Vier Lieder für 1 hohe Stimme -- für 1 tiefe Stimme mit Pianoforte , opus 36

by Richard Georg Strauss (1864 - 1949)

1. Das Rosenband [sung text checked 1 time]

  Im [Frühlingsschatten]1 fand ich Sie;
Da band ich Sie mit Rosenbändern:
Sie fühlt' es nicht und schlummerte.

  Ich sah Sie an; mein Leben hing
Mit diesem Blick' an ihrem Leben:
Ich fühlt' es wohl, und wußt' es nicht.

  Doch lispelt' ich Ihr [sprachlos]2 zu,
Und rauschte mit den Rosenbändern:
Da wachte Sie vom Schlummer auf.

  Sie sah mich an; Ihr Leben hing
Mit diesem Blick' an meinem Leben,
Und um uns [ward's]3 Elysium.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La cinta rosa", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De rozenband", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "The Rose Chain", first published 1911
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le ruban rose", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il laccio di rose", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Juan Henríquez Concepción) , "La guirnalda de rosas", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Klopstocks Oden. Erster Band. Leipzig bey Georg Joachim Göschen. 1798, page 123, in which the poem is titled "Das Rosenband". First published in Lieder mit Melodien, für das Clavier, von Christian Ernst Rosenbaum. Zweeter Theil. Altona und Lübeck, Bey David Iversen, Königl. privil. Buchhändler aufs Herzogth. Holstein; 1762, page 6, with the title "Das schlafende Mägdchen"; then in Musenalmanach für das Jahr 1770. Göttingen bey Johann Christian Dieterich, page 68, with the title "Das schlafende Mädchen"; and in Poetische Blumenlese auf das Jahr 1774. Göttingen und Gotha, bey Johann Christian Dieterich, page 117, with the title "Cidli".

1 Schubert, Zemlinsky: "Frühlingsgarten"
2 Schubert: "leise"
3 Schubert, Tomášek: "ward"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Für funfzehn Pfennige [sung text checked 1 time]

  Das Mägdlein will ein' Freier habn,
Und sollt' sie'n aus der Erde grabn,
Für funfzehn Pfennige.

  Sie grub wohl ein, sie grub wohl aus
Und grub nur einen Schreiber heraus,
Für funfzehn Pfennige.

  Der Schreiber hatt' des Gelds zu viel,
Er kauft dem Mädchen, was sie will,
Für funfzehn Pfennige.

  Er kauft ihr einen Gürtel schmal,
Der starrt von Gold wohl überall,
Für funfzehn Pfennige.

  Er kauft ihr einen breiten Hut,
Der wär' wohl für die Sonne gut,
Für funfzehn Pfennige.

            [Der Schreiber]1:
  Wohl für die Sonn', wohl für den Wind,
Bleib du bei mir, mein liebes Kind,
Für funfzehn Pfennige.

  Bleibst du bei mir, bleib' ich bei dir,
All meine Güter schenk' ich dir,
Sind funfzehn Pfennige.

            [Mägdlein]2:
  Behalt dein Gut, laß mir [mein'n]3 Mut,
Kein' andre [leicht]4 dich nehmen tut,
Für funfzehn Pfennige.

            [Schreiber]5:
  Dein' guten Mut, den mag ich nicht,
Hast traun von treuer Liebe nicht,
Für funfzehn Pfennige.

  Dein Herz ist wie ein Taubenhaus,
[Fliegt]6 einer nein, der andre aus,
Für funfzehn Pfennige.

Authorship:

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Voor dertien dubbeltjes", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Linda Godry) , "For fifteen cents", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Bernhoff) , "And all for half-a-crown", first published 1898
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Pour quinze sous", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with a 1906 reprint of Achim von Arnim and Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, gesammelt von Heidelberg: beÿ Mohr u. Zimmer, Frankfurt: beÿ J.C.B. Mohr, 1806, page 212. The reprint was published in Leipzig by Hesse & Becker Verlag and edited by Eduard Grisebach.

Note: [sic] for the spelling of "funfzehn"
1 Strauss: "Der Schreiber (zärtlich, schmachtend)"
2 Strauss: "Mägdlein (schnelle und schnippisch)"
3 Strauss: "mein"
4 Strauss: "doch"
5 Strauss: "Der Schreiber (ebenso rasch)"
6 Strauss: "Geht"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Lau Kanen [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Hat gesagt - bleibt's nicht dabei [sung text checked 1 time]

Mein Vater hat gesagt,
Ich soll das Kindlein wiegen,
Er will mir auf den Abend
Drei Gaggeleier sieden;
Siedt er mir drei,
Ißt er mir zwei,
Und ich mag nicht wiegen
Um ein einziges Ei.

Mein Mutter hat gesagt,
Ich soll die Mägdlein verraten,
Sie wollt mir auf den Abend
Drei Vögelein braten;
Brät sie mir drei,
Ißt sie mir zwei,
Um ein [einziges]1 Vöglein
Treib ich [kein]2 Verräterei.

Mein Schätzlein hat gesagt,
Ich [soll]3 sein gedenken,
Er wöllt mir auf den Abend
Drei Küßlein auch schenken;
Schenkt er mir drei,
Bleibt's nicht dabei,
Was kümmert michs Vöglein,
Was schiert mich das Ei.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "He has said - but it won't stop at that", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Elle a dit - Je ne m'en contenterai point", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Ludwig Achim's von Arnim Sämmtliche Werke, Siebzehnter Band, Berlin, Expedition des v. Arnimschen Verlags, 1846, p. 28.

1 in some editions of Strauss, "einzig"
2 Weingartner: "nicht"
3 Weingartner: "solle"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

4. Anbetung [sung text checked 1 time]

Die Liebste steht mir vor den Gedanken, wie schön, o wie schön!
Daß mir betäubt die Sinne wanken, wie schön, [o]1 wie schön!
Sie hat mit Mienen mich angelächelt, wie hold, o wie hold,
Daß durch das Herz mir die Strahlen schwanken, wie schön, [o]1 wie schön!
Die hellen Fluren der Rosenwange, sie winken zur Lust,
Und dunkel flattern die Lockenranken, wie schön, o wie schön!
Des [Aug's]2 Narzissen, wie lieblich, [wann]3 sie erwachen im Tau,
Und wann sie trunken in Schlummer sanken, wie schön, o wie schön!
Die Palm' aus Eden, die ich in Träumen wie lange gesucht,
Hab' ich gefunden im Wuchs, dem schlanken, wie schön, o wie schön!
Der Quell des Lebens, dem ich [gedurstet]4, er hat mich gelabt,
Als meine Lippen aus deinen tranken, wie schön, [o]1 wie schön!
Des Geistes Hoffen, der Seele Wähnen, dein Traum, Phantasie,
Ist [hier]5 getreten in Körperschranken, wie schön, [o]1 wie schön!
Des Frühlings Blumen, des Himmels Sterne, du bringst sie im Kranz
Mir dar vereinigt, wie soll ich danken? Wie schön, o wie schön!
[ ... ]

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Adoració", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Adoration", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Strauss.
2 Strauss: "Auges"
3 Strauss: "wenn"
4 Strauss: "gedürstet"
5 Strauss: "nun"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]