Fünf Lieder für 1 Singstimme mit Pianofortebleitung

Song Cycle by Jan Ludevít Procházka (1837 - 1888)

1. Ein Traum [sung text not yet checked]

Mir träumt', ich fuhr auf weitem Meere
  Mit meinem Lieb im leichtem Kahn;
Die Nacht war still, nur leise Lüfte
  Fächelten lau und lind uns an.

Es schien der Mond, die Sterne blickten
  Auf unser Glück; in stummer Lust
Lag ich, mein Lieb, an Deinem Herzen,
  Lag mir ein Himmel in der Brust.

Da kam ein Sturm herangezogen;
  Du schlangst um mich die Arme Dein;
"Wir sinken," riefst Du "laß auf immer
  Selig im Tod vereinigt sein!"

Und höher thürmten sich die Wogen,
  Die Windsbraut jauchzt -- es brach der Kahn;
O wär es Wahrheit, was im Traume
  Uns hat die Windsbraut angethan!

Authorship:

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "A dream", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with O. Malybrok-Stieler, Lyrische Gedichte und Übertragungen nach böhmischer Kunst- und Volks-Poesie, Prag: Druck und Verlag von J. Otto, 1887, page 28.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Rühret nicht daran [sung text not yet checked]

Wo still ein Herz von Liebe glüht,
O rühret, rühret nicht daran!
Den Gottesfunken löscht nicht aus -
Fürwahr, es ist nicht wohlgetan!

Wenn's irgend auf dem Erdenrund
Ein unentweihtes Plätzchen gibt,
So ist's ein junges Menschenherz,
Das fromm zum erstenmale liebt.

O gönnet ihm den Frühlingstraum,
In dem's voll ros'gen Blüten steht!
Ihr wißt nicht, welch ein Paradies
Mit diesem Traum verloren geht.

Es brach schon manch ein starkes Herz,
Da man sein Lieben ihm entriß,
Und manches duldend wandte sich
Und ward voll Haß und Finsternis;

Und manches, das sich blutend schloß,
Schrie laut nach Luft in seiner Not
Und warf sich in den Staub der Welt;
Der schöne Gott in ihm war tot.

Dann weint ihr wohl und klagt euch an,
Doch keine Träne heißer Reu'
Macht eine welke Rose blühn,
Erweckt ein totes Herz aufs neu'.

Authorship:

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Researcher for this text: Harry Joelson

3. Am Bache [sung text not yet checked]

Leise rinnt der Bach und klaget,
   Weil er muß vorüber zieh'n
An den lieblich schönen Blumen,
   Die am grünen Ufer blüh'n.

Sollt' ihr Bild im eig'nen Herzen
   Er auch wiederstrahlen seh'n,
Muß er doch vorüber eilen,
   Darf nicht kosend stille steh'n.

Bächlein! Trägst mein eig'nes Leiden;
   Muß ja kalt und schweigend geh'n
Von der allerschönsten Blume
   Fort auf Nimmer-Wiederseh'n!

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "At the brook", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with O. Malybrok-Stieler, Lyrische Gedichte und Uebertragungen nach böhmischer Kunst- und Volks-Poesie, Prag: Druck und Verlag von J. Otto, 1887, page 15.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Klage [sung text not yet checked]

Ich geh' umher; und such' ich Dich
  Auf allen Fluren dieser Erde,
Ich fühl' es doch tiefinnerlich,
  Daß ich Dich nirgend finden werde!

Nun alle Bäume wundermild
  Im Frühlingsglanze blühend stehen,
Mein' ich Dein heißgeliebtes Bild
  In jedem Blütenkelch zu sehen.

Mir sagen klagend Blüt' und Blatt
  In diesen gold'nen Frühlingsstunden:
Du armes Herz, dein Frühling hat
  Für alle Zeit den Tod gefunden.

Authorship:

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Lament", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with O. Malybrok-Stieler, Lyrische Gedichte und Übertragungen nach böhmischer Kunst- und Volks-Poesie, Prag: Druck und Verlag von J. Otto, 1887, page 30.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Dein Auge ist ein tiefer See [sung text not yet checked]

Dein Auge ist ein tiefer See,
  Darin mein Herz versank;
Dein rother Mund ein blüh'nder Kelch,
  Aus dem ich Liebe trank.

Ich sog sie tief in mich hinein;
  Sog eine Welt von Lust
Und eine Welt von Leid mit ihr
  Hinab in meine Brust.

Begreifen kann ich's nimmermehr,
  Daß, wenn ein Herz umfaßt
So viel an Lust, so viel an Leid,
  Es nicht erliegt der Last.

Daß es im Innern still für sich
  Die ganze Fülle trägt,
In all der Wonne, all der Qual,
  Daß es noch lebt, noch schlägt.

Authorship:

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with O. Malybrok-Stieler, Lyrische Gedichte und Übertragungen nach böhmischer Kunst- und Volks-Poesie, Prag: Druck und Verlag von J. Otto, 1887, page 17.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]
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