German (Deutsch) translations of Sechs Lieder, opus 12
by Bruno Walter (1876 - 1962)
Der Winter mag scheiden, der Frühling vergehn, der Sommer mag verwelken, das Jahr verwehn, Du kehrst mir zurück, gewiß, du wirst mein, ich hab es versprochen, ich harre treulich dein. Gott helfe dir, wenn du die Sonne noch siehst. Gott segne dich, wenn du zu Füßen ihm kniest. Ich will deiner harren, bis du mir nah, und harrest du dort oben, so treffen wir uns da!
Text Authorship:
- by Christian Morgenstern (1871 - 1914)
Based on:
- a text in Norwegian (Bokmål) by Henrik Ibsen (1828 - 1906), "Fortrøstning", appears in Peer Gynt
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Es steht in Deutschland eine Lind'
Auf einem Friedhof mitten,
Auf dieser alten Linde sind
Zwei Herzen eingeschnitten.
Sie liebten sich; weiß stand der Klee,
Ihr Glück war kaum zu fassen;
Doch als die Schwalbe sang ade,
Da mußten sie sich lassen.
...
Text Authorship:
- by Emil Rudolf Osman, Prinz von Schönaich-Carolath (1852 - 1908), "Volkslied"
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Schwer, langweilig ist mir mein Zeit, Seit ich mich täte scheiden Von dir, mein Schatz und höchste Freud, O wie ich dess muß leiden; O weh der Frist, Zu lang sie ist, Wird mir zu lang in Schmerzen, Daß ich oft klag: Es scheint kein Tag, Dess wird gedacht im Herzen.
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , "Sehnsucht (Aus einem Musikbuche)", appears in Des Knaben Wunderhorn
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Entflieh mit mir und sei mein Weib,
Und ruh' an meinem Herzen aus;
Fern in der Fremde sei mein Herz
Dein Vaterland und Vaterhaus.
Gehst du nicht mit, so sterb ich hier
Und du bist einsam und allein;
Und bleibst du auch im Vaterhaus,
Wirst doch wie in der Fremde sein.
Entflieh mit mir und sei mein Weib,
Und ruh' an meinem Herzen aus;
Fern in der Fremde sei mein Herz
Dein Vaterland und Vaterhaus.
...
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Tragödie, no. 1
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Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, Es fiel auf die zarten Blaublümelein: Sie sind verwelket, verdorrt. Ein Jüngling hatte ein Mädchen lieb, Sie flohen heimlich von Hause fort, Es wußt' weder Vater noch Mutter. Sie sind gewandert hin und her, Sie haben gehabt weder Glück noch Stern, Sie sind verdorben, gestorben.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Tragödie, no. 2 [an adaptation]
Based on:
- a text in German (Deutsch) from Volkslieder (Folksongs) , "Blaublümelein", collected by Arnim and Brentano
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See also Backer-Grøndahl's song, which uses some of this text.
Notes
Stanza 1, line 3: in Tomášek's setting, in the repetition this line reverts to its original "Sie sind verwelket, verdorret."
Stanza 3, line 3: in Tomášek's setting, in the repetition this line reverts to its original
"Sie sind verdorben, gestorben."
Auf ihrem Grab, da steht eine Linde, Drin pfeifen die Vögel und Abendwinde, Und drunter sitzt, auf dem grünen Platz, Der Müllersknecht mit seinem Schatz. Die Winde, die wehen so lind und so schaurig, Die Vögel, die singen so süß und so traurig: Die schwatzenden Buhlen, die werden stumm, Sie weinen und wissen selbst nicht warum.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Tragödie, no. 3
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