Drei Lieder und Gesänge für 1 hohe Stimme mit Pianoforte , opus 6

by Eduard Kreuzhage (1874 - 1956)

1. Schöne Tage sind gewesen [sung text not yet checked]

Schöne Tage sind gewesen,
Flüchtig, wie ein Schmetterling,
Da an dir mein ganzes Wesen,
Nur an dir, an dir nur hing.
Da wir noch in stiller Wonne
Unter blühendem Jasmin
Saßen, und die Abendsonne
Sahn zur goldnen Ferne ziehn.

Jene Tage sind vorüber,
Jene Flammen sind verglüht,
Jene Sonne zog hinüber
Zu den Bergen still und müd.
Und nur der Erinnrung Flügel
Tragen sie der Seele zu,
Wie ein Ruf zu Thal und Hügel
Weckt des Wiederhalles Ruh.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "There have been beautiful days", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, page 188


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Zuflucht [sung text not yet checked]

Wildzerrißne Wolken treiben 
An dem dunkeln Himmelsraum; 
Also schweifen die Gedanken 
Rastlos, wie im Fiebertraum.  

Dem verwirrenden Gedränge 
Zu entfliehn vermag ich nicht; 
Und die Schatten wenden dräuend 
Gegen mich ihr Angesicht.  

Laß an deinem reinen Herzen  
Bergen mich mein krankes Haupt!  
Du nur kannst die Qual verscheuchen, 
Die mir meinen Frieden raubt.

Authorship:

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Confirmed with Franz Kugler, Gedichte, Stuttgart und Tübingen: J. G. Cotta'sche Verlag, 1840, page 57. Appears in Dichterleben.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Vineta [sung text not yet checked]

Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde
klingen Abendglocken, dumpf und matt.
Uns zu geben wunderbare Kunde
von der schönen, alten Wunderstadt.

In der Fluten Schoß hinabgesunken,
blieben unten ihre Trümmer stehn.
Ihre Zinnen lassen goldne Funken
widerscheinend auf dem Spiegel sehn.

Und der Schiffer, der den Zauberschimmer
einmal sah im hellen Abendrot,
nach der selben Stelle schifft er immer,
ob auch ringsumher die Klippe droht.

Aus des Herzens tiefem, tiefem Grunde
klingt es mir wie Glocken, dumpf und matt.
Ach, sie geben wunderbare Kunde
von der Liebe, die geliebt es hat.

Eine schöne Welt ist da versunken,
ihre Trümmer blieben unten stehn,
lassen sich als goldne Himmelsfunken
oft im Spiegel meiner Träume sehn.

Und dann möcht ich tauchen in die Tiefen,
mich versenken in den [Wiederschein]1,
und mir ist, als ob mich Engel riefen
in die alte Wunderstadt herein.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Vineta", copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Vineta", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Vineta", copyright © 2005
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Vineta", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Helga Jost-Weyer) , "Vineta", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Note: Vineta is the name of a legendary sunken city located somewhere between Pommerania and Rügen
1 Brahms: "Wunderschein"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]