Translation © by Linda Godry

Erwacht, König Waldemars Mannen wert! (Waldemar)
Language: German (Deutsch)  after the Danish (Dansk) 
Available translation(s): CAT ENG FRE ITA
Die wilde Jagd

Waldemar:
 Erwacht, König Waldemars
 Mannen wert!
 Schnallt an die Lende
 das rostige Schwert,
 holt aus der Kirche
 verstaubte Schilde,
 gräulich bemalt mit wüstem Gebilde.
 Weckt eurer Rosse modernde Leichen,
 schmückt sie mit Gold,
 und spornt ihre Weichen:
 Nach Gurrestadt seid ihr entboten,
 heute ist Ausfahrt der Toten!

Bauer:
 Deckel des Sarges
 klappert und klappt,
 Schwer kommt's her
 durch die Nacht getrabt.
 Rasen nieder vom Hügel rollt,
 über den Grüften
 klingt's hell wie Gold!
 Klirren und Rasseln
 durch's Rüsthaus geht,
 Werfen und Rücken mit altem Gerät,
 Steinegepolter am Kirchhofrain,
 Sperber sausen
 vom Turm und schrein,
 auf und zu fliegt's Kirchentor!

Waldemars Mannen:
 Holla!

Bauer:
 Da fährt's vorbei!
 Rasch die Decke übers Ohr!
 Ich schlage drei heilige
 Kreuze geschwind
 für Leut' und Haus,
 für Roß und Rind;
 dreimal nenn ich Christi Namen,
 so bleibt bewahrt der Felder Samen.
 Die Glieder noch bekreuz ich klug,
 wo der Herr seine heiligen
 Wunden trug,
 so bin ich geschützt
 vor der nächtlichen Mahr,
 vor Elfenschuß und Trolls Gefahr.
 Zuletzt vor die Tür
 noch Stahl und Stein,
 so kann mir nichts Böses
 zur Tür herein.

Waldemars Mannen:
 Gegrüßt, o König, an Gurre-Seestrand!
 Nun jagen wir über das Inselland!
 Holla!
 Vom stranglosen Bogen Pfeile zu senden,
 mit hohlen Augen und Knochenhänden,
 zu treffen des Hirsches Schattengebild,
 daß Wiesentau aus der Wunde quillt.
 Holla! Der Walstatt Raben Geleit uns gaben,
 über Buchenkronen die Rosse traben,
 Holla!
 So jagen wir nach gemeiner Sag'
 eine jede Nacht bis zum jüngsten Tag.
 Holla! Hussa Hund! Hussa Pferd!
 Nur kurze Zeit das Jagen währt!
 Hier ist das Schloß, wie einst vor Zeiten!
 Holla!
 Lokes Hafer gebt den Mähren,
 wir wollen vom alten Ruhme zehren.

Waldemar:
 Mit Toves Stimme flüstert der Wald,
 mit Toves Augen schaut der See,
 mit Toves Lächeln leuchten die Sterne,
 die Wolke schwillt wie des Busens Schnee.
 Es jagen die Sinne, sie zu fassen,
 Gedanken kämpfennach ihrem Bilde.
 Aber Tove ist hier und Tove ist da,
 Tove ist fern und Tove ist nah.
 Tove, bist du's, mit Zaubermacht
 gefesselt an Sees- und Waldespracht?
 Das tote Herz, es schwillt und dehnt sich,
 Tove, Tove,
 Waldemar sehnt sich nach dir!

