Sieben Lieder für Sopran oder Tenor mit Klavierbegleitung

Song Cycle by Paul Hindemith (1895 - 1963)

Word count: 434

1. Nachtlied [sung text checked 1 time]

Quellende, schwellende Nacht,
Voll von Lichtern und Sternen:
In den ewigen Fernen,
Sage, was ist da erwacht?

Herz in der Brust wird beengt;
Steigendes, neigendes Leben,
Riesenhaft fühle ich's weben,
Welches das meine verdrängt.

Schlaf, da nahst du dich leis',
Wie dem Kinde die Amme,
Und um die dürftige Flamme
Ziehst du den schützenden Kreis.

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cançó de la nit", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Nachtlied", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Night song", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson de nuit", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Die Rosen [sung text checked 1 time]

Als du frühmorgens gingst
Und an der Sonne hingst,
Pflücktest du dir,
Die, von dir angeglüht,
Still vor dir aufgeblüht,
Und nun den Duft versprüht,
Rosen zur Zier.

Hältst sie noch abends fest?
Schmeichelte dir der West
Längst sie nicht ab?
Siehst ja, ihr Leben schwand!
Wo ist der Farbenbrand?
Doch nur in deiner Hand
Sind sie im Grab.

Gib sie den Winden preis,
Daß sie mit ihnen leis
Düngen den Strauch.
Fühlts nicht sogleich der Zweig
Fühlts doch die Wurzel gleich,
Und ist nur diese reich,
Wird der es auch.

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3. Sommerbild [sung text checked 1 time]

Ich sah des Sommers letzte Rose [stehn]1,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach ich [schauernd]2 im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weisser Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.

Authorship

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  • ENG English (Emily Ezust) , "Summer image", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Image d'été", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Hindemith: "blühn"
2 Hindemith: "schaudernd"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Mein Sterben [sung text checked 1 time]

Nacht muß es sein, wenn ich sterben will,
Nacht muß es sein und totenstill.
Niemand soll wachen, niemand beten,
Ich will allein zum Tode treten.

Und seine Hand will ich ergreifen,
Leise durch die Gassen streifen,
Bis einsame Blumenmatten
Trinken unsre düstern Schatten.

Dann beim ersten Morgenblinken
Will ich stumm zur Erde sinken;
Dort im Schoß der goldnen Ähren
Muß er mir mein Grab gewähren.

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5. Heimatklänge [sung text checked 1 time]

Voll Farben glüht der Garten,
Hinausgebaut aufs Meer;
Ich schaute wie im Traume
Darüberher.

Da legt auf meine Augen
Sich Deine weiche Hand;
Ein Lied sangst du mir leise
Vom Heimatland.

Wie doch die schlichte Weise
Mich ganz gefangen nahm!
Ich fühlte, wie das Heimweh
Von ferne kam.

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6. Frühlingstraum [sung text checked 1 time]

Ich bin erwacht, ich bin erwacht
Aus einem Traum von der Frühlingsnacht.

Das Sturmwind an mein Fenster schlug,
Die Flocken stoben wild im Wirbelflug;

Dazwischen im Traumeswiderhall
Schlugen die Amseln mit schmetterndem Schall;

Die Falter flogen von Hag zu Hag
Und trugen mich durch den Blütentag,

Und wieder sank ich in Schlummer sacht
Zu einem Traum in der Frühlingsnacht.

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7. Georgslied [sung text checked 1 time]

Es fing ein Knab' ein Vögelein,
Hm! hm!
Da lacht er in den Käfig'nein, 
Hm! Hm!
So! So!
Hm! Hm!

Erfreut sich traun so läppisch, 
Hm! Hm!
Griff hinein so täppisch, 
Hm! Hm!
So! So!
Hm! Hm!

Da flug das Meislein auf ein Haus,
Hm! Hm!
Und lacht den dummen Buben aus,
Hm! Hm!
So! So!
Hm! Hm!

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