Junge Lieder : Sechstes Buch

by (Friedrich) August Bungert (1845 - 1915)

Word count: 547

1. Minnelied [sung text not yet checked]

  Unter der Linden,
An der Haide,
Wo ich mit meinem Trauten saß,
  Da mögt ihr finden,
Wie wir beide
Die Blumen brachen und das Gras.
  Vor dem Wald mit süßem Schall,
Tandaradei!
Sang im Thal die Nachtigall.

  Ich kam gegangen
Zu der Aue,
Mein Liebster kam vor mir dahin.
  Ich ward empfangen,
Als hehre Fraue,
Daß ich noch immer selig bin.
  Ob er mir auch Küsse bot?
Tandaradei!
Seht, wie ist mein Mund so roth!

  Da gieng er machen
Uns ein Bette
Aus süßen Blumen mancherlei,
  Des wird man lachen
Noch, ich wette,
So Jemand wandelt dort vorbei.
  Bei den Rosen er wohl mag,
Tandaradei!
Merken wo das Haupt mir lag.

  Wie ich da ruhte,
Wüßt' es Einer,
Behüte Gott, ich schämte mich.
  Wie mich der Gute
Herzte, Keiner
Erfahre das als er und ich.
  Und ein kleines Vögelein,
Tandaradei!
Das wird wohl verschwiegen sein.

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  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Peter Low) , "Under the lindens on the heath", copyright © 2002, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le rossignol secret", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Lieder der Minnesinger, Elberfeld, A. L. Friderichs, p. 144


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2. So wundersüss hab' ich geträumt [sung text not yet checked]

So wundersüß hab' ich geträumt zur Nacht,
Und kann mich doch des Traums nicht mehr entsinnen;
Doch fühl' ich noch erwacht
Ein sanftes Feuer durch die Brust mir rinnen,
Das fröhlich mich zu jedem Werke macht.
Gewiß, das ist dein lieber Wille,
Das ist dein Gruß, du hast aus deiner Stille
In roter Frühe zu mir hergedacht.

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3. Die Liebste harrend [sung text not yet checked]

Ich habe, bevor der Morgen
  Im Osten noch gegraut,
Am Fenster zitternd geharret
  Und dort hinaus geschaut.

Und in der Mittagsstunde,
  Da hab' ich bitter geweint,
Und habe doch im Herzen:
  Er kommt wohl noch, gemeint.

Die Nacht, die Nacht ist 'kommen,
  Vor der ich mich gescheut;
Nun ist der Tag verloren,
  Auf den ich mich gefreut.

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  • ENG English (Rufus Hallmark) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (Lewis Novra)
  • ENG English [singable] (Virginia Woods, Mrs. John P. Morgan)
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

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4. Wer's nur verstände [sung text not yet checked]

Was ist gescheh'n? Was ist gescheh'n?
         (Halblaut, wie flüsternd)
Die Sträucher und [Bäum]1 und Blumen und Gras 
[Sie]2 haben mitsammen, ich weiß nicht was. 
Der Schmetterling flattert von Ort zu Ort, 
[Er]3 flüstert der Primel manch [heimlich]4 Wort,
[Und]5 die Primel muß es der Tulpe sagen, 
[Und]5 die Tulpe muß die Aurikel befragen -- 
Das [wispert]6 ohn' Ende! 
Wunderlich! Wunderlich! 
Wer's nur verstände!

Was ist gescheh'n? Was ist gescheh'n? 
         (Lauter, als vorher)
Das Fröschlein ruft aus dem Weiher herauf,
Da schauert die Birke vor Freuden auf ; 
[Und]7 die Vögel schwirren ohn' Ruh' und Rast --
Und [rufen und singen]8 von Ast zu Ast,
[Das ist ein Gewirre, das ist ein Gewimmel
Auf grüner Erde, am blauen Himmel,]9
Das hat kein Ende! 
Wunderlich, wunderlich! 
Wer's nur verstände! 

Was ist gescheh'n? Was ist gescheh'n? 
         (Wieder halblaut, wie verwundert)
[Dort]10 steht ein Paar [an dem]11 Gartenthor. 
[Sie sagen sich wichtige Dinge]12 ins Ohr; --
Und drüben am Hause, da winkt es hinauf, 
Und leise thut sich ein Fenster auf.
[Still wird's auf Erden und still am Himmel, 
(Seufzend) Nur mir im [Herzen bleibt das]13 Gewimmel.
Wer macht ihm ein Ende?]14
Wunderlich, wunderlich! 
Wer's nur verstände!

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Note: the indications in italics were not set by Kücken or Reinecke.
1 Kücken: "Bäume"
2 Kücken, Reinecke: "Die"
3 Reinecke: "Und"
4 Kücken: "heimliches"
5 omitted by Reinecke
6 Kücken: "wispelt" ; Reinecke: "wispert und flüstert"
7 omitted by Kücken
8 Kücken: "singen und rufen"
9 Kücken:
Und die Quellen schwätzen im Waldesdunkel,
und sie winken einander, das giebt ein Gemunkel.
10 Kücken, Reinecke: "Da"
11 Kücken: "am"
12 Reinecke: "Das sagt sich viel wichtige Ding' "
13 Kücken: "Herzen da bleibt ein"
14 Reinecke:
Still wird's auf Erden, am Himmel still,
Mein Herz alleine nicht ruhen will.
Wann hat das ein Ende!

Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Harry Joelson

5. O reiche mir nur den Mund [sung text not yet checked]

O reiche mir nur den Mund
 . . . . . . . . . .

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  • by Anonymous / Unidentified Author

6. Liebeslust aus: Ahnung und Gegenwart [sung text not yet checked]

Die Welt ruht still im Hafen,
Mein Liebchen, gute Nacht!
Wann Wald und Berge schlafen,
Treu' Liebe einsam wacht.

Ich bin so [wach und]1 lustig,
Die Seele ist so licht,
Und eh' ich [liebt']2, da wußt' ich
Von solcher Freude nicht.

Ich fühl' mich so befreiet
Von eitlem Trieb und Streit,
Nichts mehr das Herz zerstreuet
In seiner Fröhlichkeit.

Mir ist, als müßt' ich singen
So recht aus tiefster [Lust]3
Von wunderbaren Dingen,
[Was Niemand sonst bewußt]4.

O könnt' ich Alles sagen!
O wär' ich recht geschickt!
So muß ich still ertragen,
Was mich so hoch beglückt.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 292.

1 Seifert: "wach, so"
2 Kiel: "liebte"
3 Kiel, Seifert: "Brust"
4 Kiel: "Was sonst Niemand bewußt"; Seifert: "Die Niemand sonst bewußt"; Trunk: "Was gewußt"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]