5 Lieder nach Gedichten von Theodor Storm

Song Cycle by Josef Schelb (1894 - 1977)

Word count: 282

1. Meine Mutter hat's gewollt [sung text checked 1 time]

Meine Mutter hat's gewollt,
Den andern ich nehmen sollt;
Was ich zuvor besessen,
Mein Herz sollt es vergessen;
Das hat es nicht gewollt.

Meine Mutter klag ich an,
Sie hat nicht wohlgetan;
Was sonst in Ehren stünde,
Nun ist es worden Sünde.
Was fang ich an?

Für all mein' Stolz und Freud
Gewonnen hab ich Leid.
Ach, wär das nicht geschehen,
Ach, könnt ich betteln gehen
Über die braune Heid!

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Im Walde [sung text checked 1 time]

Hier an der Bergeshalde
Verstummet ganz der Wind;
Die Zweige hängen nieder,
Darunter sitzt das Kind.

Sie sitzt in Thymiane,
Sie sitzt in lauter Duft;
Die blauen Fliegen summen
Und blitzen durch die Luft.

Es steht der Wald so schweigend,
Sie schaut so klug darein;
Um ihre braunen Locken
Hinfließt der Sonnenschein.

Der Kuckuck lacht von ferne,
Es geht mir durch den Sinn:
Sie hat die goldnen Augen
Der Waldeskönigin.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Lied des Harfenmädchens [sung text checked 1 time]

Heute, nur heute 
bin ich so schön,
morgen, ach, morgen
muß alles vergeh'n!

Nur diese Stunden
bist du noch mein;
sterben, ach, sterben
soll ich allein.

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "Today, just for today", written 2011, copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Aujourd'hui, juste aujourd'hui", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Note: Reger SW lists this as "Dichter[in] unbekannt" (unknown poet)
Sometimes included in anthologies as "Lied des Harfenmädchens"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

4. Als ich dich kaum geseh'n [sung text checked 1 time]

Als ich dich kaum geseh'n,
Mußt es mein Herz gestehn,
Ich könnt dir nimmermehr
Vorübergehn.

Fällt nun der Sternenschein
Nachts in mein Kämmerlein,
Lieg ich und schlafe nicht
Und denke dein.

Ist doch die Seele mein
So ganz geworden dein,
Zittert in deiner Hand,
Tu ihr kein Leid!

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  • ENG English [singable] (Florence Z. Marshall) , "Im Volkston"
  • ENG English (Emily Ezust) , copyright © 2012
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Dr. Albert Schelb

5. Einen Brief soll ich schreiben [sung text checked 1 time]

Einen Brief soll ich schreiben
Meinem Schatz in der Fern;
[Sie hat mich gebeten,
Sie]1 hätt's gar zu gern.

[ ... ]

Als wir noch mitsammen 
Uns lustig gemacht,
[Da haben wir nimmer]2
Ans Schreiben gedacht.

[Was hilft mir nun Feder
Und Tint' und Papier!]3
Du weißt, die Gedanken 
Sind allzeit bei dir.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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1 Reger, Schelb: "Er hat mir geschrieben,/ er"
2 Reger, Schelb: "Hat sie nicht, hab ich nicht "
3 Reger, Schelb: "Was nützt mir nun Tinte / Und Feder und Papier?"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]