Serenaten beym Klavier zu singen

Song Cycle by Christian Gottlob Neefe (1748 - 1798)

Word count: 796

1. Erste Serenate [sung text checked 1 time]

Wach auf, geliebter Schläfer! 
Wach auf, die Liebe ruft.
Weckt dich die Silberstimme,
Weckt dich der Rosenfittig
Der holden Göttinn nicht?

Durch stiller Schatten Dunkel
Sucht einsam dich mein Blick;
Streckt einsam meine Rechte
Sich hin nach dir, du Trauter!
Wach auf, die Liebe ruft!

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "First serenade", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with A.G. Meißners sämmtliche Werke, Dritter Band, Theater, Dritter Theil, Wien: in Commission bey Anton Doll, 1813, page 22.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Zweyte Serenate [sung text checked 1 time]

Süßes Liebchen, [ach, erscheine]1!
Sieh, mein Lager flieht die Ruh. 
Stiller Schlummer deckt die Haine,
Schließt des Städters Auge zu.
Doch der Liebe Kummer 
Hat, mit kalter Hand,
[Ruhe,]2 Traum und Schlummer 
Von mir weggebannt.

Leuchte wieder, wie Lucine
Am entwölkten Himmel lacht!
Schon dein Auge, Wilhelmine,
Scheucht das Grau'n der Mitternacht; 
Und ein einzig Lächeln
Macht die Wüste grün,
Laue Zephyrs fächeln
Und die Rosen blühn.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Second serenade", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with A.G. Meißners sämmtliche Werke, Dritter Band, Theater, Dritter Theil, Wien: in Commission bey Anton Doll, 1813, pages 11-12.

1 Neefe (when the first stanza is repeated): "ich erscheine"
2 Neefe: "Ruh und"

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3. Dritte Serenate [sung text checked 1 time]

Subtitle: (Als der Liebende von einer Masquerade nach Hause gieng.)

Liebchen, schön wie Frühlingsnacht,
Wenn sie über Fluren lacht!
Ist von Schlaf verdrossen,
Schon dein Aeuglein zugeschlossen?
Oder gönnst du, Holde, mir
Noch den kleinsten Blick von dir?

Unter Tanz und Spiel vollbracht
Ist die liebe lange Nacht.
Warum muß dein Fehlen
Mich sonst Wonnetrunknen quälen?
Kleinod aller Sterblichen,
O erschein am Fensterchen!

Wie der Mond so lieblich lacht!
Still ist Lust und still ist Nacht!
Keine Winde rauschen;
Keine Neiderohren lauschen;
O wenn dir mein Herz gefällt,
Komm, du Schmuck der jungen Welt!

Du nur hättest diese Nacht
Mich zum frohsten Gott gemacht!
Ach! wie ich die suchte!
Nirgends fand und heimlich fluchte!
Mir war aller Masquentanz
Spreu für deiner Augen Glanz.

Komm du Stern in stiller Nacht,
Eh des Nachbars Haus erwacht!
Hart ist deine Pforte;
Doch nur wenig, wenig Worte;
Und ich tauschte mein Geschick
Nicht mit Nadirs Helden-Glück.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Third Serenade", subtitle: "(As the lover was walking home from a masquerade.)", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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4. Vierte Serenate [sung text checked 1 time]

  Düster liegt die Nacht umher;
Jedes Aug ist schlummerschwer, 
Jede Flur ist menschenleer;
Aber [nur ich, ich wache noch]1! 
Aber nur ich, trautes Julchen, ich fühle noch 
Schlummer und Traumgesicht 
[Ruhe]2 und Erquickung nicht.

  Mädchen mit dem Rosenmund,
O, wie ist mein Herz so wund!
[Flieh]3 der Liebe süßen Bund,
Flieh [ihn]4, Mädchen, länger nicht mehr!
Damit nicht der Sorgen ertödtendes Heer,
Eh' als mein Lenz verblüht,
In die Grube mich zieht.

  Bey der [Liebe liebstem]5 Sohn,
Bey Cytherens Götterthron,
Fleh [ich]6: halt, o halte den Lohn
Meiner Treu nicht länger mir auf!
[Dieses Zährenstroms]7 gewaltiger Lauf 
Und dieß bleiche Gesicht --
Ach! erweicht es dich nicht?

  Düster liegt die Flur umher,
Donnerwolken ziehen schwer
Am [nächtlichen]8 Himmel daher;
O wie gleicht mein Herz dieser Nacht!
Doch so bald nur, Schönste, dein [Aug']9 mir lacht,
Dann drohe, was da will;
Himmel und Herz wird still.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with A.G. Meißners sämmtliche Werke, Fünfter Band, Gedichte, Dritter Theil, Wien: in Commission bey Anton Doll, 1813, pages 163-164.

