Lieder aus Spanien

Song Cycle by Friedrich Hieronymus Truhn (1811 - 1886)

Word count: 376

1. Der Zigeunerknabe im Norden [sung text not yet checked]

Fern im Süd das schöne Spanien,
Spanien ist mein Heimatland,
Wo die schattigen Kastanien
Rauschen an des Ebro Strand,
Wo die Mandeln rötlich blühen,
Wo die süße Traube winkt
Und die Rosen schöner glühen
Und das Mondlich gold'ner blinkt.

Lang schon wandr' ich mit der Laute
Traurig hier von Haus zu Haus,
Doch kein helles Auge schaute
Freundlich noch nach mir heraus.
Spärlich reicht man mir die Gaben,
Mürrisch heißet man mich gehn;
Ach den armen braunen Knaben
Will kein einziger verstehn.

Dieser Nebel drückt mich nieder,
Der die Sonne mir entfernt,
Und die alten lust'gen Lieder
Hab ich alle schon verlernt.
Ach, in alle Melodien
Schleicht der eine Klang sich ein:
In die Heimat möcht ich ziehen,
In das Land voll Sonnenschein!

Als beim letzten Erntefeste
Man den großen Reigen hielt,
Hab ich jüngst das allerbeste
Meiner Lieder aufgespielt.
Doch, wie sich die Paare schwangen
In der Abendsonne Gold,
Sind auf meine dunkeln Wangen
Heiße Tränen hingerollt.

Ach, ich dachte bei dem Tanze
An des Vaterlandes Lust,
Wo im duft'gen Mondenglanze
Freier atmet jede Brust,
Wo sich bei der Zither Tönen
Jeder Fuß beflügelt schwingt
Und der Knabe mit der Schönen
Glühend den Fandango schlingt.

Nein! des Herzens sehnend Schlagen
Länger halt ich's nicht zurück;
Will ja jeder Lust entsagen,
Laßt mir nur der Heimat Glück!
Fort zum Süden, fort nach Spanien!
In das Land voll Sonnenschein!
Unterm Schatten der Kastanien
Muß ich einst begraben sein!

Authorship

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  • ENG English (Anja Bunzel) , "The Spanish zither player", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

alternate title: "Der Zigeunerbube im Norden"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Der Hidalgo [sung text not yet checked]

Es ist so süß, zu scherzen
Mit Liedern und mit Herzen
Und mit den ernsten Streit.
Erglänzt des Mondes Schimmer,
Da treibt's mich fort vom Zimmer
Durch Platz und Gassen weit;
Da bin zur Lieb' ich immer
Wie zum Gefecht bereit.

Die Schönen von Sevilla
Mit Fächern und Mantilla
Blicken den Strom entlang;
Sie lauschen mit Gefallen,
Wenn meine Lieder schallen
Zum Mandolinenklang.
Und dunkle Rosen fallen
Mir vom Balkon zum Dank.

Ich trage, wenn ich singe,
Die Zither und die Klinge
[Von Toledanischem]1 Stahl.
Ich sing' an manchem Gitter 
Und höhne manchen Ritter
Mit keckem Lied zumal,
[Der Dame]2 gilt die Zither,
Die Klinge dem Rival.

Auf denn zum Abenteuer,
Schon losch der Sonne Feuer
[Hinter]3 der Berge aus.
Der Mondnacht Dämmrungsstunden,
Sie bringen Liebeskunden,
Sie bringen blut'gen Strauß;
Und Blumen oder Wunden
Trag' morgen ich nach Haus.

Authorship

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De hidalgo", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The hidalgo", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "L'hidalgo", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann: "Vom Toledan'schen"
2 Schumann: "Den Damen"
3 Schumann: "Jenseits"

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