Sieben Volkspoesien für 2 Frauenstimme mit Pianoforte. 2 Hefte

by Alexander Winterberger (1834 - 1914)

Word count: 579

1. Liebeswunden [sung text not yet checked]

Ich wollt' ich läg und schlief
zehntausend Klafter tief
im Schoß der kühlen Erde,
weil du nicht mein kannst werden
und auch nicht mein kannst sein,
so bleib ich jetzt allein.

Komm Erd' und deck' mich zu,
schaff' meiner Seele Ruh'!
Vertilge meinen Namen,
lösch aus die Liebesflammen,
lösch aus die Liebesglut,
die so viel brennen tut!

Das Feuer das brennet so sehr,
die Liebe noch viel mehr,
und hätte das Feuer nicht so gebrennt,
so hätte die Liebe noch kein End'.
Das Feuer, das brennt so sehr,
die Liebe noch viel mehr.

Ich wollt' ich läg und schlief
zehntausend Klafter tief.

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2. Beim Gänserupfen [sung text not yet checked]

Lass dich rupfen, liebes Gänschen
 . . . . . . . . . .

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  • by Anonymous / Unidentified Author

3. Die Kranzwinderin [sung text not yet checked]

Smilje pflückt am kühlen Bach Schön-Smilja,
Pflückte sich den Schooß voll und die Ärmel, 
Flechtete davon drei grüne Kränzchen.
Einen will sie für sich selbst behalten,
Der Gefährtin sie den andern geben,
Läßt den dritten in das Wasser gleiten, 
Biegt sich nieder, leise Worte flüsternd:
Schwimme, schwimm' o Du, mein grünes Kränzchen!
Schwimme bis zu Juris weißem Hofe,
Frag', mein Kränzchen, dorten Juris Mutter:
"Mutter, willst Du Juri nicht vermählen? 
Freie ja nicht eine Wittwe für ihn,
Freie lieber ihm ein schönes Mädchen!" --

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Armes Kind [sung text not yet checked]

Wasser trug das junge Mädchen,
Neigte sich zum Wasser nieder,
Sagte zu sich selbst die Worte:
"Armes Kind! Wie bist so schön du!
Hättest du ein grünes Kränzlein,
Wärst du, Arme, noch viel schöner!
Möchte wohl den Hirten lieben,
Constantin, den jungen Hirten,
Der dahergeht vor den Schafen,
Wie der Mond geht vor den Sternen!"

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Poor child", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Claus-Christian Schuster

5. Das Mädchen an der Donau [sung text not yet checked]

Längs der Donau ging sie wandeln, 
In der Donau sah ihr Bild sie, 
Sah's und zu sich selber sprach sie: 
Lieber Herrgott, wie ich schön bin! 
Hätt' ich nur noch schwarze Augen,
Würd' die Burschen allesammt ich, 
Und auch jenen Herrn bethören, 
Der doch selbst schon hat sein Liebchen.

Authorship

Based on

Confirmed with Bulgarische Volksdichtungen. Gesammelt und ins Deutsch übertragen von Georg Rosen, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1879, page 234.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Die schöne Djurdja [sung text not yet checked]

  „Djurdja, schönes Mädchen Djurdja, 
Möchte dich um etwas fragen, 
Daß du's treu und redlich sagest!“ -- 
„Frag' mich, frag' mich nur, o Jüngling,
Weiß ich's, will ich gern dir's sagen,
Weiß ich's aber nicht, wie könnt' ich?“ 
  „Djurdja, schönes Mädchen, Djurdja,
Sag' mir doch, wie du so schön bist?
Bist vom Himmel du gefallen?
Bist der Erde du entsprossen? 
Hat ein Goldschmied dich gegossen? 
Bist gekrochen durch ein Ringlein?“ --
  „Jüngling, sonderbarer Schwärmer, 
Wo hat je gesehn, gehört man,
Daß ein Mädchen fiel vom Himmel,
Daß es aufwuchs aus der Erde,
Oder daß es goß ein Goldschmied, 
Oder daß es kroch durch Ringlein?
Mich die Mutter hat geboren
An dem edeln Tag der Ostern,
An noch edlerm mich getauft dann,
Davon Djurdja sie mich nannten,
Mich in süßer Milch gebadet, 
Mich gespeist mit krausen Lämmern,
Mich getränkt mit rothem Weine! 
Hab' ein Mütterlein gar liebreich,
Das gar liebreich mich gepflegt hat,
Drum bin ich so schön geworden!“

Authorship

Based on

Confirmed with Bulgarische Volksdichtungen. Gesammelt und ins Deutsch übertragen von Georg Rosen, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1879, page 235. Note for lines 20-21 - "An dem edeln Tag der Ostern" refers to Saint George's Day. Djurdja is the female form of George, or Georgina.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann

7. Des Mädchens Klage [sung text not yet checked]

Wasserholen abends ging ein junges Mädchen, 
Wasserholen ging sie abends in der Dämmrung.
Ein verliebter Knabe trat ihr da entgegen,
Küßte sie und raubt' ihr aus dem Haar das Sträußchen.
Daß der Knab' sie küßte, nahm sie nicht so übel,
Aber bitterböse ward sie ob des Sträußchens.
„Laß mich nur zu Haus sein, werd's der Mutter sagen!“ 

Gradaus zum Gerichte ging das junge Mädchen. 
„Kadhi, hoher Kadhi, richte wie's gerecht ist! 
Wasserholen abends bin ich ausgegangen,
Wasserholen ging ich abends in der Dämmrung.
Ein verliebter Knabe kam mir da entgegen, 
Küßte mich und raubte aus dem Haar den Strauß mir. 
Daß der Knab' mich küßte, nahm ich nicht so übel,
Aber bitterböse bin ich ob des Sträußchens.“ --

„Träfe ich dich, Mädchen, abends in der Dämmrung,
Küßt' ich dich und raubte dir dein Sträußchen selber!“

Authorship

Based on

Confirmed with Bulgarische Volksdichtungen. Gesammelt und ins Deutsch übertragen von Georg Rosen, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1879, page 243.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]