie schweigend durch des Tages Gewühle 
Bis wieder zur stillen, träumenden Nacht. 

Authorship

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Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, p. 24.


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3. Reiselied [sung text not yet checked]

Die Lerch', der Frühlingsbote,
Sich in die Lüfte schwingt; 
Eine frische Reisenote
Durck Wald und Herz erklingt.

Die Wolken ziehn hernieder,
Die Lerche senkt sich gleich, --
Gedanken gehn und Lieder 
Ins liebe deutsche Reich.

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Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, p. 4.


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4. Spielmannslied [sung text not yet checked]

Wir zogen manchen Wald entlang, 
Viel fröhliche Gesellen,
Und salutierten mit Gesang 
Die Burgen und die Quellen.

Nun sang man den zu Grabe still,
Dem sie zur Hochzeit geigen;
Der andre in den Himmel will
Auf wilden Felsen steigen.

Von den einsamen Felsensteigen 
Schau' ich ins land so weit,
Da dunkelt und rauscht's so eigen
Von der alten schönen Zeit.

Authorship

Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, p. 5.


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5. Herbstliedchen [sung text not yet checked]

Flog Waldvögelein über den See,
Lieb' grüne Zeit, lieb' grüne Zeit; -- 
Es zogen die Wolken: Ade, Ade! 
Wir fliegen mitsammen gar weit, gar weit! 

Es schaut Feinsliebchen vom hohen Saal,
Fern ziehn die Ritter im grünen Thal;
Waldvöglein sang immerfort: Ade! 
Das that Feinsliebchen im Herzen so weh. 

Authorship

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Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, p. 8.


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6. Morgendämmerung [sung text not yet checked]

Gedenk ich noch der Frühlingsnächte
Vor manchem, manchem Jahr,
Wie wir zusammen im Garten standen
Und unten über den Landen
Alles so still noch war.

Wie wir standen in Gedanken,
Bis eine Morgenglocke erwacht' -
Das alles ist lange vergangen;
Aber die Glocken, die da klangen,
Hör ich noch oft bei Nacht.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Crépuscule du matin", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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7. Nachtgruss [sung text not yet checked]

Nachts an der Küste wir vorüberfahren, 
Von der ich schied vor vielen, vielen Jahren.
Der Liebsten Haus steht dort, wo wir so fröhlich waren; 
Gott wolle sie bewahren!
 
Die Nachtigallen noch im Garten schlagen,
Wie damals in den schönen, stillen Tagen.
Was mögen sie jetzt klagen? 
Nach mir will niemand fragen.

Sonst wenn die linden in der Blüte waren,
Sahst du dort aus nach mir vor vielen, vielen Jahren, --
Ich muß vorüber fahren,
Gott wolle dich bewahren! 

Authorship

Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, pages 4-5.


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8. Einsiedler [sung text not yet checked]

Einsiedler will ich sein und einsam stehen, 
Nicht klagen, weinen, sondern büßend beten,
Du bitt' für mich dort, daß ich besser werde! 

Nur einmal, schönes Bild, laß dich mir sehen,
Nachts, wenn alle Bilder weit zurücketreten, 
Und nimm mich mit dir von der dunklen Erde.

Authorship

Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, p. 24.

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9. Lenzeswonne [sung text not yet checked]

Hat nun Lenz die silbern'n Bronnen 
  Losgebunden: 
Knie ich nieder süßbeklommen,
  In die Wunder. 

Himmelreich so kommt geschwommen 
  Auf die Wunden! 
Haft du einzig mich erkoren
  Zu den Wundern? 

In die Ferne süß verloren, 
  Lieder fluten,
Daß sie, rückwärts sanft erschollen,
  Bringen Kunde.

Was die andern sorgen wollen,
  Ist mir dunkel,
Mir will ew'ger Durst nur frommen 
  Nach dem Durste.

Was ich liebte und vernommen,
  Was geklungen,
Ist den eignen tiefen Wonnen 
  Selig Wunder! 

Authorship

Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, pages 31-32.


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