Tag des Jahrs

Song Cycle by Kaija Saariaho (b. 1952)

Word count: 270

1. Der Frühling [sung text checked 1 time]

Wenn neu das Licht der Erde sich gezeiget,
Von Frühlingsregen glänzt das grüne Thal und munter
Der Blüthen Weiß am hellen Strom hinunter,
Nachdem ein heitrer Tag zu Menschen sich geneiget.

Die Sichtbarkeit gewinnt von hellen Unterschieden,
Der Frühlingshimmel weilt mit seinem Frieden,
Daß ungestört der Mensch des Jahres Reiz betrachtet,
Und auf Vollkommenheit des Lebens achtet.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le printemps", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

The poem has this at the end:
Mit Unterthänigkeit,
Scardanelli
d. 15. Merz 1842

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Der Sommer [sung text checked 1 time]

Die Tage gehn vorbei mit sanfter Lüfte Rauschen,
Wenn mit der Wolke sie der Felder Pracht vertauschen,
Des Tales Ende trifft der Berge Dämmerungen,
Dort, wo des Stromes Wellen sich hinabgeschlungen.
 
Der Wälder Schatten sieht umhergebreitet,
Wo auch der Bach entfernt hinuntergleitet,
Und sichtbar ist der Ferne Bild in Stunden,
Wenn sich der Mensch zu diesem Sinn gefunden.

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The poem has this beneath it:
Scardanelli
d. 24. Mai 1758

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

3. Der Herbst [sung text checked 1 time]

Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.
 
Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen

Die Zweig und Äste durch mit frohem Rauschen,
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebet
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.

Authorship

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'automne", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

The poem has this beneath it: "d. 15ten Nov. 1759"

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

4. Der Winter [sung text checked 1 time]

Wenn sich der Tag des Jahrs hinabgeneiget
Und rings das Feld mit den Gebirgen schweiget,
So glänzt das Blau des Himmels an den Tagen,
Die wie Gestirn in heitrer Höhe ragen.
 
Der Wechsel und die Pracht ist minder umgebreitet,
Dort, wo ein Strom hinab mit Eile gleitet,
Der Ruhe Geist ist aber in den Stunden
Der prächtigen Natur mit Tiefigkeit verbunden.

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  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "L'hiver", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Mit Unterthänigkeit,
Scardanelli
d. 24. Januar 1743 

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