by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862)

Des Knaben Tod
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): FRE
"[Zeuch]1 nicht den dunklen Wald hinab!
Es gilt dein Leben, du junger Knab!" -
"Mein Gott im Himmel, der ist mein Licht,
Der läßt mich im dunkeln Walde nicht."

Da zeucht er hinunter, der junge Knab,
Es braust ihm zu Füßen der Strom hinab,
Es saust ihm zu Haupte der schwarze Wald,
Und die Sonne versinket in Wolken bald.

Und er kommt ans finstere Räuberhaus,
Eine holde Jungfrau schauet heraus:
"O wehe, du bist so ein junger Knab,
Was kommst du ins Tal des Todes herab?"

Aus dem Tor die mördrische Rotte bricht,
Die Jungfrau decket ihr Angesicht,
Sie stoßen ihn nieder, sie rauben sein Gut,
Sie lassen ihn liegen in seinem Blut.

"O weh, wie dunkel! keine Sonne, kein Stern!
Wen ruf ich an? ist mein Gott so fern?
Ha! Jungfrau dort im himmlischen Schein,
Nimm auf meine Seel in die Hände dein!"

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Confirmed with Gedichte von Ludwig Uhland, erster Band, Verlag der Cotta'schen Buchhandlung, Stuttgart, 1898, page 155.

1 Kreutzer: "Zeig'"; further changes may exist not shown above.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La mort du jeune garçon", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Harry Joelson

This text was added to the website: 2010-12-31
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