Liedercyklus

Song Cycle by Erich Zeisl (1905 - 1959)

Word count: 379

1. Seufzer der Sehnsucht [sung text not yet checked]

Größer kein Herzeleid,
Als in der Rosenzeit
Einsam verkünunern.
Lieber von Menschen weit
Im Alter verwimmern,
Als in der Rosenzeit
Einsam verkümmern. 

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Die du so fern bist [sung text not yet checked]

Die du so fern bist in der grossen Stadt,
Ich grüsse dich, die mein vergessen hat.

Einst hast du meiner Tag und Nacht gedacht,
Stunden des Glücks mit mir verbracht, verlacht.

Froh unter Scherzen schlossen wir den Bund -
funkelt dein Auge noch, und lacht dein Mund?

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Letzter Tanz [sung text not yet checked]

Es glüht im Fieber das graue Haus,
Lichtstreifen fallen breit hinaus
Auf sommertrübe Gassen,
Es flammt der Saal von Kerzen ganz,
Und wir beide tanzen den letzten Tanz
Eh' wir uns müssen lassen.
 
Ich bin gezogen von Meer zu Meer,
Und als ich heimkam, die Taschen schwer,
Warst Du die Braut eines Andern;
Die Spatzen riefen's von jedem Dach,
Die Basen zischten und sprachen's nach:
Das kommt vom Wandern, vom Wandern.
 
Wir tanzen als habe der Tod Dich gepackt,
Es fegt Deine Schleppe spitzengezackt
In welken Orangenzweigen,
Schon geht der Zeiger auf Mitternacht,
Dein junger Gemahl er sieht's und lacht --
Es schluchzen so wild die Geigen . .
 
Ich wollte, wir irrten im nordischen Land
Von keinem geliebt, von keinem gekannt,
Im Schneesturm über die Heide,
Und daß Du ruhtest unbewußt
In meinem Mantel, an meiner Brust,
Und daß wir stürben beide.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Last dance", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. So regnet es sich langsam ein [sung text not yet checked]

So regnet es sich langsam ein
und immer kürzer wird der Tag
und immer seltener der Sonnenschein.

Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn...
gib mir die Hand und komm...
wir wollen sie [uns]1 pflücken gehn...

Es werden wohl die letzten sein!

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  • ENG English (Walter A. Aue) , "Thus slowly starts the season's rain", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Berg.

Researcher for this text: Virginia Knight

5. Last rose [sung text not yet checked]

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6. Der Fromme [sung text not yet checked]

Es ging der fromme Herr Kaplan,
Nachdem er bereits viel Gutes getan,
In stiller Betrachtung der schönen Natur
Einst zur Erholung durch die Flur.

Und als er kam an den Waldessaum,
Da rief der Kuckuck lustig vom Baum:
«Wünsche guten Abend, Herr Kollege!»
Der Storch dagegen, nicht weit vom Wege,
Steigt in der Wiese auf und ab
Und spricht verdrießlich: «Plapperapapp!

Gäb's lauter Pfaffen lobesam,
Ich wäre längst schon flügellahm!»
Man sieht, daß selbst der frömmste Mann
Nicht allen Leuten gefallen kann.

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

9. Der Briefmark [sung text not yet checked]

Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
Da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens!

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "A manly stamp", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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13. Grabschrift

Note: this is a multi-text setting


Hier faulet Mimulus, ein Affe.
Und leider! leider! welch ein Affe!
So zahm, als in der Welt kein Affe;
So rein, als in der Welt kein Affe;
So keusch, als in der Welt kein Affe;
So ernst, als in der Welt kein Affe;
So ohne Falsch. O, welch ein Affe!
Damit ich's kurz zusammenraffe:
Ein ganz originaler Affe.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]


[Da]1 liegt er nun, der kleine liebe Pavian,
Der uns so Manches nachgethan!
Ich wette, was er jetzt gethan,
Thun wir ihm Alle nach, dem lieben Pavian.

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Confirmed with Epigramme, Xenien, Distichen, Gnomen deutscher Dichter aus dem sechzehnten Jahrhundert bis auf die Gegenwart. Eine epigrammatische Sammlung mit biographischen Notizen, herausgegeben von Herrmann Josef Landau, Prag, Selbstverlag des Verfassers, 1888, page 80.

1 Gál: "Hier"

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