1 Neefe: "ich wache doch"
2 Neefe: "Ruh' "
3 Neefe: "Knüpf"
4 Neefe: "mich"
5 Neefe: "Liebe, liebster"
6 Neefe: "ich dich"
7 Neefe: "Dieser Zähren"
8 Neefe: "trüben"
9 Neefe: "Auge"

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5. Fünfte Serenate [sung text checked 1 time]

Im Schnee begraben starret
  Die trauernde Natur; 
Kein muntrer Vogel harret,
  Auf der verwais'ten Flur; 
Gefroren sind die Teiche, 
Entblättert die Gesträuche,
  Und rings umher die Welt ein Grab.

[Aber nur ich, ich]1 harre
  Vor deiner öden Thür: 
Auf ländlicher [Quitarre]2
  Sing ich ein Lied von dir; 
Seh' mit [gelass'ner]3 Seele, 
Aus [Äols schwärz'ster Höhle]4
  Den Nordwind stürzen, der mir droht.

O der ist nicht der Küsse
  Der Götterlippe werth,
Der nicht für dich, du Süße,
  Gefahr und Schmerz begehrt:
Nicht, [Trotz]5 der schwersten Bürde,
  Gelassen lächeln würde,
Wenn ihm dein Bild vor Augen schwebt!

Doch gütigste Themire,
  Sanft, wie der jüngste West,
[Eröffne mir die]6 Thüre,
  Eh' mich mein Geist verläßt!
Schon starren meine Glieder;
Bald sink' ich kraftlos nieder,
  Und schlumm're hin, in ew'ge Nacht.

Mit meinen letzten Blicken
  Würd' ich nach dir [noch]7 seh'n:
Noch nennte mit Entzücken
  Mein letzter Hauch dich schön!
Doch dieser Lohn der Treue,
Er würde später Reue,
  Zu später Wehemuth Mutter seyn.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , subtitle: "Struck up in December 1775", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with A.G. Meißners sämmtliche Werke, Fünfter Band, Gedichte, Dritter Theil, Wien: in Commission bey Anton Doll, 1813, pages 165-166.

1 Neefe: "Nur ich, ach! ich nur"
2 Neefe: "Guitarre"
3 Neefe: "gelaßner"
4 Neefe: "Aeols schwärzter Höle"
5 not capitalized in Neefe
6 Neefe: "Eröfne [sic] deine"
7 Neefe: "nur"

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6. Sechste Serenate [sung text checked 1 time]

Der Regen ströhmt; der Sturm ist erwacht;
Verlassen lieg ich hier in einsamer Nacht! 
Verlassen, ach! lieg ich hier vor der Grausamen Thür!
O sie! -- sonst mein Leitstern, mein Entzücken, 
Sie, das Mädchen mit den Engelblicken, 
Sie riß sich, ach! riß sich von mir!

Regen ströhme! Sturm erwache! 
Donnre laut, du Donner der Rache! 
Donnre laut! 
Da liegt sie, die mir versprochene Braut,
In des Verräthers Arm
Von Wollust berauscht, von Küssen warm.

Heraus! heraus aus dem Rausche deines Schlummers! 
Bald werden die Töne des sterbenden Kummers 
Den Schlaf von deinem Bette scheuchen.
Träume des Schreckens, Bilder von Leichen, 
Werden um dein Lager stehn, 
Werden Dolche dir im Busen, 
Nattern in dein Herz dir drehn.

Und auch ich, den du erwürgest,
Werde blutig unter dem Haufen dir winken;
Dann wirst du umsonst mit bittender Geberde,
An [sic] Busen deines Lieblings sinken;
Dann wird des Gewissens Folterpein
Dein Begleiter am Tage,
Dein Verfolger in Nächten seyn!

Ach! so kehre, weil noch Zeit ist, kehre wieder!
Warst ja sonst so zärtlich, warst so engelschön!
Sieh, verziehn ist dein Vergehn;
Holder Stern, nur leuchte wieder!  
Leuchte, eh des letzten Abends Dunkel
Schaudervoll mein Leben schließt;
Und die letzte bange Thräne
Vom gebrochnen Auge fließt.

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It is based on

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Sixth serenade", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Anhang [sung text checked 1 time]

Subtitle: Serenate, aus Claudine von Villa Bella

Liebliches Kind,
Kannst du mir sagen,
[Sagen warum
Zärtliche Seelen
Einsam und stumm]1
Immer sich quälen,
Selbst sich [betrügen]2,
Und ihr Vergnügen
Immer nur [ahnden]3,
Da wo sie nicht sind?
Kannst du mir's sagen,
Liebliches Kind?

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Serenade (Lieftallig kind)", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Lovely child, can you tell me", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Mia cara fanciulla", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with J.W. Goethe, Claudine von Villa Bella, Ein Schauspiel mit Gesang, Berlin: bey August Mylius, 1776, page 68.

1 Brahms, Bruch, Neefe, and some others: "Warum einsam und stumm / Zärtliche Seelen"
2 Brahms: "betrüben"
3 Brahms, Bruch: "ahnen"

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