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6 Deutsche Lieder

by Franz Danzi (1763 - 1826)

1. Ich hab' ein Mädchen [sung text checked 1 time]

Ich hab' ein Mädchen,
Es ist das schönste
Auf unsern Fluren;
Aber ich nenn' es euch nicht!

Ich lieb' ein Mädchen,
Es ist die Rose
In unserm Garten;
Aber ihr findet sie nicht!

Ich lieb' ein Mädchen,
Sein Nahme klinget
Süß, wie Gesänge;
Aber ich sag' ihn euch nicht!

Ich lieb' ein Mädchen,
Es folgt den Hirschen
[Kühn]1, wie Diane;
Aber ihr kennet sie nicht!

Ich bin verrathen! 
Denn keinem Mädchen, 
Als nur Elise'n, 
Gleichet das freundliche Bild!

Authorship:

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Confirmed with Gedichte von Karl Reinhard, neue Ausgabe, Altona: bei Johann Friedrich Hammerich, 1819, pages 77 - 78.

1 Danzi: "Schön"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

2. Sie fliehet fort! [sung text checked 1 time]

Sie fliehet fort! Es ist um mich geschehen!
Ein weiter Raum trennt [Galatheen]1 von mir.
Dort floh sie hin. Komm Luft mich anzuwehen!
Du kömmst vielleicht von ihr.

Sie fliehet fort! Sagt [Galatheen]1 ihr Flüsse,
Daß ohne sie der Wiesen Schmuck verdirbt!
Ihr eilt ihr nach, -- sagt, daß der Wald sie misse,
Und daß ihr Schäfer stirbt!

Welch Thal blüht jetzt, von ihr gesehen, besser?
Wo tanzt sie um ein Labyrinth? Wo füllt
Ihr Lied den Hain? Welch glückliches Gewässer
Wird schöner durch ihr Bild?

Nur einen Druck der Hand, nur halbe Blicke;
Ach, [einen]2 Kuß, wie sie mir vormahls gab,
Vergönne mir von ihr; dann stürz, o Glücke,
Mich, wenn Du willst, ins Grab!

[ ... ]

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

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Confirmed with Ewald von Kleist's Werke. Erster Theil. Gedichte. -- Seneca. -- Prosaische Schriften, herausgegeen und mit Anmerkungen begleite von Dr. August Sauer, Berlin, Gustav Hempel, 1881, pages 74-75.

1 Bach, Danzi: "Lalagen" (note: this name appears in Horace)
2 Danzi: "nur einen"
3 Bach: "Amint"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Ferdinando Albeggiani , Johann Winkler

3. So viel ich mich besinnen kann [sung text checked 1 time]

So viel ich mich besinnen kann,
schickt' ich von früher Jugend an
mich niemals nach dem Sinn der Leute,
war auch wohl dümmer noch als heute.
D'rum mocht' ich toben, mochte fluchen
und es auf jede Art versuchen -
ich blieb Hans Dampf und weiter nichts.

Zwar fühlt' ich, es sei meine Schuld,
und dennoch riss mir die Geduld;
da sprach ich keck auf meine Weise:
Hans Dampf, begib dich auf die Reise!
Ich ging zum Onkel, ging zur Tante
und sagte: Liebe Anverwandte,
nur Geld begehr' ich, weiter nichts.

Der Onkel forscht': Wozu das Geld?
Zu einer Reise in die Welt!
Ich will auf klassischen Gefilden
mich schnell zum großen Manne bilden.
Ei, Neffe, such auch einzutauschen -
Herr Onkel, was? - fragt' ich mit Lauschen;
Dir fehlt Verstand und weiter nichts.

Mit Onkeln muss man höflich sein,
d'rum streich ich Geld und Pille ein.
Griff kühn nach einem Wanderstabe
und wollte nun in einem Trabe
hinein ins Land der Hottentotten.
Doch leider - ach, ihr müsst nicht spotten! -
Nur Schwaben sah ich, weiter nichts.

Hier war's, wo mich der lose Wicht,
Gott Amor - ei, wer kennt ihn nicht? -
zu seiner Fahne konskribierte
und mich zur Liebe requirierte.
Soll ich das Mädchen euch beschreiben,
sag ich's, um nicht zu übertreiben:
Nur göttlich war sie, weiter nichts.

Doch wahrte sie zu meiner Pein
Im Busen sich ein Herz von Stein!
Ich hab' ihr oft auf meinen Knien
den ganzen Siegwart vorgeschrien,
und träumt' ich dann vom Götterglücke,
so sprach sie schnell mit holdem Blicke:
Du bist ein Narr, und weiter nichts!

Ich löste mich in Seufzer auf,
den Tränen ließ ich freien Lauf.
Ich trug ihr Bildnis auf der Weste,
zu ihrer Ehre gab ich Feste.
Ich nahte mich nur mit Geschenken,
und was geschah? - Man kann sich's denken:
Mein Geld war all', und weiter nichts.

