Nachtgesänge

by Paul Kletzki (1900 - 1973)

Word count: 275

1. Nachts [sung text checked 1 time]

Ich [wandre]1 durch die stille Nacht,
Da schleicht der Mond so heimlich sacht
Oft aus der dunklen Wolkenhülle,
Und hin und her im Tal,
Erwacht die Nachtigall
[Dann]2 wieder alles grau und stille.

O wunderbarer Nachtgesang,
Von fern im Land der Ströme Gang,
Leis Schauern in den [dunklen]3 Bäumen --
Wirr'st die Gedanken mir,
Mein irres Singen hier 
Ist wie ein Rufen [nur]4 aus Träumen.

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "I wander through the quiet night", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Je me promenais par une nuit silencieuse", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Di notte", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph von Eichendorff, Sämtliche Gedichte und Versepen, Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag, 2001, page 264.

First published in the appendices to the novellas Taugenichts and Marmorbild, 1826 in the cycle Nachtbilder (no. 1)

1 Curschmann, E. Taubert: "wandle"; further changes may exist not shown above for Taubert
2 Curschmann: "Nun"
3 Curschmann, Eckert, Franz, Kletzki, Reger: "dunkeln"
4 omitted by Kiel

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Melanie Trumbull

2. Nacht für Nacht [sung text checked 1 time]

Still, es ist ein Tag verflossen.
Deine Augen sind geschlossen.
Deine Hände, schwer wie Blei,
liegen dir so drückend ferne.
Um dein Bette schweben Sterne,
dicht an dir vorbei.

Still, sie weiten dir die Wände:
Gieb uns her die schweren Hände,
sieh, der dunkle Himmel weicht -
Deine Augen sind geschlossen -
still, du hast den Tag genossen -
dir wird leicht - -

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit après nuit", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Harry Joelson

3. Winternacht [sung text checked 1 time]

I
Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur fort, nur immerfort geschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten, 
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! Friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heiß bewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen sein,
Wie hier im nächtlichen Gefilde.

II
Dort [heult]1 im tiefen Waldesraum
Ein Wolf; -- wie's Kind aufweckt die Mutter,
Schreit er die Nacht aus ihrem Traum
Und heischt von ihr sein blutig Futter.

Nun brausen über Schnee und Eis
Die Winde fort mit tollem Jagen,
Als wollten sie sich rennen heiß:
Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

Laß deine Toten auferstehn
Und deiner Qualen dunkle Horden!
Und laß sie mit den Stürmen gehn,
Dem rauhen Spielgesind aus Norden!

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Nuit d'hiver", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Widemann: "weilt"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Matthias Gräff-Schestag