5 Sessenheimer Lieder (Johann Wolfgang von Goethe)

Song Cycle by (Karl) Georg Göhler (1874 - 1954)

Word count: 376

1. Mit einem gemalten Band [sung text checked 1 time]

Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute, junge Frühlings-Götter
Tändelnd auf ein luftig Band.

Zephir, nimm's auf deine Flügel,
Schling's um meiner Liebsten Kleid;
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.

Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genug.

Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Met een beschilderde band", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Avec un ruban peint", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Con un nastro colorato", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Jakob Kellner

2. Mailied [sung text checked 1 time]

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne! 
Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch,

Und Freud und Wonne 
Aus jeder Brust.
O Erd', o Sonne!
O Glück, o Lust!

O Lieb', o Liebe! 
So golden schön,
Wie Morgenwolken 
Auf jenen Höhn!

Du segnest herrlich 
Das frische Feld,
Im Blütendampfe 
Die [volle]1 Welt.

O [Mädchen, Mädchen]2, 
Wie lieb ich dich!
Wie [blickt]3 dein Auge, 
Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen 
Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe
Mit warmen Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud und Mut

[Zu]4 neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich, 
Wie du mich liebst!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Meilied", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "How marvellously does Nature shine for me!", copyright ©
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson de mai", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Canzone di maggio", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (unknown or anonymous translator) , "Canción de mayo", written 2013

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1 Zilcher: "weite"
2 Zilcher: "Liebster, Liebster"
3 Pfitzner, Mendelssohn-Hensel: "blinkt"
4 Gabler: "in"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Ich komme bald, ihr goldnen Kinder [sung text checked 1 time]

Ich komme bald, ihr gold'nen Kinder!
Vergebens sperret uns der Winter
In uns're warmen Stuben ein.
Wir wollen uns zum Feuer setzen
Und tausendfältig uns ergötzen,
Uns lieben wie die Engelein!
Wir wollen kleine Kränzgen winden
Wir wollen kleine Sträußchen binden,
Wir wollen kleine Kinder sein.

Authorship

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

4. Jetzt fühlt der Engel [sung text checked 1 time]

Jetzt fühlt der Engel, was ich fühle!
Ihr Herz gewann ich mir beim Spiele,
und sie ist nun für ewig mein,
ihr Herz gewann ich beim Spiele,
und sie ist nun von Herzen mein.
Du gabst mir, Schicksal, diese Freude,
nun laß auch morgen sein wie heute
und lehr mich ihrer würdig sein.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

5. Balde seh ich Rickchen wieder [sung text checked 1 time]

Balde seh ich Rickchen wieder,
balde bald umarm' ich sie,
munter tanzen meine Lieder
nach der süßten Melodie.

Ach wie schön hats mir geklungen,
wenn sie meine Lieder sang!
Lange hab' ich nicht gesungen,
lange, liebe Liebe, lang!

Denn mich ängsten tiefe Schmerzen,
wenn mein Mädchen mir entflieht,
und der wahre Gram im Herzen
geht nicht über in mein Lied.

Doch jetzt sing' ich, und ich habe
Volle Freude süß und rein.
Ja, ich gäbe diese Gabe
nicht für alle Klöster Wein.

Authorship

Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]