Jetzt hört' ich erst die neue Mär',
dass sie bereits versprochen wär'!
Damit ich dies bestätigt fände,
fiel ich dem Bräut'gam in die Hände,
und der - ein wahres Ungeheuer! -
versalzte mir mein Abenteuer;
den Prügel kriegt' ich, weiter nichts.

In dieses Lebens grausem Sturm,
da zeigte sich mir armem Wurm
ein Weib, zwar etwas schon bei Jahren,
doch reich an Gold, wie ich erfahren,
und deshalb hatt' ich sie genommen;
doch ach! wie war ich angekommen!
Die Alte hatt' ich, weiter nichts!

Da sandte Gott, zu dem ich rief,
ihr bald darauf den Scheidebrief.
Kaum lag sie eine Stund' im Grabe,
verkauft' ich ihre kleine Habe
und zieh' nun heim zum Vaterlande;
und forscht der Onkel nach Verstande,
bin ich Hans Dampf und weiter nichts.

Authorship:

Researcher for this text: Johann Winkler

4. Ich denke dein [sung text checked 1 time]

Ich denke dein,
[Wenn]1 durch den Hain
Der Nachtigallen
Akkorde schallen!
[Wann]2 denkst du mein?

Ich denke dein
Im Dämmerschein
Der Abendhelle
Am Schattenquelle!
Wo denkst du mein?

Ich denke dein
Mit süßer Pein,
Mit bangem Sehnen
Und heißen Thränen!
Wie denkst du mein?

[O denke mein,]3
Bis zum Verein
Auf besserm Sterne!
In jeder Ferne
Denk' ich nur dein!

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Denken aan", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Remembrance", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Souvenir", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A te va il mio pensiero...", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Caê Vieira) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 276-277, and with Friedrich von Matthisson, Gedichte, fifteenth edition, Zurich: Orell, Fuessli & Co., 1851, pages 217-218.

First published in Flora Teutschlands Töchtern geweiht von Freunden und Freundinnen des schönen Geschlechts. Erstes Vierteljahr. Tübingen, 1802. In der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, pages 3-4.

1 Matthisson (editions until 1803): "Wann"
2 Matthisson (editions after 1803): "Wenn"
3 Matthisson (Flora 1802): "Ich denke dein"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

5. Dort jenseits den Bergen [sung text checked 1 time]

Dort jenseits den Bergen, dort jenseits dem See,
dort wohnet mein Liebchen, mein Alles wohnt dort.
Es fasst mich mit heißem, mit schaurigem Weh',
denk' ich an den lieben, den heimlichen Ort,
wo Liebchen mir wohnet, wo oft ich sie sah;
der Ort ist so ferne, das Leiden ist nah'.

Es stürmet aus Osten die Welle, sie brauset,
und weinend seh' ich in die Weite hinaus.
Sonst haben mich Stürme und Wogen umsauset,
ich achtete nicht auf den kämpfenden Graus,
ich hörte mein Liebchen, ich sah ihr Gesicht!
Ach, alles vergehet, mein Leiden nur nicht!

Und schweigen die Winde, und legt sich die Welle,
so lächelt mir immer mein Liebchen noch nicht.
Was kümmert mich Armen des Abendrots Helle?
Sie rötet mir nicht mehr des Liebchens Gesicht.
Was kümmern mich Luna und Hesperus' Stern?
Mein Leiden nur fühl' ich, denn Liebchen ist fern.

Authorship:

Researcher for this text: Johann Winkler

6. Dir nah', o die ich liebe [sung text checked 1 time]

Dir nah', o die ich liebe,
umfing mich hold das Glück;
dir fern, o die ich liebe,
verklag' ich mein Geschick!
Ich seufze deinen Namen
um Mitternacht allein;
kein Ohr erlauscht den Namen,
die Stille saugt ihn ein.

Er klingt wie Sternenreigen
aus unbewegter Luft,
wie Hauch aus Blütenzweigen
an frommer Unschuld Gruft.
Oft nur geseh'n von Sternen
ruf' ich den Namen laut,
und heilig tönt's durch Fernen
wie Äolsharfen laut.

Es folgt auf allen Wegen,
Geliebte, mir dein Bild,
strahlt mir vom Bach entgegen
wie Luna engelmild.
Es ist dem kranken Herzen,
es ist der wunden Brust
die Quelle herber Schmerzen
und namenloser Lust.

Es ruht, solang' ich träume,
ich fühl' es, mir im Arm,
und wenn ich nicht mehr träume,
enteilt es meinem Arm.
Wann, o wann werd' ich lauschen
der süßen Stimme Klang?
Darf ich der Stimme lauschen,
verstummet mein Gesang.

Authorship:

Researcher for this text: Johann Winkler
Total word count: 1003