5 Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte aus dem Wilden Jäger von J. Wolff

by Karl Köhl

1. Lied Ludolf's [sung text not yet checked]

Ein Jäger ging zu birschen
Durch Gras und grünen Klee,
Nicht Bär, nicht Luchs und Hirschen,
Ach! nur ein braunes Reh.
Das hatte blaue Aeugelein,
Und wild war's allerdings
Und hatt' ein rothes Mündelein,
Und auf zwei Füßen ging's.

Das Lächeln seines Grußes,
Dem Jäger lag's im Sinn,
Die Fährte seines Fußes
Stand ihm im Herzen drin.
Wo schleichest du, mein Rehlein schlank?
Wo steckst du im Verhau?
Du knicktest ja in Schritt und Schrank
Kein Gräschen um im Thau.

So wank' ich denn und schweife,
Wohin mein Herz mich führt,
Ob nicht auf Such' und Streife
Die Liebe dich verspürt.
Dann werfe ich wie ein Geflecht
Um dich die Arme rund
Und geb' den Fang nach Jägerrecht
Dir auf den Rosenmund.

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Lied der Waldtraut [sung text not yet checked]

Es wächst ein Kraut im Kühlen,
Wo Vollmondstrahl geruht
Und wer es trägt, muß fühlen,
Wie Lieb' im Herzen thut.

Wüßt' ich den Platz, den rechten,
Vom Kraut im grünen Wald,
Wollt' ich's ins Sträußlein flechten,
Einem stolzen Knaben bald.

Und käm' er dann zur Linde
Im Dorfe, wollt' ich sehn,
Wie's mit dem Angebinde
Dem Knaben würd' ergehn.

Ein Blättchen, abgerissen,
Trüg' ich wohl auf der Brust,
Möcht' selber gerne wissen,
Ob's Leid bringt oder Lust.

Schwarzspecht, mit deinen Gaben
Schaff' mir das Kraut heran
Und zeig' mir auch den Knaben,
Dem ich es schenken kann.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Lied der Waldtraut [sung text not yet checked]

Ich ging im Wald 
Durch [Kraut]1 und Gras
Und dachte dies
Und dachte das,
Da hört' ich es kommen und gehn, --
Husch! husch!
Hinter'm Busch,
Da hat mich ein Jäger gesehn.

Hab' mich geduckt,
Durch's Laub gespäht
Und wollte fort,
Da war's zu spät,
Sein Hündlein kam spürend getrappt,
Husch! husch!
Hinter'm Busch,
Da hat mich [ein]2 Jäger ertappt.

[Er frug, warum
Ich mich versteckt,
Ob er mir Furcht 
Und Angst erweckt]3,
Ich sagte: O, dass ich nicht wüsst'!
Husch! husch!
Hinter'm Busch --
[Husch! hat]4 mich [ein]2 Jäger geküsst.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Oehme: "Laub"; further changes may exist not shown above.
2 Wieninger: "der"
3 Greger: "Er fragte, ob / Er mich erschreckt, / Ob er mir Angst / Und Furcht erweckt."
4 Greger: "Da hat"

Research team for this text: Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler

4. Lied der Waldtraut [sung text not yet checked]

Alle Blumen möcht' ich binden,
Alle dir in einen Strauß
Und mit Kränzen dich umwinden,
Daß du lachend säh'st heraus.

Alle Vögel möcht' ich fangen,
Alle dir nach meinem Sinn,
Wenn sie in den Zweigen sangen,
Wies ich stets zu dir sie hin.

Alle Schätze möcht' ich heben,
Alle aus der Tiefe Schoß,
Daß ich dir sie könnte geben
Und du würdest reich und groß.

Ach! was kann ich, und was hab' ich!
Bin ich doch so arm wie du,
Was ich hatte, ach! das gab ich,
Und mich selbst, mich selbst dazu.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Lied der Wulfhilde [sung text not yet checked]

Leer ist der Tag, er geht zu Ende,
Fort, heißes, unbarmherziges Licht!
Komm, süße Trösterin Nacht und sende
Herauf mir mein liebes Traumgesicht.
Dann seh' ich ihn wieder mit Entzücken,
Den Stern meines Lebens, der mir verblich,
Und ich darf an die sehnende Brust ihn drücken,
Und es träumet mein Herz, er liebte mich.
Seine Hand so warm, seine Lippen so wonnig,
Und er spricht es zu mir, das berückende Wort,
Seine Stirn so klar, sein Auge so sonnig,
Durch alle Himmel trägt er mich fort.

Authorship:

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani
Total word count: 487