An des Baches stillen Weiden
Sang Tiren mit nassem Blick,
Klagte Phyllis seine Leiden,
Seiner Liebe trübe Freuden;
Aber Phyllis sang zurück:
"Schäfer, ich versteh' Dich nicht,
Schäfer, ach, ich glaub' es nicht!"
"Liebe," sang er, "nur die Liebe,
Keinen Lohn begehr' ich mehr,
Wenn mir auch Dein Blick nicht bliebe --
Wenn dein Herz mich von sich triebe --
Immer lieb' ich Dich so sehr!"
"Schäfer, ich versteh' Dich nicht,
Schäfer, ach, ich glaub' es nicht!"
"Ohne dich ist mir kein Leben,
Ohne dich das Leben Tod;
Und doch würd' ich hin es geben,
Siebenmal dahin es geben,
Schäferin, auf Dein Gebot --"
"Schäfer, ich versteh' Dich nicht,
Schäfer, ach, ich glaub' es nicht!"
"Seh' ich Dich nicht, welche Leiden,
Seh' ich Dich, wie neue Pein!
Immer such' ich deine Weiden,
Und doch such' ich sie zu meiden,
Kann nicht nah, nicht von Dir sein."
"Schäfer, ich verstehe Dich,
Schäfer, ach, ich liebe Dich!"
Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 65
by Bernhard Ernst Scholz (1835 - 1916)
1. Echo  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Johann Gottfried Herder (1744 - 1803), "Die Echo", appears in Stimmen der Völker in Liedern [an adaptation]
Based on:
- a text in Spanish (Español) by Anonymous/Unidentified Artist , "La persuasion dificil "
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Confirmed with Herder's Werke. Nach den besten Quellen revidirte Ausgabe. Fünfter Theil. Stimmen der Völker ("Volkslieder"), ed. by Dr. Wollheim da Fonseca, Berlin: Gustav Hempel, 1879, page 115.
2. Die schöne Nacht  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Nun verlaß ich diese Hütte, Meiner Liebsten Aufenthalt, Wandle mit verhülltem Schritte Durch den öden, finstern Wald: Luna bricht durch Busch und Eichen, Zephyr meldet ihren Lauf, Und die Birken streun mit Neigen Ihr den süßten Weihrauch auf. Wie ergötz' ich mich im Kühlen Dieser schönen Sommernacht! O wie still [ist]1 hier zu fühlen, Was die Seele glücklich macht! Läßt sich kaum die Wonne fassen, Und doch wollt' ich, Himmel, dir Tausend solcher Nächte lassen, Gäb' mein Mädchen Eine mir.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Die schöne Nacht"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "The fair night", copyright ©
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La belle nuit", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
1 Randhartinger: "ist's"
3. Abendlied  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt mir schon so lange [holden]1 Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein! Fallen einst die müden Lider zu, Löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh'; Tastend streift sie ab die Wanderschuh', Legt sich auch in ihre finstre Truh'. [Noch]2 zwei Fünklein sieht sie glimmend stehn Wie zwei Sternlein, innerlich zu sehn, Bis sie schwanken [und dann auch vergehn]3 Wie von eines Falters Flügelwehn. Doch noch wandl' ich auf dem Abendfeld, Nur dem sinkenden Gestirn gesellt: Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Von dem goldnen Überfluß der Welt!
Text Authorship:
- by Gottfried Keller (1819 - 1890), "Abendlied"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Emily Ezust) , "Evening song", copyright ©
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant du soir", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gesammelte Gedichte von Gottfried Keller, Erster Band, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1902, page 43.
1 Thuille: "hellen"2 Thuille: "Nur"
3 Marx: "und vergehn"