Klaus-Narr:
 "Ein seltsamer Vogel ist so'n Aal,
 im Wasser lebt er meist,
 Kommt doch bei Mondschein
 dann und wann
 ans Uferland gereist."
 Das sang ich oft
 meines Herren Gästen,
 nun aber paßt's auf mich selber
 am besten.
 Ich halte jetzt kein Haus
 und lebe äußerst schlicht
 und lud auch niemand ein
 und praßt' und lärmte nicht,
 und dennoch zehrt an mir
 manch unverschämter Wicht,
 drum kann ich auch nichts bieten,
 ob ich will oder nicht,
 doch - dem schenk ich
 meine nächtliche Ruh,
 der mir den Grund kann weisen,
 warum ich jede Mitternacht
 den Tümpel muß umkreisen.
 Daß Palle Glob und Erik Paa
 es auch tun, das versteh ich so:
 Sie gehörten nie zu den Frommen;
 jetzt würfeln sie,
 wiewohl zu Pferd,
 um den kühlsten Ort,
 weit weg vom Herd,
 wenn sie zur Hölle kommen.
 Und der König,
 der von Sinnen stets,
 sobald die Eulen klagen,
 und stets nach einem Mädchen ruft,
 das tot seit Jahr und Tagen,
 auch dieser hat's verdient
 und muß von Rechtes wegen jagen.
 Denn er war immer höchst brutal,
 und Vorsicht galt es allermal
 und off'nes Auge für Gefahr,
 da er ja selber Hofnarr war
 bei jener großen Herrschaft
 überm Monde.
 Ich, der glaubte, daß im Grabe
 man vollkomm'ne Ruhe habe,
 daß der Geist beim Staube bleibe,
 friedlich dort sein Wesen treibe,
 still sich sammle für das große Hoffest,
 wo, wir Bruder Knut sagt,
 ertönen die Posaunen,
 wo wir Guten wohlgemut
 Sünder speisen wie Kapaunen -
 ach, daß ich im Ritte rase,
 gegen den Schwanz gedreht die Nase,
 sterbensmüd im wilden Lauf,
 wär's zu spät nicht,
 ich hinge mich auf.
 Doch o wie süß
 soll's schmecken zuletzt,
 werd ich dann doch in den Himmel versetzt!
 Zwar ist mein Sündenregister groß,
 allein vom meisten schwatz ich mich los!
 Wer gab der nackten Wahrheit Kleider?
 Wer war dafür geprügelt leider?
 Ja, wenn es noch Gerechtigkeit gibt,
 Dann muß ich eingehn im Himmels Gnaden...
 Na, und dann mag Gott sich selber gnaden.

Waldemar:
 Du strenger Richter droben,
 du lachst meiner Schmerzen,
 doch dereinst,
 beim Auferstehn des Gebeins
 nimm es dir wohl zu Herzen;
 ich und Tove, wir sind eins.
 So zerreiss' auch unsre Seelen nie,
 zur Hölle mich, zum Himmel sie,
 denn sonst gewinn' ich Macht,
 zertrümmre deiner Engel Wacht
 und sprenge mit meiner wilden Jagd
 ins Himmelreich ein.

Waldemars Mannen:
 Der Hahn erhebt den Kopf zur Kraht,
 hat den Tag schon im Schnabel,
 und von unsern Schwertern trieft
 rostgerötet der Morgentau.
 Die Zeit ist um!
 Mit offnem Mund ruft das Grab,
 und die Erde saugt
 das lichtscheue Rätsel ein.
 Versinket! Versinket!
 Das Leben kommt 
 mit Macht und Glanz,
 mit Taten und pochenden Herzen,
 und wir sind des Todes,
 des Schmerzes und des Todes,
 Ins Grab! Ins Grab!
 Zur träumeschwangern Ruh'
 Oh, könnten in Frieden
 wir schlafen!

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Linda Godry) , title unknown, copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , title unknown, copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , title unknown, copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , title unknown, copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2013-08-14
Line count: 183
Word count: 810

Rise, King Waldemar's
Language: English  after the German (Deutsch) 
The wild chase

Waldemar:
 Rise, King Waldemar's
 valued [worthy] men!
 Brace yourself
 With the rusty sword,
 fetch from the church
 the dusty shield,
 frightfully painted with horrible images.
 Lift your horses' decaying corpses,
 adorn them with gold,
 and use your spurs on them:
 To the town of Gurre your meant to go,
 Today is the rising of the dead!

Farmer:
 The coffin's lid
 Rattles and bangs.
 Heavily pounding, it 
 trots through the night.
 Races down from the hill,
 rolls over the ravines
 tinkling gaily like gold!
 Jingling and jangling
 through the armour-house they go,
 throwing and pushing with ancient devices,
 rumbling of stones along the cemetry,
 sparrowhawks diving
 down from the spire and mew,
 open and closed bang the churche's gate!

Waldemar's men:
 Hola!

