Stimmungen. Gedichte von H. Leuthold für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Hans Huber (1852 - 1921)

Word count: 442

1. Blätterfall  [sung text not yet checked]

Leise, windverwehte Lieder,
Mögt ihr fallen in den Sand!
Blätter seid ihr eines Baumes,
Welcher nie in Blüthe stand.

Welke, windverwehte Blätter,
Boten naher Winterruh',
Fallet sacht! . . . ihr deckt die Gräber
Mancher todten Hoffnung zu.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Fall of leaves", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Gedichte von Heinrich Leuthold, Dritte vermehrte Auflage, Frauenfeld, Verlag von J. Huber, 1884, p. 3.


Researcher for this text: Harry Joelson

2. Lenzlied [sung text not yet checked]

Buntbeblümte Wiesen dehnen
Fernhin sich, die Luft weht lind;
Auf umsonnten Wolkenkähnen
Kam der Lenz in's Land geschwind . . .
Buntbeblümte Wiesen dehnen
Fernhin sich, die Luft weht lind.

Laß mein Haupt an deines lehnen,
Rühr die Harfe, holdes Kind!
Lieblich wie Gesang von Schwänen
Klagt ihr Ton im Abendwind . . .
Laß mein Haupt an deines lehnen
Rühr' die Harfe, holdes Kind!

Zages Hoffen, süßes Wähnen
Schwellt die Seele mir gelind;
Banges, langverhaltnes Sehnen
Löst sich; Quellen rieseln lind . . .
Ach, ich weiß nicht, ob es Thränen,
Oder ob es Lieder sind.

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Heinrich Leuthold, Dritte vermehrte Auflage, Frauenfeld, Verlag von J. Huber, 1884, p. 5.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Roman [sung text not yet checked]

Da liegt im Schatten der Linden
Einsam das Gotteshaus;
Glockenklang mit den Winden
Zittert in's Land hinaus.

Es sprudeln und plätschern die Bronnen
Wohl um die alte Abtei;
Im Klostergarten die Nonnen
Wandeln zwei um zwei.

Die eine, die mich betrachtet.
Senkt tiefer den Schleier auf's Kleid; . .
Doch tiefer noch umnachtet
Die Seele mir Reu und Leid.

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Nacht  [sung text not yet checked]

Der Westwind streichelt die Locken
Schauernder Bäume; wie Schnee
Fallen die Blüthenflocken ...
Klänge der Abendglocken
Zittern über den See.

Oben im Wolkenlosen
Kreiset der Sterne Lauf;
Doch unter Küssen und Kosen
Gehen hier unten Rosen,
Rosen und Lieder auf.

Authorship

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Night", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Harry Joelson

5. Liederfrühling [sung text not yet checked]

Der Lenz ist da 
Und fern und nah 
Gibt's neue Weisen und Lieder;
Wie einst Merlin, 
So lausch ich hin
Und Alles schreib' ich nieder.

Hoch in der Luft,
Was die Lerche ruft,
Was die Drossel klagt im Holunder,
Was den Rosen all'
[Die Nachtigall
Flötet: Sagen und Wunder]1,

Was die Schlange klug 
Ihre Kinder frug, 
Die im Sonnenlichte schillern;
Was Hänfling und Fink 
Im Fluge flink 
Einander zwitschern und trillern,2

Was die Vögel gewusst, 
Die voll Wanderlust 
Aus dem Süden erst gekommen,
Was im Walde tief 
[An]3 Märchen schlief, 
Hab' Alles, Alles vernommen.

Hab' es abgelauscht, 
Was lenzberauscht 
Die Glockenblumen läuten; --
Lieder und Melodie'n, 
Wie Merlin
Kann ich sie deuten.

Authorship

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  • ENG English [singable] (Florence Z. Marshall) , "Spring music"
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Heinrich Leuthold, Dritte vermehrte Auflage, Frauenfeld, Verlag von J. Huber, 1884, p. 18.

1 Wurm: "Flötet die Nachtigall / Die lieblichsten Sagen und Wunder"
2 Wurm inserts here: "Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö, Tiö" (i.e., eight of them)
3 Huber: "In"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

6. Lied [sung text not yet checked]

Die Frühlingsstürme pflügen
Und furchen durch's Meer sich Pfad;
In großen Athemzügen
Brandet die Fluth an's Gestad'.

Die Planken sind ausgehoben,
Die Pfähle sind weggerafft;
Wie schön ist das Meer im Toben
Entfesselter Leidenschaft!

So pocht an meinem Herzen
Dein Busen wellenbewegt...
Es muß ein starkes Herz sein,
Das so viel Glück erträgt.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

7. Zum Abschied [sung text not yet checked]

Nach Westen [zieht]1 der Wind dahin,
er [säuselt lau]2 und lind dahin,
er folgt dem blauen Strome wohl
und [flieht]3 zu meinem Kind dahin! -

Bring' meinen Tränenregen ihr,
und einen [Gruß]4 geschwind dahin!
Ach, Wolken kommen trüb daher
die [frohen]5 Tage sind dahin!

Authorship

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1 Kahn: "weht"; further changes might exist not noted
2 Lafite: "fächelt leis'"
3 Lafite: "zieht"
4 Lafite: "Kuß"
5 Lafite: "schönen"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel