8 Hebrew Melodies (Hebräische Melodien) by Lord Byron. Deutsch v. A. Böttger

Song Cycle by Max Seifriz (1827 - 1885)

Word count: 827

1. Sie geht in Schönheit [sung text not yet checked]

Sie geht in Schönheit, gleich der Nacht 
In wolkenlosem Sternenlicht ; 
Des Schattens und des Lichtes Pracht 
Eint sich in ihrem Angesicht: 
Aus dem ein milder Schimmer lacht,
Den stets dem grellen Tag gebricht.

Ein Stral hinweg, ein Schatten mehr. 
Und fort würd' auch die Anmuth sein, 
Die aus dem Rabenlockenmeer 
Die Stirn umglänzt mit sanftem Schein, 
Wo die Gedanken süß und hehr 
Verkünden, daß ihr Wohnsitz rein.

Und auf der Stirn, dem Wangenpaar,
Spricht von dem reinsten Jugendmuth
So sanft beredt, so ruhig klar
Des Lächelns Reiz, der Farben Glut,
Von einem Herzen wunderbar.
Wo Liebe voller Unschuld ruht.

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2. Die Harfe der Gottgeliebten [sung text not yet checked]

Die Harfe hat des Gottgeliebten Hand,
Der königliche Sänger einst geschlagen!
Musik hat sie geheiligt und empfand
Bei ihrem Klang ein seelenvolles Klagen;
Ihr Schweigen wird nun doppelt schwer [sie tragen!]1
Sie weckte selbst im eh'rnen Mann Gefühl, 
Lieh manche Tugend ihm, die er nicht kannte; 
Es war kein Ohr so stumpf, kein Herz so kühl, 
Das nicht bei ihrer Töne Klang entbrannte, 
Bis man sie mächt'ger als den Thron benannte.

Sie sang einst unsres Königs Sieg und Glanz,
Sie pries den Ewigen mit tausend Heilen,
Sie ließ sich drehn der Hügel bunten Kranz,
Die Cedern wanken und die Thäler eilen,
Gen Himmel schwebt ihr Ton, um dort zu weilen.
Auf Erden zwar verklang sie jedem Ohr,
Andacht mit ihrer Tochter Liebe schüren
Nur noch die Herzen an mit einem Chor
Von [Tönen,]2 Träumen, die vom Himmel rühren
Und die kein Licht des Tages kann entführen.3

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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1 Végh: "ertragen..."
2 Végh: "Tönen und"
3 Végh adds: "die kein Licht des Tages entführt!"

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3. Wenn in der Welt [sung text not yet checked]

Wenn in der Welt, die droben liegt,
  Sich noch die Liebe wird bewähren,
Uns dort ein Herz entgegenfliegt
  Mit treuem Blick, doch ohnen Zähren -
Dann seid willkommen, fremde Sphären,
  Dann sei willkommen Sterbenszeit,
Wo wir uns frei von Furcht verklären
  In deinem Licht, o Ewigkeit!

So muss es sein; das Selbst nicht macht
  Am Grabesrand uns so erheben,
Dass wir noch selbst im Todesschacht
  An unserm fliehenden Dasein kleben.
O! denket nur an jenes Leben,
  Wo sich das Herz dem Herzen weiht,
Wo Seelen sich um Seelen weben
  Beim Tranke der Unsterblichkeit.

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4. Die wilde Gazelle [sung text not yet checked]

Wild springt auf Juda die Gazelle
Noch froh die Höh'n entlang,
Und trinkt noch aus lebend'ger Quelle,
Die heil'gem Grund entsprang.
Ihr luft'ger Tritt, ihr Blick voll Glut
Schweift noch mit ungezähmtem Muth. 

So flücht'ge Schritt' und hell're Blicke 
Hat Juda schon gewahrt, 
Eh' dort gedrückt ward vom Geschicke
Ein Volk von schön'rer Art.
Zwar Cedern wehn auf Libanon -- 
Doch Juda's Mädchenschaar entronn.

