Sechs Lieder für höhere Stimme und Klavier , opus 6

by Othmar Schoeck (1886 - 1957)

1. Die Verlassene [sung text checked 1 time]

Wenn i zum Brünnle geh,
seh andre Mädle steh,
all stehn bei ihrem Schatz,
wer steht bei mir?

Mei Mutter mag mi net,
und kein Schatz han i net,
ei, worum stirb i net,
was tu i do?

Gestern is Kirchweih g'we,
mi hot mer g'wiß ni g'seh,
denn mir is gar so weh,
i tanz ja net.

Wenn i nu g'storbe bin,
tragt mi zum Kirchhof hin,
legt mi ins Grab hinei:
wer weint um mi?

Laßt die drei Rösle stehn,
die an dem Kreuzle blühn.
Hänt ihr das Mädle kennt,
das drunter liegt?

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2. Schifferliedchen [sung text not yet checked]

Schon hat die Nacht den [Silberschrein]1
Des Himmels [aufgetan]2;
Nun spült der See den [Widerschein]3
Zu dir, zu dir hinan!

Und in dem Glanze schaukelt sich
Ein leichter dunkler Kahn;
Der aber trägt und schaukelt mich
Zu dir, zu dir hinan!

Ich höre schon den Brunnen gehn
Dem Pförtlein nebenan,
Und dieses hat ein gütig Wehn
Von Osten aufgetan.

Das Sternlein schießt, vom Baume fällt
Das Blust in meinen Kahn;
Nach Liebe dürstet alle Welt,
Nun, Schifflein, leg' dich an!

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1 Sinding: "Silberschein"
2 Herzogenberg: "aufgemacht"; further changes may exist not noted above.
3 Sinding: "Wiederschein"

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3. Vor der Ernte [sung text not yet checked]

[An wolkenreinem]1 Himmel geht
Die blanke Sichel schön,
Im Korne drunter wogt und weht
Und rauscht und wühlt der Föhn.

Sie wandert voller Melodie
Hochüber durch das Land,
Früh morgen schwingt die Schnittrin sie
Mit sonnenbrauner Hand.

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  • ENG English (Peter Palmer) , "Before the harvest", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 Hausegger: "Am wolkenreinen"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Alle meine Wünsche schweigen [sung text checked 1 time]

Alle meine Wünsche schweigen,
Wandle ich an deiner Seite,
Sieh', es ruht in meinem Auge
Weich die klare Himmelsweite.

Sank die sanfte, blaue Tiefe
Leise in die Seele nieder,
Horch, durch mein Gemüte rauschen
Ahnungssüsse Himmelslieder.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Peter Palmer) , "All my wishes fall silent", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Peter Palmer

5. Marienlied [sung text not yet checked]

Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.
Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum [verweht]1,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüthe steht.

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Confirmed with Novalis Schriften. Herausgegeben von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck. Zweiter Theil. Berlin, 1802- In der Buchhandlung der Realschule, pages 157-158; with Novalis Schriften. Herausgegeben von Ludwig Tieck und Fr. Schlegel. Dritte Auflage. Zweiter Theil. Berlin, 1815. In der Realschulbuchhandlung, page 42; and with Novalis Schriften. Kritische Neuausgabe auf Grund des handschriftlichen Nachlasses von Ernst Heilborn. Erster Theil. 1901. Druck und Verlag von Georg Reimer Berlin, page 345.

1 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "entfloh"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Mandolinen [sung text checked 1 time]

Leis dem Schmeichellied der Lauten
kamen sie im Park zu lauschen,
lächelnd unter blüh'nden Rauten
wollen sie nun Worte tauschen.

Da ist Tirsis und Aminde
und Clitander auch, der gute,
Damis, der manch' schönem Kinde
Verse schrieb mit Herzensblute.

Seidne Puderwämser, lang
schleifen Schleppen, blaue weiche
Schatten schwärmen überm Hang,
spiegeln schimmernd sich im Teiche.

Auf des Mondes Rosenwellen
schwebt ein geisterhaftes Leben,
und die Mandolinen schwellen,
und ein Hauch macht sie erbeben.

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Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]