Sechs Lieder mit Begleitung des Pianoforte. 1 Heft

by Johann Christian Baldewein (1784 - 1848)

Word count: 702

1. Der Seefahrer [sung text not yet checked]

Mein Schiff ruht endlich wieder.
Du, meiner Väter Land,
Ich fall' aufs Antlitz nieder
Und küsse deinen Strand!
Froh werd' ich die Altäre
Der heimatlichen Höh'n,
Und froh die Wonnezähre
Der Jugendfreunde sehn!

Und Sie, die schon im Lenze
Der goldnen Kinderzeit
Sich bis zur dunkeln Grenze
Des Lebens mit geweiht,
Zum Kampf' in Silbertönen
Des Nachruhms mich beseelt,
Und früh mein Herz dem Schönen
Und Göttlichen vermählt!

Wie lacht am Tempelhaine,
Bespült von leiser Flut,
Im goldnen Morgenscheine
Mein väterliches Gut!
Da teil' ich Herz und Habe
Mit dir, Psycharion!
Und lächle noch am Grabe
Froh wie Anakreon.

Da bau' ich, leite Gräben,
Bepflanze rings die Höh'n,
Seh' Reblaub hier an Stäben
Und dort an Ulmen wehn;
Und weih' auf meinen Fluren,
Euch Rettern aus Gefahr,
Ein Feld, o Dioskuren -
Mit Wäldchen und Altar.

Authorship

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

2. Trost an Elisa [sung text not yet checked]

Lehnst du deine bleichgehärmte Wange
Immer noch an diesen Aschenkrug?
Weinend um den Todten, den schon lange
Zu der Seraphim Triumphgesange
Der Vollendung Flügel trug?

Siehst du Gottes Sternenschrift dort flimmern,
Die der bangen Schwermuth Trost verheißt?
Heller wird der Glaube [nun dir]1 schimmern,
Daß hoch über seiner Hülle Trümmern
Walle des Geliebten Geist!

Wohl, o wohl dem liebenden Gefährten
Deiner Sehnsucht, er ist ewig dein!
Wiedersehn, im Lande der Verklärten,
Wirst du, Dulderin, den Langentbehrten,
Und wie er unsterblich seyn!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Troost voor Elisa", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Comfort for Elisa", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Réconfort pour Élise", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 90, and with Friedrich von Matthisson, Gedichte, fifteenth edition, Zurich: Orell, Fuessli & Co., 1851, page 63.

First published in Musen-Almanach für 1786, herausgegeben von Voß und Goeking, Hamburg, bey Carl Ernst Bohn, pages 24-25, with the title "Die Unsterblichkeit", subtitle "An Elisa". This first edition has an additional (third) stanza which was left out in later editions.

1 Schubert: "dir nun"

Research team for this text: Melanie Trumbull , Peter Rastl [Guest Editor]

3. Lied aus der Ferne [sung text not yet checked]

[Wann]1, in des Abends letztem [Scheine]2,
  Dir eine [lächelnde]3 Gestalt,
Am Rasensitz im Eichenhaine,
  Mit Wink und Gruß vorüberwallt:
Das ist des Freundes treuer Geist,
Der Freud' und Frieden dir verheißt.

[Wann]1 in des Mondes Dämmerlichte
  Sich deiner Liebe Traum verschönt,
Durch Cytisus und Weymutsfichte
  Melodisches Gesäusel tönt,
Und [Ahndung]4 dir den Busen hebt:
Das ist mein Geist der dich umschwebt.

Fühlst du, beim seligen Verlieren
  In des Vergangnen Zauberland,
Ein lindes, geistiges Berühren,
  Wie Zephyrs Kuß, an Lipp' und Hand,
Und wankt der Kerze flatternd Licht:
Das ist mein Geist, o zweifle nicht!

Hörst du, beim Silberglanz der Sterne,
  Leis' im verschwiegnen Kämmerlein,
Gleich Aeolsharfen aus der Ferne,
  Das Bundeswort: Auf ewig dein!
Dann schlummre sanft; es ist mein Geist,
Der Freud' und Frieden dir verheißt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Lied uit de verte", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Song from far away", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant venant de loin", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Antonio Zencovich) , "Canto dalla lontananza", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich Matthisson Dritte vermehrte Auflage. Zürich, 1794 bey Orell, Gessner, Füssli & Comp., pages 133-134; and with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 274-275.

First published in Musen-Almanach für 1794, herausgegeben von Joh. Heinr. Voß, Hamburg, bey C.E.Bohn, pages 86-87.

1 Matthisson (1811 edition), and Giuliani, Nägeli, Pilz, Schubert: "Wenn".
2 Schubert (2nd version): "Hauche"
3 Zelter: "liebende"
4 Giuliani, Zelter: "Ahnung"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

4. An Laura [sung text not yet checked]

Herzen, die gen Himmel sich erheben,
Thränen, die dem Auge still entbeben,
Seufzer, die den Lippen leis' entfliehn,
Wangen, die mit Andachtsglut sich malen,
Trunck'ne Blicke, die Entzückung stralen,
Danken dir, o Heilverkünderin!

