Alte Lieder aus Volksmund für Männerchor gesetzt

Song Cycle by Franz Magnus Böhme (1827 - 1898)

Word count: 494

1. Die Linde im Thal [sung text not yet checked]

Es steht eine Lind' [im tiefen]1 Thal, 
Darunter bin so manche Mal,
    So manche Mal
Mit meinem lieb gesessen.

Jetzt steht der Baum so dürr und kahl;
Mein Schatz ist über Berg und Thal,
    Ja Berg und Thal,
Der hat mich wohl vergessen!

Und auf dem Berg, da steht ein Haus,
Da gieng mein Lieb wohl ein und aus,
    Wohl ein und aus,
Unb sah in Thal hernieder;

Jetzt tobet dort der Stürme Grauß, --
Mein Schatz, der zog ins Land hinaus,
    Ins Land hinaus.
Und kehret nimmer wieder!

Und ob dem Haus da steht ein Stern,
Der sieht mein Lieb wohl in der Fern,
    Wohl in der Fern
Fortwandeln durch die Gassen;

Ich hatte meinen Schatz so gern,
Geklaget sei es Gott dem Herrn,
    Ja Gott dem Herrn,
Daß er mich hat verlassen.

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1 Kissling: "in jenem" ; further changes may exist not noted above.

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2. Wassernoth [sung text not yet checked]

Zu Koblenz auf der Brücken
Da lag ein tiefer Schnee,
Der Schnee der ist verschmolzen,
Das Wasser fließt in See. 

Es fließt in Liebchens Garten,
Da wohnet niemand drein,
Ich kann da lange warten,
Es wehn zwei Bäumelein. 

Die sehen mit den Kronen
Noch aus dem Wasser grün,
Mein Liebchen muß drin wohnen,
Ich kann nicht zu ihr hin. 

Wenn Gott mich freundlich grüßet
Aus blauer Luft und Tal,
Aus diesem Flusse grüßet,
Mein Liebchen mich zumal. 

Sie geht nicht auf der Brücken,
Da gehn viel schöne Fraun,
Sie tun mich viel anblicken,
Ich mag die nicht anschaun.

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3. Was ich möchte [sung text not yet checked]

Stehn zwei Stern am hohen Himmel,
leuchten heller als der Mond.

Ach, was wird mein Schätzel denken
weil ich bin so weit von ihr.

Gold und Silber, Edelsteine,
schönster Schatz, gelt du bist mein.

Ich bin dein, du bist mein,
ach, was kann denn schöner sein!

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4. Gruss [sung text not yet checked]

[Wenn]1 zu mei'm Schätzel kommst,
sag', ich laß grüßen; 
wenn sie fragt,
wie mir's geht,
wie es steht,
wie mir's geht:
sag', auf zwei Füßen, heidideriderallala! 
 
Wenn sie fragt, ob ich krank?
Sag', ich sei g'storben;
wenn's an zu weinen fangt,
klagen fangt, weinen fangt:
sag', ich komm morgen,
heidideriderallala!
sag', ich komme morgen, heidideridera!
 
Mädel, trau' nit so wohl,
du bist betrogen;
daß ich dich gar nit mag,
nimmer mag, gar nit mag,
das ist erlogen,
heidideriderallala!
das ist erlogen, heidideridera!

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1 Héritte-Viardot: "Wann"; further changes may exist not shown above.

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5. Nachtigall ich hör' dich singen [sung text not yet checked]

Nachtigall, ich hör dich singen,
Das Herz möcht' mir im Leib zerspringen,
Komme doch und sag mir bald,
Wie ich mich verhalten soll.

Nachtigall, ich seh dich laufen,
An dem Bächlein tust du saufen,
Du tunkst dein klein Schnäblein ein,
Meinst, es wär' der beste Wein.

Nachtigall, wo ist gut wohnen?
Auf den Linden, in den Kronen,
Bei der schön' Frau Nachtigall:
Grüß mein Schätzchen tausendmal!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Madame Nightingale", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Madame rossignol", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Madame Rossignol", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Achim von Arnims Werke, ausgewählt und herausgegeben von Reinhold Steig, Dritter Band, Leipzig: Insel-Verlag, 1911, page 304

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6. Kein Glück noch Stern [sung text not yet checked]

Es fiel ein Reif in [der]1 Frühlingsnacht 
wohl über die [schöne]2 [Blaublümelein]3,
sie sind verwelket, verdorret.

Ein Knabe hatt' ein Mägdlein lieb, 
sie liefen heimlich von Hause fort,
es wußt's nicht Vater, noch Mutter.

Sie liefen weit [ins fremde Land]4,
sie hatten weder Glück, noch Stern,
sie sind verdorben, gestorben.

Auf ihrem Grab Blaublümlein blühn,
Umschlingen sich treu, wie sie im Grab,
Der Reif sie nicht welket, nicht [dörret]5.

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See also Backer-Grøndahl's song, which uses some of this text.

1 omitted by Knab, Petersen, Rheinberger.
2 Rheinberger: "schönen"
3 Petersen, Knab: "Blümelein"
4 Knab: "von Hause fort"
5 Rheinberger: "dorret"

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