Hier unten steht ein Ritter Im hellen Mondenstrahl, Es tönet seine Zitter Von treuer Liebe Qual: »Lüfte spannt die blauen Schwingen Sanft für meine Botschaft aus, Rufet sie mit leisem Klingen An dieß Fensterchen heraus. Sagt ihr, daß im Blätterdache Seufz' ein wohlbekannter Laut, Sagt ihr, daß noch einer wache Und die Nacht sey kühl und traut, Sagt ihr wie des Mondes Welle Sich an ihrem Fenster bricht, Sagt ihr wie der Wald die Quelle, Heimlich und von Liebe spricht! Laß ihn leuchten durch die Bäume Deines Bildes süßen Schein Das sich hold in meine Träume Und mein Wachen webet ein.« Doch drang die zarte Weise Wohl nicht zu ihrem Ohr, Der Sänger schwang sich leise Zum Fensterlein empor. Und oben zog der Ritter Ein Kränzchen aus der Brust, Das band er fest am Gitter Und seufzte: »Blüht in Lust! Und fragt sie wer euch brachte, Dann Blumen thut ihr kund:« - Ein Stimmchen unten lachte: »Dein Ritter Liebemund!«
Confirmed with Dichtungen vom Freyherrn Franz von Schlechta. Erster Band. Wien, 1824. Im v. Hirschfeld'schen Verlage, pages 10-11.
Note: Schlechta's poem is the second of a pair of romances Liebeslauschen. Zwey Romanzen, the other being Der Ritter. A footnote (Zu Gemählden von Schnorr) explains that both poems were inspired by paintings of Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld.
Note: This is the revised version of Schlechta's Des Fräuleins Liebeslauschen, published in 1820/21 and set by Schubert. When Schubert's song was published by Diabelli in 1832, Schlechta entered further text changes into Schubert's autograph, which was used as the engraver's copy. Here he kept the original fifth stanza which he had deleted in his 1824 edition. Schubert's song with the 1832 text has been further publicised by Friedlaender in Peters edition and by Mandyczewski in Alte Gesamtausgabe, but is not what Schubert wrote into his manuscript. Schlechta finally created a further, substantially changed version, which was published posthumously in his Ephemeren.
Text Authorship:
- by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796 - 1875), "Das Fräulein" [author's text checked 2 times against a primary source]
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