O sel'ger ist die Palm' im Hage,
Als Israels Geschlecht,
Sie bleibt und senkt in schöner Lage
Der Wurzeln fest Geflecht:
Nicht scheiden kann sie, wo sie stand --
Nicht blühn will sie in fremdem Land.

Wir suchen, nur dem Leid zum Raube,
Ein Grab in fremder Welt,
Und nicht zu unsrer Väter Staube
Wird unser Staub gesellt:
Der Tempel fiel und auf dem Thron
Von Salem sitzt der bittre Hohn! --

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5. O weint um sie [sung text not yet checked]

   O weint um sie, die einst an Babels Strand 
Geweint, -- ihr Tempel wüst, ein Traum ihr Land! 
Weint um die Harfe Juda's, die zersprang, --
Abgötter sind, wo einst ihr Gott sich schwang.

   Wo badet Israel den wunden Fuß?
Wann hallt von Zion süßer Liedergruß?
Wann wieder wird von Juda's Sang berauscht
Das Herz, das sonst dem Himmelston gelauscht?

   Du Stamm mit irrem Fuß und müder Brust,
Wann wirst du eingehn in der Ruhe Lust?
Die Taube hat ihr Nest, der Fuchs die [Schluft]1,
Der Mensch die Heimat -- Juda nur die Gruft!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Adolf Böttger, Byron's sämmtliche Werke, Erster Band Hebräische Melodien. Stunden der Muße, Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1841, page 9.

1 Hiller: "Kluft"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Sauls Schlachtlied [sung text not yet checked]

Feldherrn und Krieger, wenn Speer oder Schwert 
Die heiligen Schaaren zu führen mir wehrt,
Sperrt auch die Leiche des Königs den Pfad,
Grabt euern Stahl in die Herzen von Gad!

Du, der den Bogen mir trägt und den Schild,
Dächten Saul's Krieger auf Flucht im Gefild,
Strecke mich nieder vom Herzblute feucht,
Mein sei das Loos, welches Jene verscheucht.

Fahrt wohl nun, ihr Andern! nie scheid' ich von dir, 
Sohn meines Herzens, du König nach mir. 
Hell funkelt die Krone, -- frei sei die Macht, 
Oder uns fürstlicher Tod in der Schlacht.

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7. Ich sah die Thräne [sung text not yet checked]

Ich sah die Thräne voll und rein
In deines Auges Blau,
Ein Veilchen schien es mir zu sein,
Benetzt von Perlenthau.
Ich sah dich lächeln -- da erblich
Im Nu des Sapphirs Schein,
Des Aug's lebend'gem Glanze wich
Der stralenvolle Stein.

Wie Wolken oft der Sonne Pracht 
In sanfte Farben taucht, 
Die selbst des Abends Schattennacht 
Vom Himmel nicht verhaucht: 
So leiht dein Lächeln reines Glück 
Des Herzens trübem Sinn, 
Und läßt ihm einen Glanz zurück, 
Der leuchtet drüber hin.

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8. Dein Leben schied [sung text not yet checked]

Dein Leben schied, dein Ruhm begann;
Es kündet Volksgesang, 
Wie dir, o Held, kein Sieg entrann, 
Wie gut dein Schwert sich schwang! 
Wie uns dein Muth Triumph gewann, 
Und Freiheit uns errang!

Du fielst; doch weil wir frei sind, soll
Dem Ruhm den Tod bestehn,
Das edle Blut, das dir entquoll,
Das darf nicht untergehn,
Die Adern mach's uns feuervoll!
Mag uns dein Geist durchwehn!

Dein Name sei das Heer entlang
Der Schlachtruf unsrer Reih'n.
Jungfrauen werden Chorgesang
Nun deinem Falle weihn!
Nicht Thränen braucht, wer Ruhm errang,
Du darfst beweint nicht sein.

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