6 Lieder von Fr. Rückert

Song Cycle by Ferdinand von Hiller (1811 - 1885)

Word count: 575

1. Götter! keine frostige Ewigkeit! [sung text not yet checked]

Götter! keine frostige
Ewigkeit!
[Eine]1 freudenmostige
Jugendzeit,
[Eine]2 nie sich trübende,
Liebeswonnen übende
Seligkeit!

Nicht mit Lorbeerblatte mir
Lohn', o Welt!
Bleib', o Myrthenschatte, mir
Still gesellt,
Bis mir auf's vergessene
Grab einst der cypressene
Schatte fällt.

Authorship

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1 Hauptmann: "Gebt mir"
2 Hauptmann: "Schenket"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

2. Er ist gekommen  [sung text not yet checked]

Er ist gekommen
In Sturm und Regen,
Ihm schlug beklommen 
Mein Herz entgegen.
Wie konnt' ich ahnen, 
Daß seine Bahnen
Sich einen sollten meinen Wegen?

Er ist gekommen 
In Sturm und Regen,
Er hat genommen 
Mein Herz verwegen.
Nahm er das meine? 
Nahm ich das seine?
Die beiden kamen sich entgegen.

Er ist gekommen 
In Sturm und Regen.
Nun ist [entglommen]1 
Des Frühlings Segen.
Der Freund zieht weiter, 
Ich seh' es heiter,
Denn [er bleibt mein]2 auf allen Wegen.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Hij is gekomen in storm en regen", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Kenneth Smith) , "He came in storm and rain", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English [singable] (John Sullivan Dwight) , "His coming"
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Il est venu sous la tempête et la pluie", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Note: this poem appears in collections in different places: Zweiter Strauß, Geschieden, no. 3 (and sometimes 7); and Erster Strauss, no. 35.
1 C. Schumann: "gekommen"
2 Franz: "mein bleibt er"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. O mein Stern  [sung text not yet checked]

O mein Stern!
Nah und fern
War mir mancher holde Strahl erschienen;
Doch ich fand
Unbestand,
Und die Treu' allein in deinen Mienen.

O mein Stern,
Den ich gern
Lass' in meines Herzens Tiefe schauen!
Dir allein
Meine Pein,
Dir allein will ich mein Weh vertrauen.

O mein Stern!
Zu dem Herrn
Fleh' ich, der mir diesen Strahl beschieden,
Daß er mich
Sanft durch dich
Führ' aus meinem Kampf zu deinem Frieden.

O mein Stern,
Der vom Herrn
Mir an des Gemüthes Himmelsbogen
Ward gesetzt,
Ungenetzt
Von dem Gischte sturmbewegter Wogen!

O mein Stern
Der sich gern
Her zum Aufruhr meiner Seele neiget,
Eine Bahn
Diesem Kahn
Durch die Nacht und durch die Klippen zeiget!

O mein Stern,
Soll ich fern
Deinem sänftigenden Strahlen schreiten?
Doch verspricht
Mir dein Licht,
Mich auf allen Pfaden zu begleiten.

Authorship

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Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Du hast mir hell ins Herz geblickt  [sung text not yet checked]

Du hast mir hell in's Herz geblickt,
Daß Frühling drin entsprungen;
Und dich hat manches Lied erquickt,
Das ich dir so gesungen. 

Verlieren werd' ich nie die Lust,
Die du mir hast gegeben;
Und was sich regt' in deiner Brust,
O laß auch es da leben.

Du bleibst in deinem stillen Sein,
Und ich muß weiter fahren.
Laß dankbar eingedenk uns sein,
Was wir einander waren.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Liebster deine Worte  [sung text not yet checked]

Liebster, deine Worte stehlen
Aus dem Busen mir das Herz.
O wie kann ich dir verhehlen
Meine Wonne, meinen Schmerz!

Liebster, deine Töne ziehen
Aus mir selber mich empor,
Laß uns von der Erde fliehen
[ Zu der selgen Geister Chor!]1

Liebster, deine Saiten tragen
Durch die Himmel mich im Tanz,
Laß um dich den Arm mich schlagen,
Daß ich nicht versink im Glanz!

Liebster, deine Lieder [ranken]2
Mir ein' Strahlenkranz ums Haupt,
O wie kann ich dir es danken,
Wie du mich so reich umlaubt.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Gezang", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Beloved, your words steal", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Canto", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann repeats this verse.
2 or "wanken"

Researcher for this text: Margo Briessinck

6. Sind die Flügel nicht verliehn [sung text not yet checked]

Sind dir Flügel nicht verliehn
Mir in's Ferne nachzuziehn?
Sind doch Flügel mir gegeben,
Dich aus Fernen zu umschweben.

Denke, daß mein Dichtergeist
Ungesehn dich hier umkreist,
Dir in diese stillen Räume
Führend Schaaren holder Traume!

Wenn dich grüßt ein Sonnenstrahl
Oder eine Blum' im Thal,
Denke, -- daß es dich erquicke --
Daß der Freund den Gruß dir schicke!

Wenn es in den Lauben rauscht,
Wo der Freund dir einst gelauscht,
Denke, -- daß es dich berausche --
Denke, daß ich noch dir lausche!

An den Stellen lieb und traut,
Wo in's Aug' ich dir geschaut,
Wo du mir in's Ange schautest
Und mir ganz dein Herz vertrautest;

Wo der Freund nicht bei dir sitzt,
Sitzt sein Angedenken itzt.
Laß es nicht auf Dornenspitzen,
Sondern weich auf Rosen sitzen!

Wenn du denkest, daß im Raum
Blüht um mich dein Liebestraum,
Wenn du denkest, daß auf's neue
Ich durch dich der Welt mich freue;

O so wirst du auch dich scheu'n,
Ander's als dich mein zu freu'n;
Heiter unter Blüthenbäumen
Wirst von deinem Dichter träumen.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]