Farmer:
 There it goes!
 Quickly draw a blanket over our ears!
 Thrice I make the Holy 
 Cross, swiftly 
 for the sake of humans and house,
 for horse and cows;
 three times I use Christ's name,
 to protect the seed on the fields.
 My body I wisely use the cross on,
 where the Lord hence was marked
 with wounds,
 so I am protected
 against the nightly threat,
 against the arrows of elves and the danger of trolls.
 Finally I barricade the door
 with steel and stones
 so nothing bad can 
 enter through the door.

Waldemar's men:
 Hail, oh King, at Gurres beach!
 Now we chase across the island!
 Holla!
 To send arrows from stringless bows,
 with hollow eyes and bony hands,
 to hit the stag's shadowy image,
 so that meadow dew seeps from the wound.
 Holla! The gallow's ravens followed us,
 Over beech-tops trot the horses,
 Holla!
 So we hunt as commonly told
 every night until the jugement day.
 Hola! Houssa hound! Houssa mount!
 Just a short time the hunting takes!
 Here the castle is, like in ancient times!
 Holla!
 Loki's oats to the nags pour,
 let's go thrive on old glory.

Waldemar:
 With Tove's voice whispers the forest, 
 with Tove's eyes watches the lake,
 with Tove's smile sparkle the stars,
 the cloud swells like the bosom's snow.
 The senses hasten, to catch up with her,
 Thoughts fight for her image.
 But Tove is here and Tove is there,
 Tove's afar and Tove is near.
 Tove, is it you, by witchcraft
 bound to the lakes and forests glory?
 The dead heart, it swells and widens,
 Tove, Tove
 Waldemar yearns for you!

Klaus-Jester:
 "A rare bird an eel is,
 mostly living in the water,
 yet every now and then
 in the moonlight he comes
 to seek the shore."
 Thus I often sang 
 to my Lord's guests,
 but now the shoe fits 
 mine own feet.
 I don't have an open house myself
 and very simply do I live
 no one inviting
 and no high life, no carousing,
 and yet on my expenses
 many an impudent blighter lives,
 so I can't offer anything,
 whether I want it or not,
 but - I will give
 my night's rest,
 to one who can tell me, 
 why every night
 I circle the pond.
 That Palle Glob and Erik Paa
 do the same, I gather:
 They never belonged to the virtuous; 
 now they gamble,
 though on horseback,
 for the coolest place,
 far away from the hearth,
 should they go to hell.
 And the King,
 always out of his mind,
 as soons as the owls howl,
 and still calling for his maiden,
 who is dead for a year and a day,
 he too deserves
 to join the hunt.
 Because he has always been brutal,
 and caution was indeed advisable
 and an open eye to danger,
 him beeing the court-jester himself
 to the mighty Lord
 above the moon.
 I, who believed, in the grave
 you finally are at rest,
 that the mind stays with the dust
 in peaceful disposition,
 quietly recollecting for the grand court ball,
 where as brother Knut tells,
 resound the trumpets,
 where the righteous cheerfully
 dine on sinners as on capons -
 och, that I sit a-hunting,
 my nose to my horse's tail,
 dog-tired in a wild rush,
 were it not too late already,
 I'd hang myself.
 But oh, how sweet
 they say it will taste,
 when at last I reach heaven!
 True, the litany of my sins is long,
 but most of the guilt I wriggle myself out of!
 Who cloaked the naked truth?
 Who unfortunately got the thrashing?
 Yes, if there still is justice,
 then I am meant to see heaven's grace ...
 Oh, and then God will need mercy.

Waldemar:
 Judge, so strictly reigning above,
 You laugh at my pain [sorrow],
 but once upon a time,
 at resurrection-time,
 take it to your heart
 that I and Tove, we are one.
 So don't you ever tear apart our souls,
 mine to hell, hers to heaven,
 for with that you'd give me power
 to destroy your angels' force
 and gallop with my wild hunt
 into heaven's gates.

Waldemar's Men:
 The cock lifts his head and crows,
 carries the day in his beck,
 and from our swords drip
 rusty-toned the morning-dew.
 Time is up now!
 Our graves gape at us,
 and the earth sucks in
 what fears the light.
 Vanish! Vanish!
 Life comes up
 with power and glory,
 with action and throbbing heart,
 and we're destined to die,
 to pain and death,
 To the grave! To the grave!
 To dream-heavy peace.
 Oh, if only we could rest 
 in peace!

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