Vier altdeutsche Lieder aus dem Wunderhorn für Männerchor

Song Cycle by Max Joseph Beer (1851 - 1908)

Word count: 645

1. Klage und Trost [sung text not yet checked]

Ich [hört]1 ein Sichlein rauschen,
Wohl rauschen durch das Korn,
Ich hört [ein Mägdlein]2 klagen,
Sie hätt ihr Lieb verlorn.
 
Laß rauschen. Lieb, laß rauschen,
Ich acht [nicht]3, wie es geh,
[Ich tät mein Lieb vertauschen]4
In [Veilchen und im Klee.]5
 
[Du hast ein Mägdlein worben
In Veilchen und im Klee,]6
So steh ich hier alleine,
Tut meinem Herzen weh.
 
Ich hör ein Hirschlein rauschen
Wohl rauschen durch den Wald,
Ich hör mein Lieb sich klagen,
Die Lieb verrauscht so bald.
 
Laß rauschen. Lieb, laß rauschen,
Ich weiß nicht, wie mir wird,
Die Bächlein immer rauschen,
Und keines sich verirrt.

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  • DUT Dutch (Nederlands) (Lidy van Noordenburg) , "Ik hoord' een beekje ruisen", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Laisse bruire, amour, laisse bruire", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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Part of this text is used in Mengelberg's Erinnerung beim Wein.
1 Brahms: "hörte"; Eggers: "hör"
2 Heinemann: "eine feine Magd"
3 Heinemann: "nit"
4 Heinemann: "Ich hab mir ein'n Buhlen erworben"
5 Brahms: "Veiel und grünem Klee" ; Heinemann: "Veil und grünem Klee"
6 Brahms: "Hast du ein Buhlen erworben / In Veiel und grünem Klee" ; Heinemann: "Hast du ein Buhl'n erworben / In Veil und grünem Klee

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2. Es wollt' ein Mädchen brechen gehn die Rosen [sung text not yet checked]

Es wollt ein Mädchen brechen
gehn die Rosen in der Heide;
Was fand sie da am Wege stehn?
Ein Hasel, die war grüne.
Was fand sie da am Wege stehn?
Ein Hasel, die war grüne.

Gutn Tag, gutn Tag, lieb Hasel mein,
Warum bist du so grüne?
Hab Dank, hab Dank, wacker Mägdelein,
Warum bist du so schöne?
Hab Dank, hab Dank, wacker Mägdelein,
Warum bist du so schöne?

Warum daß ich so schöne bin,
Das will ich dir wohl sagen;
Ich eß weiß Brot, trink kühlen Wein,
Davon bin ich so schöne;
Ich eß weiß Brot, trink kühlen Wein,
Davon bin ich so schöne.

Iß'st du weiß Brot, trinkst kühlen Wein
Und bist davon so schöne,
So fällt alle Morgen Tau auf mich,
Davon bin ich so grüne.
So fällt alle Morgen Tau auf mich,
Davon bin ich so grüne.

So fällt alle Morgen Tau auf dich
Und bist davon so grüne;
Wenn aber ein Mädchen seinen Kranz verliert,
Sie kriegt ihn nimmer wieder.
Wenn aber ein Mädchen seinen Kranz verliert,
Sie kriegt ihn nimmer wieder.

Wills Mädchen ihren Kranz behalten,
Zu Hause muß sie bleiben;
Darf nicht auf alle Narrentanz gehn,
Die Narrentanz muß sie meiden.
Darf nicht auf alle Narrentanz gehn,
Die Narrentanz muß sie meiden.

Hab Dank, hab Dank, lieb Hasel mein,
Daß du mir das gesaget,
Hatt mich sonst heut aufn Narrentanz bereit't,
Zu Hause will ich nun bleiben.
Hatt mich sonst heut aufn Narrentanz bereit't,
Zu Hause will ich nun bleiben.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Het meisje en de hazelaar", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Christian Anderson) , "The girl and the hazelnut", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La fille et le noisetier", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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3. Der Falke [sung text not yet checked]

Wär ich ein wilder Falke
ich wollt mich schwingen auf
und wollt mich niederlassen
vor eines Grafen Haus.

Denn darin lebt ein Mädlein
Magdalena ist sie genannt
so hab ich freier Berggesell
kein schöner brauns Meidlein erkannt

An einem Montag es geschah
an einem Montag sehr früh
da sah ich die schöne Magdalena
in Vaters Garten ausgehn.

Da sie nun in den Garten kam
wohl unter die Linden lief
da lag ich freier Berggesell
darunter süß und schlief

"Wohlauf mein Berggesell geschwinde
denn es ist an der Zeit
Ich hör die Schlüsselein klingen
mein Mutter ist nit weit"

"Hörst du die Schlüsselein klingen
und ist dein Mutter nit weit
so flieh mit mir von hinnen
wohl über die Heiden breit."

Ich nahm sie bei der Hände
bei ihrer schneeweißen Hand
und führt sie an ein Ende
wo ich ein Herberg fand.

Da lagen wir zwei in Freuden
bis auf dritthalbe Stund
"Kehr dich rum, schöne Magdalena
beut mir dein roten Mund"

"Du sagtst mir wohl von Kehren
sagst mir von keiner Eh
und wär es nicht geschehen
geschäh's doch nimmermehr"

Und wer dies Liedlein gesungen
von neuem gesungen hat
Ein freier Berggesell ist er genannt
auf St. Annaberg in der Stadt.

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4. Ich hört' ein Fräulein klagen [sung text not yet checked]

Ich hört ein Fräulein klagen,
Fürwahr ein weiblich Bild,
Ihr Herz wollt ihr verzagen,
Durch einen Jüngling mild.
Das Fräulein sprach mit Listen:
»Er liegt an meinen Brüsten
Der Allerliebste mein.

Warum sollt ich aufwecken
Den Allerliebsten mein,
Ich fürcht es möcht erschrecken
Das junge Herze sein;
Er ist mein Herz-Geselle,
Er liegt an seiner Stelle,
Wie gern ich bey ihm bin.

Er ist mein Kindlein kleine,
Er athmet noch so heiß,
Und daß er nur nicht weine,
Ich sang ihn ein so leis!«
Das Fräulein sagt mit Listen:
»Es schläft an meinen Brüsten,
Der Allerliebste mein.«

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