German (Deutsch) translations of Acht Lieder für eine Bass-Stimme mit Pianoforte-Begleitung, opus 11
by Max Zenger (1837 - 1911)
Ich reit' ins finstre Land hinein, Nicht Mond noch Sterne geben Schein, Die kalten Winde tosen. Oft hab' ich diesen Weg gemacht, Wann goldner Sonnenschein gelacht, Und lauer Lüfte Kosen. Ich reit' am finstern Garten hin, Die dürren Bäume sausen drin, Die welken Blätter fallen. Hier pflegt' ich in der Rosenzeit, Wann alles sich der Liebe weiht, Mit meinem Lieb zu wallen. Erloschen ist der Sonne Strahl, Verwelkt die Rosen allzumal, Mein Lieb zu Grab' getragen. Ich reit' ins finstre Land hinein Im Wintersturm, ohn' allen Schein, Den Mantel umgeschlagen.
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Nachtreise", written 1811, appears in Lieder, in Wanderlieder, no. 5, first published 1815
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Trocknet nicht, trocknet nicht, Thränen der ewigen Liebe! Ach! nur dem halbgetrockneten Auge Wie öde, wie todt die Welt ihm erscheint! Trocknet nicht, trocknet nicht, Thränen unglücklicher Liebe!
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Wonne der Wehmuth", written 1775, first published 1789
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Ein Reiter durch das Bergtal zieht, Im traurig stillen Trab: "Ach! zieh ich jetzt wohl in Liebchens Arm, Oder zieh ich ins dunkle Grab?" Die Bergstimm Antwort gab: "Ins dunkle Grab!" Und weiter reitet der Reitersmann, Und seufzet schwer dazu: "So zieh ich denn hin ins Grab so früh - Wohlan, im Grab ist Ruh!" Die Stimme sprach dazu: "Im Grab ist Ruh!" Dem Reitersmann eine Träne rollt Von der Wange bleich und kummervoll: "Und ist nur im Grab die Ruhe für mich - So ist mir im Grabe wohl." Die Stimm' erwidert hohl: "Im Grabe wohl!"
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), "Die Bergstimme", appears in Buch der Lieder, in Junge Leiden, in Romanzen, no. 2
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Laßt euch pflücken, laßt euch pflücken, Lichte Blümlein, meine Lust! Denn ihr sollet lieblich schmücken Meiner schönsten Fürstin Brust. Glühet purpurn nach der Süßen, Äugelt blau empor zu ihr! Ach! ihr müßt es endlich büßen, Sinken ohne Glanz und Zier. Einst auch glühten meine Wangen, Meine Augen hin nach ihr: Nun ist alles Rot vergangen, Aller blaue Schimmer mir.
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Lied des Gärtners"
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Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, erster Band, Verlag der Cotta'schen Buchhandlung, Stuttgart, 1898, page 373.
So hab' ich nun die Stadt verlassen, Wo ich gelebet lange Zeit; Ich ziehe rüstig meiner Straßen, Es gibt mir niemand das Geleit. Man hat mir nicht den Rock zerrissen, Es wär' auch schade für das Kleid! Noch in die Wange mich gebissen Vor übergroßem Herzeleid. Auch keinem hat's den Schlaf vertrieben, Daß ich am Morgen weitergeh'; Sie konnten's halten nach Belieben, Doch nur von einer tut mir's weh.
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), "Abreise", written 1811, appears in Lieder, in Wanderlieder, no. 7, first published 1815
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Was ist das für ein durstig Jahr! Die Kehle lechzt mir immerdar, Die Leber dorrt mir ein. Ich bin ein Fisch auf trocknem Sand, Ich bin ein dürres Ackerland, O schafft mir, schafft mir Wein! Was weht doch jetzt für trockne Luft! Kein Regen hilft, kein Tau, kein Duft, Kein Trunk will mir gedeihn. Ich trink' im allertiefsten Zug, Und dennoch wird es nie genug, Fällt wie auf heißen Stein. Was herrscht doch für ein hitz'ger Stern ! Er zehrt mir recht am innern Kern Und macht mir Herzenspein. Man dächte wohl, ich sei verliebt ; Ja, ja ! Die mir zu trinken gibt, Soll meine Liebste sein. Und wenn es euch wie mir ergeht, So betet, daß der Wein gerät, Ihr Trinker insgemein! O heil'ger Urban, schaff uns Trost, Gib heuer uns viel edlen Most, Daß wir dich benedein !
Leise zieht durch mein Gemüth Liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, Kling' hinaus in's Weite. Kling' hinaus bis an das Haus, Wo die Veilchen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag' ich lass' sie grüßen.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 6
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Note: modern German would change the spelling "Gemüth" to "Gemüt"
Nimmer weiß ich, wie ich lösch' den Brand; möchte trinken allen Wein im Land, doch je mehr ich trinke emsiglich, umso mehr erschrecklich durste ich! Was tut Gott kein Wunder, denkend mein? Würd' verwandeln er die Theiß in Wein, möcht' ich sein die Donau, denn in mich müsste dann die Theiß ergießen sich!
Text Authorship:
- by Karl Maria Kertbeny (1824 - 1882), "Wunsch"
Based on:
- a text in Hungarian (Magyar) by Sándor Petőfi (1823 - 1849), no title, written 1844
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Confirmed with Dichtungen von Alexander Petöfi, aus dem Ungarischen in eigenen und fremden Übersetzungen, Leipzig, 1858.