Acht Kinderlieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by August Friedrich Wilhelm Reissmann (1825 - 1903)

Word count: 834

1. Puppenliedchen [sung text not yet checked]

Wach' auf, mein Püpplein,
's ist Morgenzeit,
schon steht ein Süpplein
für dich bereit.

Horch, horch, das Geläute!
komm küsse mich!
's ist Sonntag heute,
drum putz' ich dich.

Und auf und nieder
trag' ich dich dann,
und sing' der Lieder
so viel ich kann.

Wir geh'n spazieren
im grünen Hain,
du sollst nicht frieren,
ich hüll' dich ein[.]1

Sinkt's Köpfchen nieder,
dann gute Nacht!
schon längst ist wieder
dein Bett gemacht.

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1 missing from Kücken score (typo?)

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2. Die Puppe [sung text not yet checked]

Das Mädchen
 Mutter, Mutter! meine Puppe
    Hab ich in den Schlaf gewiegt,
 Gute Mutter, komm und siehe,
    Wie so englisch sie da liegt.

 Vater wies mich ab und sagte:
    "Geh, du bist ein dummes Kind";
 Du nur, Mutter, kannst begreifen,
    Welche meine Freuden sind.

 Wie du mit den kleinen Kindern,
    Will ich alles mit ihr tun,
 Und sie soll in ihrer Wiege
    Neben meinem Bette ruhn.

 Schläft sie, werd ich von ihr träumen,
    Schreit sie auf, erwach ich gleich, --
 Meine himmlisch gute Mutter,
    O wie bin ich doch so reich!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Mother, Mother! My dolly", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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3. In der Nacht [sung text not yet checked]

Nun fängt es an zu dunkeln
im Wald und auf dem Feld,
doch tausend Sternlein funkeln
am hohen Himmelszelt.

So blitzet kein Geschmeide,
so leuchtet kein Demant,
wie an des Schöpfers Kleide
der sternbestickte Rand.

Wie sollte mir wohl grauen
in stiller, dunkler Nacht,
da über allen Auen
ein lieber Vater wacht.

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4. Wiegenlied: "Vom Berg herabgestiegen [sung text not yet checked]

Vom Berg [hinabgestiegen]1
Ist nun des Tages Rest;
Mein Kind liegt in der Wiegen,
Die [Vöglein]2 all' im Nest;
Nur ein ganz klein Singvögelein
Ruft weit daher im Dämmerschein:
"Gut' Nacht! gut' Nacht!
Lieb' Kindlein, gute Nacht!"

Das Spielzeug ruht im Schreine,
Die Kleider auf der Bank,
Ein [Mäuschen]3 ganz alleine
Es raschelt noch im Schrank,
Und draußen steht der Abendstern
Und winkt dem Kind aus weiter Fern':
"Gut' Nacht! gut' Nacht!
Lieb' Kindlein, gute Nacht!"

Die Wiege geht im Gleise,
Die Uhr [pickt]4 hin und her,
Die Fliegen nur ganz leise
[Sie]5 summen noch daher. 
Ihr Fliegen, laßt mein Kind in Ruh'!
Was [summt]6 ihr ihm so heimlich zu?
"Gut' Nacht! gut' Nacht!
Lieb' Kindlein, gute Nacht!"

Der Vogel und die Sterne,
[Die Fliegen]7 rings umher,
Sie haben mein Kind [schon]8 gerne,
Die Engel noch viel mehr. 
Sie decken's mit den Flügeln zu
Und singen leise: "Schlaf in Ruh!
Gut' Nacht! gut' Nacht!
Lieb' Kindlein, gute Nacht!"

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (John H. Anderson) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Addie Funk) , "Cradle Song"
  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "Slumbersong in Summertime"
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "In estate", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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1 Blech, Wolf, Wurm: "hinab gestiegen"; Emmerich and Mittmann: "herabgestiegen" (and further changes may exist not noted)
2 Wolf: "Vögel"
3 Blech: "Mäuslein"
4 Wolf: "tickt"
5 Blech: "Die"
6 Wurm: "summet"
7 Wolf "Und alle"
8 Wolf "so"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Lied der tapfern Soldaten [sung text not yet checked]

Jetzo heißt es: [ausmarschiret]1 
In die weite weite Welt! 
Musikanten, musiciret! 
Jetzo ziehen wir in's Feld. 
Rührt die Trommeln, blast die Flöten, 
Denn es ist uns Muth von nöthen;
Jeder muß ja sein ein Held,
Weil wir jetzo ziehn in's Feld.