Laura! Laura! horchend diesen Tönen,
Müssen Engelseelen sich verschönen,
Heilige den Himmel offen sehn,
Schwermuthsvolle Zweifler sanfter klagen,
Kalte Frevler an die Brust sich schlagen
Und wie Seraph Abbadona1 flehn!

Mit den Tönen des Triumphgesanges
Trank ich Vorgefühl des Ueberganges
Von der Grabnacht zum Verklärungsglanz!
Als vernähm' ich Engelmelodien
Wähnt' ich dir, o Erde, zu entfliehen,
Sah' schon unter mir der Sterne Tanz!

Schon umathmete mich [Himmelsmilde]2,
Schon begrüßt' ich jauchzend die Gefilde,
Wo des Lebens Strom durch Palmen fleußt!
Glänzend von der nähern Gottheit Strale,
Wandelte durch Paradiesesthale
Wonneschauernd mein entschwebter Geist!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan Laura, toen zij Klopstocks Opstandingslied zong1", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "To Laura, when she sang Klopstock's song of resurrection", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "À Laura, quand elle chantait l'ode à la résurrection de Klopstock", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A Laura, che cantava "Ode alla resurrezione" di Klopstock", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich Matthisson, Mannheim in der neuen Hof- und akademischen Buchhandlung, 1787, pages 17-18, and with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 11-12.

First published in Musen-Almanach für 1785, herausgegeben von Voß und Goeking, Hamburg, bey Carl Ernst Bohn, pages 92-93.

The poem differs, particularly in the fourth stanza, in the editions as of 1811.

Note: The title of the poem refers to C. H. Graun's then-famous setting of Klopstock’s poem Auferstehungslied [The Resurrection Song]. (Note provided by Laura Prichard).

1 The seraph Abbadona is a name in Klopstock's poem of the "penitent devil". (Note provided by Laura Prichard.) The poem is titled "Der Messias" (The Messiah) and probably would have been as familiar to contemporaries as the Auferstehungslied. (Note provided by Melanie Trumbull.)
2 Schubert: "des Himmels Milde"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

5. Die Betende [sung text not yet checked]

Laura betet! Engelharfen hallen
[Frieden]1 Gottes in ihr krankes Herz,
Und, wie Abels Opferdüfte, wallen
Ihre Seufzer himmelwärts.

Wie sie kniet, in Andacht hingegossen,
Schön, wie Raphael die Unschuld malt!
Vom Verklärungsglanze schon umflossen,
Der um Himmelswohner strahlt.

O sie fühlt, im leisen, linden Wehen,
[Froh des Hocherhabnen]2 Gegenwart,
Sieht im Geiste schon die Palmenhöhen,
Wo der Lichtkranz ihrer harrt!

So von Andacht, so von Gottvertrauen
Ihre engelreine Brust geschwellt,
Betend diese Heilige zu schauen,
Ist ein Blick in jene Welt!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La dona pregant", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De biddende", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The praying woman", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La femme à la prière", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Colei che prega", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 6; and with Friedrich Matthisson's auserlesene Gedichte, herausgegeben von Joh. Heinr. Füssli, Zürich, bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie, 1791, page 78.

First published in Lieder von Friedrich Matthisson. Breslau, bey Gottlieb Löwe. 1781, page 36; and then, with Rust's setting, in Deutsches Museum Erster Band. Jänner bis Junius. 1784. Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung. Erstes Stück. Januar 1784, in the appendix following page 96.

1 Matthisson (1781 edition), and Rust: "Tröstung"
2 Matthisson (1781 edition), and Rust: "Näher ihres Gottes"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

6. Das Todtenopfer [sung text not yet checked]

Die Berge stehn so düster,
Von Nebeldunst umflort;
Durch banges Rohrgeflüster
Rinnt schwach das Bächlein fort;
Ein fernes Hirtenfeuer,
Am grauen Fichtenhain,
Hellt matt der Dämmrung Schleyer,
Wie Leichenfackel-Schein.

Aus Warten und aus Klüften
Fleugt scheu die Eul' empor;
Es gehn aus ihren Grüften
Die Geister leis' hervor;
Still tanzen, in Ruinen,
Die Gnomen und die Fey'n,
Vom Glühwurm bleich beschienen,
Den abendlichen Reih'n.

Am Seegestad' erlöschen
Des Dorfes Lämpchen schon;
Des Klosters dunklen Eschen
Entlispelt Klageton;
Die Sterne blinken traurig
Vom Herbstgewölk umgraut;
Die Winde seufzen schaurig
Im hohen Farrenkraut.

Des Traurenden Gedanken
Entschweifen bang dem Schooß
Der Alpenwelt, und wanken
Um ferner Gräber Moos.
Tief ist die Ruh' der Grüfte;
Der Morgensonne Licht,
Das Wehn der Frühlingslüfte,
Weckt ihre Schlumm'rer nicht.

O Freunde! deren holde
Gestalten, mildumstralt
Von blassem Abendgolde,
Mir die Erinnrung malt:
[Fünf]1 Kränze von Platanen
Bringt, hier am Felsaltar,
Die Sehnsucht euren Manen
Zum Todtenopfer dar.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "L'offrande aux morts", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Nägeli: "Die"

Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Melanie Trumbull