Wenn sich ein junger Knabe muß Von seinem Mädchen scheiden, Wie bringt doch jeder letzte Kuß Statt Lust nur neues Leiden! Und wenn erst gar die Stunde schlägt, Und er sich losgerissen, Das arme Herz es kaum erträgt, Das Auge will zerfließen. [Nun]1 geht er seiner Straße nach, Die Brust will ihm zerspringen; Was kümmert ihn der Frühlingstag, Und ob die Vögel singen! Bis um ihn her [sich]2 weit und breit [Die stille Nacht geschwungen]3, Da hat er denn sein Herzeleid In Liedern ausgesungen.
Wenn zwei sich gut sind. Liedercyklus für Sopran und Bariton mit Pianoforte, op. 52
Song Cycle by Carl Grammann (1842 - 1897)
1. Abschied  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Scheiden", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, in Wanderers Nachtlieder, no. 1, first published 1844
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Lieder von R. Reinick, Maler, Berlin: Verlag von Carl Reimarus, Gropius'sche Buch- und Kunsthandlung, 1844, page 58.
1 Bussmeyer: "Da"2 Bussmeyer: "ist"
3 Bussmeyer: "Der laute Tag verklungen"
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
2. Wanderers Nachtlied  [sung text not yet checked]
Dort unten hinter dem Walde Steht meines Liebchens Haus; Da schaut sie jetzt zum Fenster In den dunkeln Garten hinaus. Schaut nach der Gartenpforte, Wo ich von dannen schied, Und in die dunkle Ferne Und singt ein Abendlied. Naß sind vom Thau die Blumen Und auch das grüne Gras, So sind auch ihre Augen Jetzt wohl von Thränen naß.
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), no title
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]3. Trost im Scheiden  [sung text not yet checked]
Du ziehst dahin, der Trennung Schmerz Wie trüg ihn wohl das arme Herz, Wenn nicht ein süßer Trost ihm bliebe? Wo du auch wandelst, bin ich dein, Wo du auch weilst, du bist ja mein, Ich hab' ja dich und meine Liebe! Ich hab' ja meine Lieb' und dich! Wer könnte nur beklagen sich, Dem solch ein Trost noch übrig bliebe. Kann wohl dein Herze was erfreun, Daß ich nicht spräch': es ist auch mein? Ich hab' ja dich und meine Liebe! Die Herrlichkeit der schönen Welt, Die jetzt dein liebes Aug' erhellt, Glaub' nicht, daß dir allein sie bliebe. Und faßt dich Schmerz, was Gott verhüt', Ich trag' ihn still und freudig mit; Ich hab' ja dich und meine Liebe! Die Lieb', die mir in's Herz gebannt, Trägt mich zu dir durch Meer und Land; Wer sagt denn, daß ich einsam bliebe? Ich jauchz' und wein' mit dir zugleich, Bin auch nicht arm, bin ja so reich, Ich hab' ja dich und meine Liebe.
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Trost im Scheiden", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, first published 1844
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Researcher for this page: Harry Joelson4. Liebesbotschaft  [sung text not yet checked]
Wolken, die ihr nach Osten eilt,
Wo die eine, die Meine weilt,
All meine Wünsche, mein Hoffen und Singen
Sollen auf eure Flügel sich schwingen,
Sollen euch Flüchtige
Zu ihr lenken,
Daß die Züchtige
Meiner in Treuen mag gedenken!
Singen noch Morgenträume sie ein,
Schwebet leise zum Garten hinein,
Senket als Tau euch in schattige Räume,
Streuet Perlen auf Blumen und Bäume,
Daß der Holdseligen,
Kommt sie gegangen,
[Alle]1 die fröhlichen
Blüten sich öffnen mit lichterem Prangen!
Doch vor des Tages verletzender Gluth,
Freundliche Wolken, o, nehmt sie in Hut!
Wollet in lichtem, in luftigem Schweben
Dann einen duftigen Schleier weben:
Rufet die spielenden
Luftgenossen,
Daß von kühlenden
Westen werde die Süße umflossen!
Und am Abend, in stiller Ruh'
Breitet der sinkenden Sonne euch zu!
