Vier Gedichte für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Gustav Kanth

Word count: 434

1. Allgemeines Wandern [sung text not yet checked]

[Vom Grund]1 bis zu den Gipfeln,
So weit man sehen kann,
Jetzt blüht's in allen Wipfeln,
Nun geht das Wandern an:

Die Quellen von den Klüften,
Die Ström' auf grünem Plan,
Die Lerchen hoch in Lüften,
[Der Dichter]2 frisch voran.

Und die im Tal verderben
In trüber Sorgen Haft,
[Er möcht sie alle]3 werben
Zu dieser Wanderschaft.

Und von den Bergen nieder
Erschallt sein [Lied]4 ins Tal,
Und die zerstreuten Brüder
[Faßt Heimweh]5 allzumal.

Da wird die Welt so munter
Und nimmt die Reiseschuh,
[Sein]6 Liebchen mittendrunter
[Die nickt ihm]7 heimlich zu.

Und über Felsenwände
Und auf dem grünen Plan
Das wirrt und jauchzt ohn Ende --
Nun geht das Wandern an!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff, Gedichte, Berlin, Verlag von M. Simion, 1841, page 4.

1 Kretschmar: "Vom Grunde" ; Rietz: "Von Grund"; further changes for Kretschmar and Rietz may exist that are not noted above.
2 Mendelssohn: "Die ziehen"
3 Mendelssohn: "Die will der Frühling"
4 Mendelssohn: "Ruf"
5 Mendelssohn: "Sie hören's"
6 Mendelssohn: "das"
7 Mendelssohn: "sie nickt uns"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Lau Kanen [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Der traurige Jäger [sung text not yet checked]

Zur ewgen Ruh' sie sangen
die schöne Müllerin,
die Sterbeglocken klangen
noch übers Waldgut hin.

Da steht ein Fels so kühle,
wo keine Wandrer gehn,
noch einmal nach der Mühle
wollt dort der Jäger sehn.

Die Wälder rauschten leise,
sein Jagen war vorbei,
der blies so irre Weise,
als müsst' das Herz entzwei.

Und still dann in der Runde
ward's über Tal und Höh'n,
man hat seit dieser Stunde
ihn nimmermehr gesehn.

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De treurige jager", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The sad huntsman", copyright © 2007
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le chasseur triste", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "O caçador triste", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Aufgebot [sung text not yet checked]

Waldhorn bringt Kund getragen,
Es hab nun aufgeschlagen
Auf Berg und Tal und Feld
Der Lenz seine bunten Zelt!

Ins Grün ziehn Sänger, Reiter,
Ein jeglich Herz wird weiter,
Möcht jauchzend übers Grün
Mit den Lerchen ins Blaue ziehn.

Was stehst du so alleine,
Pilgrim, im grünen Scheine?
Lockt dich der Wunderlaut
Nicht auch zur fernen Braut?

"Ach! diese tausendfachen
Heilig verschlungnen Sprachen,
So lockend Lust, wie Schmerz,
Zerreißen mir das Herz.

Ein Wort will mir's verkünden,
Oft ist's, als müßt ich's finden,
Und wieder ist's nicht so,
Und ewig frag ich: Wo?" -

So stürz dich einmal, Geselle,
Nur frisch in die Frühlingswelle!
Da spürst du's im Innersten gleich,
Wo 's rechte Himmelreich.

Und wer dann noch mag fragen:
Freudlos in blauen Tagen
Der wandern und fragen mag
Bis an den Jüngsten Tag!

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Wandernder Dichter [sung text not yet checked]

Ich weiß nicht, was das sagen will!
Kaum tret ich von der Schwelle still,
Gleich schwingt sich eine Lerche auf
Und jubiliert durchs Blau vorauf.

Das Gras ringsum, die Blumen gar
Stehn mit Juwelen und Perln im Haar,
Die schlanken Pappeln, Busch und Saat
Verneigen sich im größten Staat.

Als Bot voraus das Bächlein eilt,
Und wo der Wind die Wipfel teilt,
Die Au verstohlen nach mir schaut,
Als wär sie meine liebe Braut.

Ja, komm ich müd ins Nachtquartier,
Die Nachtigall noch vor der Tür
Mir Ständchen bringt, Glühwürmchen bald
Illuminieren rings den Wald.

Umsonst! das ist nun einmal so,
Kein Dichter reist inkognito,
Der lust'ge Frühling merkt es gleich,
Wer König ist in seinem Reich.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]