Lieder des Hafis. Sieben Gesänge

Song Cycle by Adolf Jensen (1837 - 1879)

Word count: 0

1. Als einst von deiner Schöne [sung text not yet checked]

Als einst von deiner Schöne,
O meine süße Wonne,
Ein Strahl entzückter Ahnung
Durch alle Himmel hin,
Durch die nun erst erhellten,
Sich breitete - geboren
Ward eine neue Gottheit;
Die Liebe war's, der Herzen
Gewaltige Königin.

Und über den Himmel schwang sie
Den flammensprüh'nden Zepter
Mit ihrer stolzen Hand;
Allein die Engel standen
Inmitten ihrer Feuer
Eiskalt und unentbrannt.
Da faßte Zorn die Göttin;
Sie flog zur Erde nieder,
Zu fühlender Menschen Herzen
Die Fittige gewandt.
Seit jenem Tage sprühen,
Seit jenem Tage glühen
Die Flammen ihres Zepters
Durch alles ird'sche Land.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Laurie Cronin) , "Once from your beauty", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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2. Ich bin ein armes Lämpchen nur [sung text not yet checked]

Ich bin ein armes Lämpchen nur,
Ein dämmerndes in dunkler Nacht;
Du bist die lichte Morgenpracht
Aufstrahlend im Azur.
Du strahle nur, du prange nur!

Wiewohl vor deinem Angesicht
Des armen Lämpchens Auge bricht,
Ich bebe nicht, ich bange nicht;
Du leuchte nur,
Und ich vergehe gern in deinem Licht.

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3. Ich will bis in die Sterne [sung text not yet checked]

Ich will bis in die Sterne
Die Fahne der Liebe tragen;
Sie soll auf einer Wolke
Ob sämmtlichen Himmeln ragen.

Ich will im hohen Äther
Anstimmen erhabne Lieder,
Will rühmend eine Pauke
Unendlicher Ehre schlagen.

Orion und Plejade
Sie sollen im Tanze kreisen,
Und Sohre freudig horchend
Das eigene Spiel vertagen.

Tief unter mir die Wüsten,
Die sandigen, ungeheuern,
Sie sollen blüh'n und grünen
Gleich himmlischen Rosenhagen.

"Warum, Hafis?" so fragst du.
Wie magst du so thöricht fragen?
Es lächelte mir die Freundin,
Es endeten alle Klagen.

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4. Wehre nicht, o Lieb [sung text not yet checked]

Wehre nicht, o Lieb,
Wühlen in den Locken
Deines holden Hauptes
Laß mich ohne Stocken!
Denn ein eigner Trieb
Waltet, es bewältigt
Eine sympathetisch
Eigne Zaubermacht.
Wisse, meine Seele
Such' ich auf, die arme,
Die sich in die dunkle,
Labyrinth'sche Pracht,
Tief hinein verloren
In die schöne Nacht.

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5. Lockenstricke sollst du wissen [sung text not yet checked]

"Lockenstricke
Sollst du wissen,
Sind voll arger
List und Tücke;
Zarte Munde,
Schöne Blicke,
Auf sie halten
Große Stücke,
Auf sie bauen
Sein Geschicke
Wird der Weise
Nimmermehr." 

Und es wäre
Gut, wenn ich ein Weiser wär'.
Aber, ach, ich bin ein Tor,
Bin ein Rohr,
Welches in der Liebe Sturm
Schwankend allen Halt verlor,
Doch um Antwort nicht verlegen.
Mich bestricke
Lockentücke,
Mir berücke
Geist und Sinn,
Mich entzücke
Schöner Blicke,
Zarter Munde
Süße Falschheit
Immerhin!

Welch ein Glücke,
Welch ein Segen,
In dem seligen Augenblicke,
Wo ich ihrem Trug erlegen,
Wo ich traue,
Wo ich baue,
Mich getrost an sie verkaufe,
Jene schöne Mörderin!

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6. Zu der Rose [sung text checked 1 time]

Zu der Rose, zu dem Weine komm!
Her zu diesem stillen Haine komm!

Mild zu stillen meiner Sehnsucht Ach,
Denn es rührt ja selbst die Steine, komm!

Hold zu hemmen meiner Zähre Bach,
Die ich schon so lange weine, komm!

Mir zu spenden hier im Laubgemach
Edens Heil in aller Reine, komm!

Bald, o bald, daß nicht in Asche jach
Falle mein verkohlt Gebeine, komm!

Aber erst, wenn Tag und Sonne schwach,
Aber heimlich und alleine komm!

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7. Wehe mir, mein Rosenkränzlein, weh [sung text not yet checked]

Wehe mir, mein Rosenkränzlein,
Weh, es ist entzwei gesprungen,
Denn zu heiß um deine Hüfte
Hatte sich mein Arm geschlungen.

Ach, wie soll ich zelleneinsam
Läppische Gebete murmeln,
Der ich also glüh' und sprühe,
Von verliebten Huldigungen.

Also hat kein Herz gelodert,
Seit geboren ward die Liebe,
Seit in alten Wundermähren
Thaten ihrer Macht erklungen.

Seit Cosroen und Schirine,
Leila's und Medschnune waren,
Seit Ferhade voll Verzweiflung
Ihre Hände wund gerungen.

Von der unerhörten Flamme,
Welche mir im Busen wütet,
Ist die Sonne nur ein Funke,
Der sich in die Luft geschwungen.

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