Mögt mit Purpur und Gold euch malen,
Mögt in dem Meere von Gluten und Strahlen
Leicht sich schwingende
Schifflein fahren,
Daß sie singende
Engel glaubet auf euch zu gewahren.
Ja, wohl möchten es Engel sein,
[Wäre]2 mein Herz gleich ihrem rein;
All' meine Wünsche, mein Hoffen und Singen
Zieht ja dahin auf euren Schwingen,
Euch, ihr Flüchtigen,
Hinzulenken
Zu der Züchtigen,
Der ich einzig nur mag gedenken!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Liebesbotschaft", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, first published 1844
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Liefdesboodschap", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
1 Schumann: "All' "
2 Schumann: "Wär' "
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
5. Seit er von mir gegangen  [sung text not yet checked]
Seit er von mir gegangen, Wie still die Welt umher! Daß einst die Vögel sangen, Ich weiß es gar nicht mehr. So viel der Blumen blühen, Mir gilt nicht mehr ihr Schein - Seit er von mir gegangen Läßt alles mich allein. Wer freut sich nicht herzinnig, Sieht er beisammen stehn Zwei Menschen, die einander Recht treu in's Auge seh'n. Wer einsam ist und trauert, Den läßt man traurig sein - Seit er von mir gegangen, Wie könnt' ich fröhlich sein? Die Blumen in dem Garten Sie wuchern wild umher, Wie sollt' ich ihrer warten? Ich brauche sie nicht mehr. Der Sonnenschein da draußen Macht meinen Augen Noth - Seit er von mir gegangen Sind sie vom Weinen roth. Wird wol ein Tag noch kommen, Wo ich den Sonnenschein, Die Vögel und die Blumen Mag sehn und fröhlich sein? Wo ich vor Freuden singe, Ein Lied vor lauter Lust? Seit er von mir gegangen - Kein Laut in meiner Brust.
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Seit er von mir gegangen"
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Researcher for this page: Harry Joelson6. Sommernacht  [sung text not yet checked]
Der [laute]1 Tag ist fortgezogen Es kommt die stille Nacht herauf Und an dem weiten Himmelsbogen Da gehen tausend Sterne auf Und wo sich Erd' und Himmel einen In einem lichten [Nebelband]2 [Beginnt]3 der helle Mond zu scheinen Mit mildem Glanz ins dunkle Land. Da geht durch alle Welt ein Grüßen Und schwebet [hin]4 von Land zu Land Das ist ein leises Liebesküssen Das Herz dem Herzen [zugesandt]5 Das im Gebete aufwärts steiget Wie gute Engel, leicht beschwingt Das sich zum fernen Liebsten neiget Und süße Schlummerlieder singt. Und wie es durch die Lande dringet Da möchte Alles Bote sein Ein Vogel es dem andern singet Und alle Bäume rauschen d'rein Und durch den Himmel geht ein [Winken]6 Und auf der Erde nah und fern Die Ströme heben an zu blinken Und Stern verkündet es dem Stern. O Nacht, wo solche Geister wallen Im [Mondenschein]7, auf lauer Luft O Nacht, wo solche Stimmen schallen Durch lauter reinen [Blütenduft]8 O Sommernacht, so reich an Frieden So reich an stiller Himmelsruh' Wie weit zwei Herzen auch geschieden Du [führest]9 sie einander zu!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Sommernacht", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, first published 1844
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , "夏夜", copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- CHI Chinese (中文) [singable] (Dr Huaixing Wang) , "夏夜", copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English [singable] (Gwendolen Gore) , "Midsummer Night"
- GER German (Deutsch) (Dr Huaixing Wang) , "夏夜", copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
1 Lassen: "lange"; further changes may exist not shown above.
2 Blumenthal: "Nebelland" (printing error?)
3 Blumenthal: "Hebt an"
4 Vesque von Püttlingen: "fort"
5 Blumenthal and Vesque von Püttlingen: "zugewandt"
6 Blumenthal: "trautes Winken"
7 Blumenthal: "Mondesschein"
8 Blumenthal and Vesque von Püttlingen: "Blumenduft"
9 Blumenthal: "leitest"
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Andrew Schneider [Guest Editor]