Seht, wie sind wir ausstaffiret! 
Jeder ist ein Officier;
Helm und Harnisch sind gezieret 
Wunderschön mit Goldpapier.
Vorwärts geht es recht verwegen 
Mit der Flinte, mit dem Degen
Auf den Feind, Feld aus Feld ein,
In die weite Welt hinein.

Schießen kann ich, daß die Spatzen 
Fliegen fort wie Spreu und Stroh,
Und es laufen Hund' und Katzen,
Wenn ich drohe nur so so.
Wenn wir durch die Felder streifen
Und nur an den Degen greifen,
Hat schon Alles gleich Respekt,
Läuft von hinnen ganz erschreckt.

Tapfer wollen wir's drum wagen, 
Blind auf alle Feinde gehn,
Frösche, Fisch und Vögel jagen,
Wo wir irgend einen sehn.
Alles soll vor uns erschrecken,
Soll vor uns die Waffen strecken,
Alles soll es sehn geschwind,
Daß wir tapfre Helden sind.

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Confirmed with Kinder-Lieder alter und neuer zeit: Ein Gedicht-Buch für Schule und Haus gesammelt von Otto Klumpp, Zweite Auflage, Stuttgart, Rudolph Chelius, 1853, pages 86-87.

1 Reissmann, Schumann: "ausmarschieren"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Tanzen ist nicht Jedermanns [sung text not yet checked]

Der Kibitz und die Kibitzin,
Die hatten beide Einen Sinn:
Sie fingen an zu tanzen.
Sie hoben hurtig Bein um Bein
Und sprangen hoch im Sonnenschein:
Das war ein lustig Tanzen!

Die Jungfer Gans, die sah es an:
Was Andre können, ich auch kann!
Und fing auch an zu tanzen.
Ei, Jungfer Gans, was fällt dir ein?
Du brichst am Ende noch ein Bein
Mit deinem fetten Ranzen!

Die Gans, die stolpert über'n Stein
Und purzelt hin und bricht ein Bein,
Da war vorbei das Tanzen.
So mußt' es kommen, Jungfer Gans!
Das Tanzen ist nicht Jedermanns,
Laß künftig Andre tanzen!

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7. Hausfrau und Katze [sung text not yet checked]

Katze. Frau! Frau! 
Hausfrau. Ei, Kätzchen, sag', was rufst du wieder? 
 Leg' ruhig dich aufs Lager nieder! 
Katze. Schau! Schau! 
Hausfrau. Nun, Kätzchen, sag', was soll ich sehen?
 Dir ist doch wohl kein Leid geschehen? 
Katze. Au! Au! 
Hausfrau 
 Arm Kätzchen, bist ja ganz zerrissen; 
 Wer hat dich denn so arg gebissen? 
Katze. Wau! Wau! 
Hausfrau. Der Hund? Ei, der ist auch verletzet; 
 Wer hat denn ihn so grob zerfetzet? 
Katze. Miau! Miau! 
Hausfrau. Du, Kätzchen? Nun, so laß das Klagen;
 Ihr hättet sollen euch vertragen! 

Authorship

Confirmed with Buch der Erzählungen für Mütter, Kindergärtnerinnen und Lehrer von A. Köhler und Fr. Seidel, Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Weimar, Hermann Böhlau, 1885, page 38.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

8. Schneewittchen [sung text not yet checked]

Schneewittchen hinter den Bergen,
bei den sieben Zwergen,
macht sieben Bettchen mit flinker Hand,
bestreut das Stübchen mit goldnem Sand. 

Nun muss sie Feuer schüren
und muss das Süppchen rühren;
der Braten brodelt, es siedet der Fisch,
Schneewittchen deckt schneeweiss den Tisch.

Sie spült in klarem Wässerchen
die Gabeln und die Messerchen,
holt sieben Löffelchen aus dem Schrank
und putzt geschwind sie blink und blank.

Nun bringt sie aus dem Fächerchen
noch sieben goldne Bächerchen, 
rückt sieben Stühlchen von der Wand
und setzt sie um des Tisches Rand. 

So schaltet hinter den Bergen
Schneewittchen bei den Zwergen, 
bis sie auf seinen goldnen Thron 
erhebt ein junger Königssohn.

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Confirmed with Aus der Kinderstube: Niedersächsisches Kinderbuch, ein Reim- und Liederschatz für Eltern und Kinder, 1872; editor, Ludwig Grote.


Researcher for this text: Melanie Trumbull